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Kulturnachrichten

Dienstag, 2. Februar 2016

Ausstellung zeigt Shakespeares letzten Willen

Anlass ist der 400. Todestag

Vier von nur sechs erhaltenen Unterschriften William Shakespeares zeigt zum 400. Todestag des Schriftstellers eine Ausstellung in London. Im Somerset House, wo Shakespeare einst die Aufführungen seiner Stücke selbst besucht haben soll, zeigt "By me William Shakespeare: A life of Writing" ab morgen unter anderem das dreimal unterschriebene Testament des Schriftstellers. "Die Ausstellung will den Besuchern einen Einblick in Shakespeares wirkliches Londoner Leben unter Königin Elisabeth I. geben", so Gordon McMullan, Direktor des Shakespeare Centre am Londoner King's College. Dazu zählen die politisch brisanten Aufführungen von "Richard II." von 1601, denen der Themenraum "Rebellion" mit historischen Dokumenten und einer Original-Lanze aus Solingen gewidmet ist. Den "Familienmenschen", so McMullan, zeigt Shakespeares letzter Wille in seinem Testament.

66. Berlinale unter dem Motto "Recht auf Glück"

Eröffnet wird mit "Hail, Caesar" der Coen-Brüder

Der "große Wunsch" nach Heimat, Selbstverwirklichung und Leben, der viele Wettbewerbsfilme kennzeichne, soll zugleich das Anliegen der Flüchtlinge einbeziehen. Das erläuterte Berlinale-Direktor Dieter Kosslick in Berlin. Zwischen dem 11. und dem 22. Februar kommen auf der Berlinale insgesamt 434 Filme zur Aufführung; 23 werden im Wettbewerb aufgeführt, davon 19 Weltpremieren. 18 Filme konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären. Insgesamt sind Beiträge aus 20 Ländern im Wettbewerb. Gut die Hälfte kommt aus europäischen Staaten, davon vier aus Frankreich. Deutschland ist nur mit "24 Wochen" von Anne Zohra Berrached vertreten. In dem Drama spielt Julia Jentsch eine Kabarettistin, die im sechsten Monat schwanger ist. Als sie und ihr Mann (Bjarne Mädel) erfahren, dass das ungeborene Kind das Down-Syndrom und einen schweren Herzfehler hat, denkt das Paar über eine Abtreibung nach.

Haitis scheidender Präsident landet Karnevalshit

Martelly greift Journalistin und Opposition an

Mit einem Lied voller sexueller Anspielungen, hat Haitis scheidender Präsident Michel Martelly einen Hit gelandet. Schon der doppeldeutige Titel seines Karnevalssongs, "Ba'l Bannans nan" (Gebt ihr die Banane), spielt auf den Wahlslogan "Neg bannan nan" (Der Mann mit der Banane) seines Wunschnachfolgers Jovenel Moïse an. In dem sechsminütigen Lied greift Ex-Sänger Martelly die bekannte haitianische Journalistin Liliane Pierre-Paul persönlich an. Auch die Opposition bekommt ihr Fett ab. Martelly, dessen Künstlername "Sweet Micky" lautet, scheidet am Sonntag inmitten eines Streits um seinen Nachfolger aus dem Amt. Am selben Tag beginnt der Karneval in der Hauptstadt Port-au-Prince. Die für Ende Januar geplante zweite Runde der Präsidentschaftswahl war verschoben worden. Die Opposition wirft Martelly und seiner Regierung vor, die Wahl zugunsten Moïses zu manipulieren. Der Oppositionskandidat zog sich deshalb aus der Stichwahl zurück. Martellys Nachfolge ist damit offen, das Land steuert erneut auf eine Staatskrise zu.

