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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 30.08.2008

Schöne neue Datenwelt - Wie können wir unsere Privatsphäre schützen?

Zu Gast: Peter Schaar

Datenschutz spielt auch bei Chipkarten eine große Rolle. (Stock.XCHNG / Steve Woods)
Datenschutz spielt auch bei Chipkarten eine große Rolle. (Stock.XCHNG / Steve Woods)

Datenschutz und Privatsphäre – im Zeitalter der modernen Medien, von Internet, Chatrooms, Internet-Shopping und Online-Banking scheinen sie immer mehr in den Hintergrund zu treten. Ständig geben wir bewusst oder unbewusst Daten von uns preis, die Übermittlung von Adresse, Geburtstag, Beruf oder Kontoverbindung gehören für viele zum Alltag.

Nur, wer hat Zugriff auf diese Angaben? Wer nutzt sie wofür? Und wie kann ich mich vor einem unberechtigten Zugriff schützen?

Seit ein Callcenter-Mitarbeiter Mitte August eine CD mit den Adressen und Kontodaten von 17.000 Bürgern an die Verbraucherschutz-Zentrale Schleswig-Holstein schickte, sind selbst sorglose Zeitgenossen aufgeschreckt. Nach Einschätzung von Datenschützern sind die Adressen von allen Bundesbürgern für Marketing- und Verkaufszwecke im Umlauf. Zugleich kursierten illegal 10 bis 20 Millionen Kontodaten. Vor wenigen Tagen enthüllte das ARD-Magazin "Report Mainz", dass die Krankenkasse DAK vertrauliche Daten von mehr als 200 000 Versicherten an eine Privatfirma weitergegeben hat.

"Wir brauchen eine Datenschutzkultur", forderte Peter Schaar im Programm von Deutschlandradio Kultur angesichts dieses florierenden Datenhandels. Diese Enthüllungen seien jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit mahnt daher jeden Einzelnen, sensibler mit privaten Angaben umzugehen.
Zum Beispiel bei der Nutzung etwaiger Kundenkarten:

"So eine Kundenkarte ist zum Beispiel etwas, was noch irgendwie real ist, aber gleichwohl ist der Hauptzweck einer solchen Kundenkarte nicht die Karte, sondern die Daten, die über diese Karte durch Koppelung mit Kassensystemen und sonstigen IT-Verfahren gewonnen werden können."

Diese lukrativen Daten würden weiter verkauft, Kunden mit lästigen Angeboten überhäuft, oder – wie im Fall der weitergegebenen Bankdaten – illegale Abbuchungen von Konten vorgenommen. Die gesammelten Daten dienten auch Banken und Versicherungen, um die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden einzuschätzen. Wer zum Beispiel in einem schlecht bewerteten Stadtteil wohne, dem werde unter Unständen der gewünschte Kredit oder Handy-Vertrag verweigert, egal, wie gut situiert er sei. Dieses "Scoring", das automatische Bewertungsverfahren, sei vielen Kunden nicht bekannt.

Deutschlands oberster Datenschützer beobachtet zudem einen laxeren Umgang mit persönlichen Daten – gerade auch bei Jüngeren, zum Beispiel im Internet: Jugendliche tauschten Persönliches auf Websites wie "My Face", "Face Book" oder "StudiVZ" aus. Dass etwaige Arbeitgeber bei späteren Bewerbungen auf diese Seiten zurückgreifen können, ahnten sie dabei nicht. Was jedoch einmal im Internet kursiere, sei schwer zu löschen. "Sie sind weltweit abrufbar und insofern für viele, viele, viele Interessierte zu nutzen und möglicherweise eben auch zu missbrauchen."

"Schöne neue Datenwelt – Wie können wir unsere Privatsphäre schützen?" Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit Peter Schaar. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der kostenlosen Telefonnummer 00800 – 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de.

Informationen zum Thema Datenschutz im Internet:
Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
www.datenschutz.de/

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