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Hörspiel / Archiv | Beitrag vom 01.01.2016

Sechsteilige Hörspiel-ReiheAuf dem Turm (1/6)

Von Gert Hofmann

Beitrag hören
Küstenlandschaft auf Sizilien (Imago)
Was kann man in dem kleinen Ort am besten? (Imago)

Ein deutsches Ehepaar auf Urlaubsreise durch Sizilien. Ihre Beziehungsprobleme reisen mit. Eigentlich will sich der Mann von seiner Ehefrau trennen, die überrascht ihn mit einer ungeplanten Schwangerschaft.

Eine Autopanne führt zum unfreiwilligen Halt in einem kleinen Ort. Die Menschen hier leben am Existenzminimum. Es gibt keine Landwirtschaft, keine Bodenschätze, keine Sehenswürdigkeiten. Aus der Not heraus hat sich das Dorf seine Touristenattraktion geschaffen. Was kann man hier seit Generationen am besten? Leiden und Sterben.

Regie: Hans Ulrich Minke
Mit: Heiner Schmidt
Ton: Hansjörg Saladin
Produktion: RIAS Berlin 1983

Länge: 88'16

Gert Hofmann 1931-1993), deutscher Schriftsteller, lehrte Germanistik an mehreren ausländischen Universitäten, u.a. Paris, Berkeley und Ljubljana. Schrieb zahlreiche Hörspiele. Auszeichnungen u.a.: Ingeborg-Bachmann-Preis 1979, Hörspielpreis der Kriegsblinden 1983 für "Die Brautschau des Dichters Robert Walser" (NDR 1982).

Weitere Informationen zu Gert Hofmann finden Sie hier.

Drei ältere Damen mit Hüten bei einem angeregten Gespräch im Schatten der Schlossgarten-Anlagen in Stuttgart. Aufnahme von 1955. (picture alliance / dpa / Harry Flesch)Die älteren Frauen im Dorf fragen, wieviele Kinder die Signora denn hat. (picture alliance / dpa / Harry Flesch)

Auf dem Turm - Teil 2

Vom Kustoden, dem örtlichen Fremdenführer, geleitet, begibt sich das Ehepaar tiefer in den morbiden Bann des sizilianischen Dorfs D. Der schwangeren Ehefrau macht die Hitze zu schaffen, dem Ehemann das ungewollte Kind. Alte Dorfweiber sitzen vor ihren Häusern und es ist unklar, ob sie tot da sitzen oder nur schlafend die heißen Mittagsstunden verbringen. Der Kustode führt das Paar zu einem Findelhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert. In D. habe es seit je sehr viele überflüssige Kinder gegeben, daran habe sich auch nichts geändert. "Wieviele Kinderchen hat die Signora denn?"

Am Saimaa See in Finnland  (imago)Der Kustode erzählt vom spezifischen Beruf des Füßeziehers. (imago)

Auf dem Turm - Teil 3

Auf dem Weg zum Turm, der gepriesenen Touristenattraktion, führt der Kustode das Paar in die Geschichte des sizilianischen Orts D. ein. Auf dem Marktplatz, wo weniger Handel getrieben, dafür um so mehr Revolutionäre exekutiert wurden, erzählt er vom spezifischen Beruf des Füßeziehers. Die schwangere Frau will jetzt zurück ins Hotel. Der zweifelhafte Rundgang strengt sie an. Ihr Mann dagegen will das Kind nicht und treibt sie weiter: Was, wenn sie auf den unbefestigten Straßen vielleicht stürzen würde? Nur ein kleiner Sturz, keine ernsthafte Verletzung, grade ausreichend.

Blick von Taormina - einem malerischen Ort an der Ostküste Siziliens auf eine Meeresbucht. (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold)Der Blick vom Turm ist schön - aber gibt es ein Mehr an Attraktion? (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold)

Auf dem Turm - Teil 4

Das Touristenehepaar, am Turm angekommen, erlebt eine Enttäuschung: Es ist ein schmuckloser Wasserturm wie er überall stehen könnte, weder alt noch schön noch besonders hoch. Gibt es ein Mehr an Attraktion? Vielleicht durch die angekündigte Veranstaltung, die in Kürze am Turm beginnen soll. Immerhin hat sich im benachbarten Café eine größere Reisegruppe eingefunden. Gert Hofmann lässt teilnehmen an den Beobachtungen und dem Innenleben des Ich-Erzählers, dessen Gedanken so nachvollziehbar wie erschreckend sind.

Sonnenuntergang auf Elba. (imago/Siering)Was soll der Junge auf dem Turm den Touristen vorführen? (imago/Siering)

Auf dem Turm - Teil 5

Ein Junge balanciert auf der Brüstung des Turms. Er ist der schönste der Jungen aus dem kleinen sizilianischen Ort Dikaiarchaeia, was übersetzt "Stadt der Gerechten" heißt. Von unten schaut die Touristenmenge erwartungsvoll zu ihm hoch. Es ist die Veranstaltung, die ihnen versprochen wurde und wegen der sie gekommen sind. Aber was genau wurde ihnen versprochen? Was wird ihnen dieses ärmliche Kind vorführen wollen?

Eine grüne Holztür mit rotem Griff (imago / Westend61)Der Kustode klopft an die Tür und will das Ehepaar zum Trauerzug abholen. (imago / Westend61)

Auf dem Turm - Teil 6

Ein Kind ist vom Turm gefallen unter den Augen der schaulustigen Touristen. Das Ehepaar ist schockiert, flieht zurück ins Hotel und verbringt eine schlaflose Nacht. Sie wollen abreisen, so schnell es geht.  Doch schon am frühen Morgen kratzt der Kustode wieder an ihrer Tür: Ob ihnen die Veranstaltung gefallen habe? Er käme sie abzuholen, denn den Trauerzug dürften sie nicht verpassen. Es gäbe sicherlich nichts Ergreifenderes als ein Begräbnis in D.! Es sei allerdings auch sehr teuer, so ein Begräbnis.

 

Audios zum Nachhören und Downloaden:

(Zum Download: mit der rechten Maustase "Link speichern unter" klicken)

Auf dem Turm - Teil 1
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 01.01.2016)

Auf dem Turm - Teil 2
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 03.01.2016)

Auf dem Turm - Teil 3
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 10.01.2016)

Auf dem Turm - Teil 4
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 17.01.2016)

Auf dem Turm - Teil 5 
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 24.01.2016)

Auf dem Turm - Teil 6
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 31.01.2016)

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