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Kulturnachrichten

Freitag, 19. Februar 2016

US-Autorin Harper Lee gestorben

Für "To kill a Mockingbird" bekam Lee 1961 den Pulitzer-Preis

Mit "Wer die Nachtigall stört" erlangte sie Weltruhm - jetzt ist Harper Lee im Alter von 89 Jahren gestorben. Dies bestätigte ihr Verlag HarperCollins. Die Schriftstellerin war nach einem Schlaganfall 2007 seit Jahren gesundheitlich angeschlagen. Der Klassiker "Wer die Nachtigall stört" wurde 1960 veröffentlicht und gilt als eines der einflussreichsten Werke der US-Literatur. Hollywood verfilmte den Roman 1962 mit Gregory Peck in der Hauptrolle. Lee hatte danach mehr als 50 Jahre lang kein weiteres Buch mehr veröffentlicht und lebte zuletzt von der Öffentlichkeit abgeschirmt in einem Pflegeheim in Monroeville. Erst im Juli 2015 wurde mit "Gehe hin, stelle einen Wächter" ein zweiter Roman der Autorin veröffentlicht, den sie allerdings schon vor "Wer die Nachtigall stört" geschrieben haben soll. Das bereits Mitte der 50er Jahre fertiggestellte Manuskript wurde nach Angaben des Verlags HarperCollins in einem Schließfach entdeckt, die Umstände sind unklar. Befürchtungen wurden laut, dass die zuletzt schwerhörige und blinde Lee manipuliert worden sein könnte, um ihre Zustimmung zur Veröffentlichung des Buches zu erhalten.

Artur Brauner stiftet Jüdischem Museum Filmsammlung

"Filmsammlung Artur Brauner" nur in Jerusalem und in Berlin zu sehen

Der Filmproduzent Artur Brauner hat dem Jüdischen Museum Berlin 21 Filme aus seinem Werk zu den Themen Holocaust und Nationalsozialismus geschenkt. Anlässlich der feierlichen Übergabe der "Filmsammlung Artur Brauner" findet am 7. März im Beisein des 97-jährigen Holocaust-Überlebenden ein Thementag statt, wie das Museum am Freitag mitteilte. Dabei werden einige der gestifteten Filme gezeigt. Zudem haben Schüler die Möglichkeit, mit Brauner ein Zeitzeugengespräch zu führen. Unter den Werken der Sammlung, die in der Bibliothek des Museums öffentlich zugänglich sind, befinden sich den Angaben zufolge der oscarprämierte Film "Der Garten der Finzi Contini" von 1970, "Hitlerjunge Salomon" aus dem Jahr 1990 sowie Romy Schneiders letzter Film "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" von 1982. Mit der Schenkung sei das Jüdische Museum neben der Jerusalemer Gedenkstätte "Yad Vashem" der einzige Ort, an dem die "Filmsammlung Artur Brauner" verfügbar sei.

Evangelische Kirche wird zur Synagoge

Zum ersten Mal wird im Rheinland eine Kirche zu einer Synagoge umgewidmet

Die Kreuzkapelle im Kölner Stadtteil Riehl soll nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland am Sonntag in einem Gottesdienst mit Präses Manfred Rekowski entwidmet werden. Anschließend will die liberal-jüdische Gemeinde "Gescher LaMassoret" das Gebäude als Synagoge nutzen. Die Gemeinde mit derzeit 100 Mitgliedern feiert bereits seit 2001 in einem Synagogenraum in der Kapelle ihre Gottesdienste. Die Evangelische Kirche im Rheinland bezeichnet die Umwidmung der Kapelle zur Synagoge als "versöhnenden Brückenschlag" nach Jahrhunderten, in denen jüdische Gebäude zerstört und beschlagnahmt worden seien. Seit 2010 wurden auf dem Gebiet der Landeskirche, zu dem 719 Kirchengemeinden und mehr als 2,6 Millionen Mitglieder gehören, zehn bis 20 evangelische Kirchengebäude entwidmet. Grund dafür seien schrumpfende Gemeinden, steigende Unterhaltskosten und zu hohe Sanierungskosten. Viele der Gebäude wurden abgerissen, andere werden als Kulturzentren genutzt.

