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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 18.02.2016

Senta Berger bei der BerlinaleWarum haben Sie nicht mit Tom Hanks gespielt?

Senta Berger im Gespräch mit Susanne Führer

Die Schauspielerin Senta Berger in der Berlinale-Lounge 2016 (Deutschlandradio / Annette Bräunlein)
Die Schauspielerin Senta Berger in der Berlinale-Lounge 2016 (Deutschlandradio / Annette Bräunlein)

Senta Berger hat in über 100 Kinofilmen mitgespielt. Uns verrät die Schauspielerin, wieso sie mit ihrem Mann ein Berliner Kino gekauft hat - und warum ihr Anstand so wichtig ist.

Sie kann witzig oder ernst, unsicher oder stark: Senta Berger stand in über 100 Kinofilmen vor der Kamera, auch die Liste ihrer TV-Auftritte und Auszeichnungen, die sie im Laufe ihres Lebens bekommen hat, ist atemberaubend lang. Und Zeit für große Rollen auf den renommierten Bühnen in Wien oder Berlin nimmt sie sich auch regelmäßig.

Die "große Spielerin" ist die fast 75-jährige Senta Berger mal genannt worden. Das trifft es: Show ist nicht ihr Ding. Sie spielt die unterschiedlichsten Rollen, überzeugt dabei, gibt aber ihre eigene Persönlichkeit nie auf. "Mit Anstand durch das Leben zu kommen" lautet ihre Lebensdevise. Dazu gehört für sie auch: "Man muss sich die Zeit nehmen und die Mühe machen zu differenzieren."

Oft sei sie gefragt worden, was sie zu Syrien, Flüchtlingen, Putin oder der Ukraine meine. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist so schwierig, auch für die Politiker, die richtigen Worte dafür zu finden." Die Dinge seien so sehr in Bewegung, dass man nur mit Anstand auf die Situation reagieren könne, die sich jeweils ergebe: "Wir wissen alle nichts."

Senta Berger bei Deutschlandradio Kultur auf der Berlinale from Deutschlandradio Kultur on Vimeo.

Geschafft hat sie das offenbar auch im Privatleben. Berger hat zwei erwachsene Söhne und feiert mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Regisseur Michael Verhoeven, in diesem Jahr die goldene Hochzeit.

Mit ihm zusammen betreibt sie das Kino "Toni & Tonino" in Berlin-Weißensee, in dem Filme bei "Berlinale Goes Kiez 2016" laufen. So ist Senta Berger in diesem Jahr nicht mit einem Film bei der diesjährigen Berlinale vertreten, sondern sozusagen mit diesem Kino.

"Hier kann man Kinos kaufen"

Wie es dazu kam, dass sie dieses Kino betreiben, sagt Senta Berger im Deutschlandradio Kultur: "Es ist meine Schuld." Sie habe in einer Zeitung eine Anzeige der Treuhand gesehen, in der Defa-Kinos angeboten wurden.

"Aus Kuriosität habe ich das ein bisschen verfolgt und meinem Mann gesagt: 'Stell Dir mal vor, hier kann man Kinos kaufen.' Das war zu einem Zeitpunkt, wo wir ein bisschen Geld hatten und eigentlich hätte man sagen müssen, wir kaufen jetzt ein paar Stellplätze in einer Garage, das braucht man immer. Nein, anstelle dessen haben wir das Kino gekauft - und sind mit dem Kino auch durch dick und dünn gegangen."

Engagement für Integration - aber nach deutschen Gesetzen

Bekannt ist die Schauspielerin auch für ihr vielfältiges Engagement in politischen und gesellschaftlichen Fragen:

Derzeit sei sie an der Kampagne "Die Stimme der Vernunft" zur Frage der Integration beteiligt. Dabei gehe es darum, das richtige Maß zu finden und ohne Furcht vor einem Rechtsruck Wahrheiten auszusprechen. "Ich möchte, dass die Leute, die hier bei uns leben, sich an die Gesetze halten", sagt Senta Berger. "Wir wollen, dass die Integration einhergeht mit unseren Gesetzen. Es geht gar nicht anders. Aber wenn das natürlich von oben nicht kontrolliert wird, dann ist das schwer." 

 

 

 

 

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