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Sein und Streit | Beitrag vom 20.11.2016

Sein und Streit - Die ganze SendungDie Philosophie der Langeweile

Moderation: Christian Möller

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Ein Mädchen blickt versonnen in die Welt (imago / Westend61)
Ein Mädchen blickt versonnen in die Welt (imago / Westend61)

Ist Langeweile ein Hemmer im Leben oder fördert Langeweile die Kreativität? Die Philosophie hat sich immer wieder mit dieser Stimmung beschäftigt. Ist die Philosophie gar ein Abfallprodukt der Langeweile?

Das kennt vermutlich jeder: Der Zug hält irgendwo auf offener Strecke, eine Störung unbekannter Dauer, die Zeitung ist zuende gelesen und weil die Internet-Verbindung schlecht ist, gibt’s bei Twitter und Facebook gerade auch nichts, was man nicht schon gelesen hätte. Man guckt aus dem Fenster und irgendwann ist sie da, diese Stimmung, die wir doch eigentlich alle vermeiden wollen: die Langeweile.

Aber ist die Langeweile wirklich eine rein negative Angelegenheit – oder nicht auch die Bedingung dafür, dass Neues gedacht werden kann? Die Philosophie, von der man gesagt hat, sie sei ein Abfallprodukt der Langeweile, hat sich zumindest mit dieser merkwürdigen Stimmung immer wieder auseinander gesetzt. Darüber sprechen wir in Sein und Streit  mit dem Philosophen Philipp Wüschner von der Freien Universität Berlin, der ein Buch zum Thema geschrieben hat.

Philipp Wüschner: "Die Entdeckung der Langeweile. Über eine subversive Laune der Philosophie"
Turia & Kant, Berlin 2016 
220 Seiten, 24 Euro

Außerdem in der Sendung:

Kleine Leute, große Fragen Unsere kleinen Philosophen beschäftigt diese Woche die Frage:
Gibt es mehr gute oder schlechte Gefühle?

Fiction trumps fact: So genannte "Fake News" - echt klingende, aber komplett frei erfundene Nachrichten-Meldungen – waren in der heißen Phase der US-Wahl in den sozialen Netzwerken rund 20 Prozent erfolgreicher als die tatsächlichen Meldungen seriöser Medien. So eine Analyse des Internet-Portals "Buzzfeed". Ein erneuter Beleg für die derzeit oft zu hörende Diagnose, dass wir im "postfaktischen" Zeitalter angelegt seien. Was bedeutet das für die Demokratie, wenn Tatsachen ignoriert und die Vernunft beiseite gefegt wird? Was tun? Catherine Newmark beschäftigt sich mit dieser Frage im philosophischen Wochenkommentar.

"Das Prinzip Hoffnung" und "Geist der Utopie" - so heißen die wichtigsten Werke des Philosophen Ernst Bloch, dessen Denken angesichts einer verzweifelten Weltlage vielleicht gerade wieder an der Zeit ist. Die neue Zeitschrift "Latenz" will nun die Tradition des Bloch'schen Denkens fortschreiben. "Wer ist das Volk? Vermessungen der Demokratie – Spannungen im zivilgesellschaftlichen Bewusstsein" lautet der Titel der ersten Ausgabe mit Beiträgen u.a. von Gianni Vattimo, Ulrike Guérot, Ágnes Heller und Étienne Balibar. Dazu ein Gespräch mit Herausgeber Welf Schröter.

Unsere Drei Fragen gehen diesmal an den Liedermacher, Maler und Autor Funny van Dannen.

 

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