Lyriker Adonis mit Remarque-Friedenspreis ausgezeichnet

Dichter wird für sein vehementes Eintreten für eine Trennung von Religion und Staat geehrt

Der syrisch-libanesische Dichter Ali Ahmad Said Esber alias Adonis (86) hat den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Preis der Stadt Osnabrück erhalten. Er habe Adonis schon lange ins Herz geschlossen, ohne mit allen seinen Aussagen übereinzustimmen, sagte der Nahost-Experte Daniel Gerlach in seiner Laudatio. Er forderte den Dichter auf, der Welt von seiner alevitischen Kultur und Weltanschauung zu berichten: "Vielleicht kann das den Weg ebnen zu einer wahren Friedensordnung." Seit die Jury im August 2015 den Preisträger bekanntgegeben hatte, war eine Diskussion darüber entbrannt, ob der bedeutendste arabische Dichter der Gegenwart diese Auszeichnung verdiene. Mehrere syrische Oppositionelle, Menschenrechtler und der Zentralrat der Muslime warfen ihm vor, er habe sich nie eindeutig von der Gewaltherrschaft Assads distanziert. Adonis selbst dankte für den Preis, den er als große Ehre empfinde und auf den er stolz sei. Die Grundlage für Frieden und Demokratie sei nach seiner Auffassung die eindeutige Trennung "zwischen Staat, Politik und Kultur einerseits und Religion andererseits". In der gesamten arabisch-islamischen Welt könne er jedoch solche Tendenzen nicht entdecken, betonte der 86-Jährige. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und der Jury-Vorsitzende und Universitätspräsident Wolfgang Lücke verteidigten in ihren Reden noch einmal die Entscheidung der Jury für Adonis. Der Dichter werde für sein vehementes Eintreten für eine Trennung von Religion und Staat, für die Gleichberechtigung der arabischen Frau und eine friedliche und demokratische arabische Gesellschaft ausgezeichnet.

Beste Schülerzeitungen Deutschlands gekürt

Aus 1900 Einsendungen kürte die Jury 31 Gewinnerzeitungen in sechs Kategorien

Deutschlands beste Schülerzeitungen sind in Potsdam prämiert worden. Zu den Siegern gehörte unter anderem die "Schillyschote" der Schillerschule in Augsburg, die "Schiffsschraube" des Werner-Heisenberg-Gymnasiums im rheinland-pfälzischen Daun und "erntschle" von der Karlsruher Ernst-Reuter-Schule. Dem Bundeswettbewerb waren Wettbewerbe auf Landesebene vorausgegangen. Die Preisverleihung findet am 6. Juni in Berlin statt.

Met führt erstmals seit 100 Jahren Werk von Frau auf

"L'Amour de Loin" von Kaija Saariaho

Erstmals seit mehr als 100 Jahren führt die New Yorker Metropolitan Oper wieder ein von einer Frau komponiertes Werk auf. Die vor 16 Jahren uraufgeführte Oper "L'Amour de Loin" der finnischen Komponistin Kaija Saariaho sei eine von sechs neuen Produktionen in der kommenden Spielzeit, teilte das Opernhaus in Manhattan mit. Zuletzt war dort 1903 eine von einer Frau komponierte Oper aufgeführt worden - "Der Wald" von Ethel Smyth. "Das ist ein Schock», sagte die finnische Komponistin Saariaho der "New York Times". "Es zeigt, wie langsam diese Dinge sich verändern. Aber sie verändern sich." Die kommende Spielzeit der Metropolitan Oper startet am 26. September und umfasst 225 Aufführungen von 26 Werken.

Erstes Katzenvideofestival

Wer kriegt den goldenen Kratzbaum?

Katzenvideos fluten das Internet und werden millionenfach verbreitet. Erstmals wird nun das beste deutsche Katzenvideo in einem Wettbewerb gekürt. Im NRW-Forum Düsseldorf werden Hunderte Fans zum ersten "Internet Cat Video Festival" erwartet. Vorbild ist das in den USA bereits zum Kult avancierte Katzenvideofestival des Walker Art Center (Minnesota). In einer einstündigen Filmrolle werden zunächst die weltbesten Stubentiger-Clips präsentiert. Dann wird aus einer Shortlist von 15 Filmen das beste deutsche Katzenvideo gekürt. Als Trophäe winkt dem Gewinner des Jury-Preises der "Goldene Kratzbaum". Auch ein Publikumspreis wird vergeben. Während der Veranstaltung berät eine Katzenpsychologin bei Fragen zu den eigenwilligen Haustieren. Moderiert wird das Festival von Alain Bieber, dem künstlerischer Leiter des NRW-Forums, sowie der Autorin Katja Berlin ("Cat Content: SMS von meinem Kater").

