Donnerstag, 18. Dezember 2014MEZ17:26 Uhr

Klangkunst

UrsendungDie stille Wüste - Meister Eckhart
Erfurt (Thüringen): Ein Bronzerelief (Ausschnitt) an der Predigerkirche in Erfurt erinnert an die Wirkungsstätte des Theologen und Philosophen Meister Eckhart (1260-1327),

Meister Eckhart gilt als wichtigster Vertreter der deutschen Mystik. Er lehrte ein Hören ohne Ohren, ein Sehen ohne Augen, ein Sprechen ohne Laut. Seine Räume waren unendlich groß und mikroskopisch klein, seine Orte still.Mehr

Die stille Wüste - Meister Eckhart
Mit Predigerkirche und Predigerkloster existiert in Erfurt (Thüringen) der wohl einzige, noch authentische Ort in Europa, wo Meister Eckhart, einer der berühmtesten Prediger und Theologen des Mittelalters, lebte und wirkte.

Meister Eckhart gilt als wichtigster Vertreter der deutschen Mystik. Er lehrte ein Hören ohne Ohren, ein Sehen ohne Augen, ein Sprechen ohne Laut. Seine Räume waren unendlich groß und mikroskopisch klein, seine Orte still.Mehr

Király Radio Show
Der Komponist Ernö Kiràly mit einem selbstgebauten Instrument

Der Komponist Ernö Király (1919-2007) gilt als Pionier der experimentellen Musik in Ungarn. Er versuchte musikalische Grenzen zu erweitern, unter anderem durch selbstgebaute Instrumente wie das Viertelton-Zitherphone. Mehr

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Klangkunst / Archiv | Beitrag vom 28.09.2012

Schrei der Seide

Von Grace Yoon

Seide spielt auf den Laufstegen kaum mehr eine Rolle.
Seide spielt auf den Laufstegen kaum mehr eine Rolle. (dapd)

Echte Seide erkennt man am Klang. Der typisch knirschende Griff in den Stoff erinnert an das Betreten von frisch gefallenem Schnee. Dieser 'Seidenschrei' galt Jahrhunderte lang als Erkennungszeichen der Damen höherer Stände.

Inzwischen hat sich auf den Laufstegen der High Society das elektrische Knistern von Kunstfasern ausgebreitet. "Die Traditionspolster sind durchgescheuert", schreibt Max Weber, und will damit sagen, dass man den Entwicklungen der Moderne nicht mehr entrinnen kann.

Tief im Unbewussten aber bleibt das vertraute Rascheln der Federbetten, das zarte Geräusch der wärmenden Wolle oder das laute Schütteln der nassen Wäsche. Der nackte Mensch trägt einen Kosmos von Erinnerungen an die schützende zweite Haut in sich, Geruch und Geräusch, Farbe und Struktur.


Komposition und Realisation: Grace Yoon
Ton: Lutz Pahl
Produktion: DKultur 2011
Länge: 46'09


Grace Yoon, 1952 in Korea geboren, lebt und arbeitet seit 1975 in Deutschland. Autorin, Regisseurin, Komponistin, Performance-Künstlerin. Zuletzt für DKultur: 'AusFart' (2010).