Mittwoch, 20. August 2014MESZ12:43 Uhr

Klangkunst

UrsendungPalma Ars Acustica
Musik, Kopfhörer, Hören

Die Ars Acustica Gruppe der European Broadcasting Union (EBU) ist ein Zusammenschluss europäischer Klangkunst-Redaktionen. Sie vergeben den Prix Palma Ars Acustica an die beste Klangkunst-Ursendung. Wir präsentieren die GewinnerstückeMehr

Song Buslines
Der Strand von Portland Roads an der Ostküste von Cape York, Queensland, Australien. 

Die "Songlines" der australischen Ureinwohner dienen zur Orientierung im freien Gelände. Inspiriert von diesen Gesängen hat der australische Komponist Thomas Meadowcroft sein Land musikalisch neu vermessen. Mehr

UrsendungTexte für nichts
Der Autor Reinhard Jirgl blickt am 07.10.2013 am Rande der Verleihung des Deutschen Buchpreises 2013 im Rathaus Römer in Frankfurt am Main (Hessen) in die Kamera. Der Preis für die beste literarische Neuerscheinung des Jahres ist mit insgesamt 37 500 Euro dotiert.

Wuchernde Sprachgebilde, gestörte Lesbarkeiten und eine eigenwillige, lautmalerische Orthografie. Die Texte von Reinhard Jirgl führen geradewegs in das Innerste der Sprache: Zu ihrer Form. Mehr

weitere Beiträge

Klangkunst / Archiv | Beitrag vom 28.09.2012

Schrei der Seide

Von Grace Yoon

Seide spielt auf den Laufstegen kaum mehr eine Rolle.
Seide spielt auf den Laufstegen kaum mehr eine Rolle. (dapd)

Echte Seide erkennt man am Klang. Der typisch knirschende Griff in den Stoff erinnert an das Betreten von frisch gefallenem Schnee. Dieser 'Seidenschrei' galt Jahrhunderte lang als Erkennungszeichen der Damen höherer Stände.

Inzwischen hat sich auf den Laufstegen der High Society das elektrische Knistern von Kunstfasern ausgebreitet. "Die Traditionspolster sind durchgescheuert", schreibt Max Weber, und will damit sagen, dass man den Entwicklungen der Moderne nicht mehr entrinnen kann.

Tief im Unbewussten aber bleibt das vertraute Rascheln der Federbetten, das zarte Geräusch der wärmenden Wolle oder das laute Schütteln der nassen Wäsche. Der nackte Mensch trägt einen Kosmos von Erinnerungen an die schützende zweite Haut in sich, Geruch und Geräusch, Farbe und Struktur.


Komposition und Realisation: Grace Yoon
Ton: Lutz Pahl
Produktion: DKultur 2011
Länge: 46'09


Grace Yoon, 1952 in Korea geboren, lebt und arbeitet seit 1975 in Deutschland. Autorin, Regisseurin, Komponistin, Performance-Künstlerin. Zuletzt für DKultur: 'AusFart' (2010).