Christo plant neues Großprojekt in Italien

Begehbarer Pier über den Lago d'Iseo

Der Künstler Christo, der 1995 das Reichstagsgebäude in Berlin verhüllt hat, plant ein neues Großprojekt in Norditalien. Der 81-Jährige will laut "Süddeutscher Zeitung" im Sommer eine drei Kilometer lange safrangelbe Stoffbahn als begehbaren Pier über den Lago d'Iseo spannen, damit Besucher über das Wasser gehen können. "Die Menschen werden die Bewegung des Wassers unter ihren Füßen spüren", sagte Christo. Der geplante Pier ermögliche es auch Bewohnern einer Insel in dem See, diesen Weg neben einer Schiffsverbindung zum Festland zu nutzen. Laut Bericht kostet die Installation vom 18. Juni bis zum 3. Juli rund 15 Millionen Dollar.

Berlinale im Endspurt

Filme aus Polen und dem Iran im Wettbewerb

Bei der Berlinale werden heute die letzten beiden Filme im Wettbewerb vorgestellt. Außer Konkurrenz läuft die französische Komödie "Saint Amour" mit Gérard Depardieu. Im Wettbewerb ist der polnische Filmemacher Tomasz Wasilewski mit "Zjednoczone Stany Milosci" ("United States of Love") dabei. Er porträtiert vier Frauen in einer Provinzstadt. Aus dem Iran kommt "Ejhdeha Vared Mishavad!" ("A Dragon Arrives!") von Mani Haghighi. Angekündigt ist der Film als "absurd-groteske Versuchsanordnung". Die Bären-Trophäen werden morgen Abend verliehen.

Oskar-Schlemmer-Preis für Fotokünstler Elger Esser

Großer Staatspreis für Bildende Kunst ist mit 25 000 Euro dotiert

Dem Fotokünstler Elger Esser (48) wird der Oskar-Schlemmer-Preis verliehen. Der gebürtige Stuttgarter und Meisterschüler von Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie setzt auf vordigitale Fototechniken und schafft mit historischen Verfahren faszinierende Bild-Kunstwerke. Der Große Staatspreis für Bildende Kunst ist mit 25 000 Euro dotiert. Elger Esser ist nach Katharina Grosse der zweite Preisträger. Mit der relativ neuen Ehrung werden Künstler mit Landesbezug ausgezeichnet, die der aktuellen Kunst wichtige Impulse gegeben haben und international anerkannt sind.

Archäologie-Experten beraten über Erhalt von Pompeji

Diskussionen über dauerhafte Schutzbauten und digitale Archiv-Techniken

Archäologie-Experten beraten in München über die Zukunft einer der berühmtesten Ausgrabungsstätten Europas: Pompeji. Jahrelang galt die 79 nach Christus beim Ausbruch des Vesuvs verschüttete Stadt als Sorgenkind der Denkmalpflege. Heute ist das anders, wie Albrecht Matthaei vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik sagte. Es gebe dort eine Entwicklung zum Positiven. Bei der Tagung geht es um neue Methoden des Denkmalschutzes, die in der antiken Stätte angewendet werden, wie dauerhafte Schutzbauten und digitale Archiv-Techniken.

DEFA-Stiftung ehrt Dörrie für "Grüße aus Fukushima"

Heiner-Carow-Preis für "poetische Momente in einer Landschaft der Verwüstung"

Die DEFA-Stiftung hat die Regisseurin Doris Dörrie mit dem Heiner-Carow-Preis 2016 geehrt. Die Auszeichnung wurde Dörrie auf der Berlinale für ihren Film "Grüße aus Fukushima" verliehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Film entwickelt nach Überzeugung der Jury "eine bewegende Geschichte zwischen zwei ungleichen Frauen". Es gehe um "Dinge, die wir ändern können, und die Dinge, die wir nicht ändern können". Dörrie gelängen dabei "poetische Momente in einer Landschaft der Verwüstung". "Grüße aus Fukushima" ist einer der deutschen Filme bei den 66. Internationalen Filmfestspielen.

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Fazit

Dokumentarfilm über Immobilienboom"Ein System der Gier"
Zahlreiche Baukrähne sind in Berlin zu sehen - vor allem bezahlbare neue Wohnungen werden gebraucht. (dpa / Jörg Carstensen)

"Muss ein Hartz-4-Empfänger am Potsdamer Platz wohnen?", fragt einer der Protagonisten im Dokumentarfilm "Die Stadt als Beute". Filmemacher Andreas Wilcke hat vier Jahre lang den Immobilienboom in Berlin beobachtet - und zeigt eindringlich, wie Wohnraum zur Ware verkommt.Mehr

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