Landeskirche überprüft Kunstwerke von Erich Klahn

Es geht um seine Rolle im Nationalsozialismus

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers stellt die Werke des umstrittenen norddeutschen Künstlers Erich Klahn (1901-1978) auf den Prüfstand. Dabei geht es besonders um Klahns Kunstwerke aus der NS-Zeit und um seine Rolle im Nationalsozialismus. Die Kirche wolle herausfinden, wie sie künftig mit den Werken umgehen solle. Klahn schuf zwischen 1928 und 1959 unter anderem sieben Flügelaltäre, von denen fünf noch in Gebrauch sind. Kirchen gehörten zu seinen wichtigsten Auftraggebern. Unter anderem stattete er die Taufkapelle in der Celler Stadtkirche und das Kloster Amelungsborn bei Holzminden aus. Hinzu kommen Fenster, Bilder und Kunstteppiche für weitere Kirchen in Norddeutschland. Einer seiner Wandteppiche hing bis vor kurzem im niedersächsischen Landtag, der zurzeit umgebaut wird.

Tanztheater Pina Bausch will sich neu erfinden

Neue Intendantin Adolphe Binder

Sechseinhalb Jahre nach dem Tod der Gründerin und langjährigen Leiterin will das Wuppertaler Tanztheater Pina Bausch neue Wege gehen. An Adolphe Binder, die einstimmig zur neuen Intendantin des Wuppertaler Tanztheaters gewählt wurde, richten sich hohe Erwartungen. Zunächst beratend, ab 2017 dann als leitende Intendantin solle sie das international besetzte Ensemble "auf hohem Niveau" weiterentwickeln, sagte die nordrhein-westfälische Kulturministerin Christina Kampmann bei der Vorstellung Binders in Wuppertal. Die 46-jährige Kulturmanagerin wurde bis zum 31. Juli 2022 verpflichtet. Die in Rumänien geborene und in Deutschland aufgewachsene Binder sei "eine exzellent vernetzte Kommunikatorin", erklärte die Ministerin. Die nähere Zukunft des Ensembles ist finanziell gesichert. Der Bund fördert das Tanztheater Pina Bausch und das noch zu gründende Internationale Tanzzentrum mit 29,2 Millionen Euro.

Sqeezer-Sänger in Berlin getötet

Der 47-jährige Jim Reeves wurde in einem Hostel tot aufgefunden

Im Fall des 47-jährigen Mannes, der in einem Hostel in Berlin-Charlottenburg getötet wurde, soll es sich um den Sänger und früheren Moderator Jim Reeves handeln. Das meldete Spiegel-Online. Reeves wurde 1968 in Köln geboren und brachte alleine und mit Bands einige Platten raus. In den 90er Jahren hatte er mit "Blue Jeans" oder "Without you" kommerzielle Erfolge, vor allem in Osteuropa waren die Eurodance -Songs erfolgreich. Der große Durchbruch gelang ihm aber nicht. Jim Reeves war am Montagmorgen in dem Hostel am Stuttgarter Platz gefunden worden. Nach dem Obduktionsergebnis wurde er Opfer "stumpfer Gewalt", also vermutlich erschlagen. Einzelheiten wurden wegen der laufenden Ermittlungen der Mordkommission nicht genannt.

Historiker Fritz Stern wird 90

Stern: Wir stehen vor einem neuen Zeitalter von Angst

Der deutsch-amerikanische Historiker Fritz Stern sieht die Gesellschaft "vor einem neuen Zeitalter von Angst" und neuer autoritärer Systeme. Vor allem Polen und Ungarn seien "Beispiele, die einem Sorgen machen - große Sorgen", sagte Stern an seinem 90. Geburtstag im Deutschlandradio Kultur. Wie schnell Polen von der Demokratie zu einer autoritären Regierung gekommen sei, sei "furchtbar". Angesichts von Armut, Kriminalität und Terror in der Welt könne man verstehen, dass Angst um sich greife, so der Historiker, damit habe auch der derzeitige Rechtsruck zu tun. Hinzu komme ein ebenfalls sehr gefährliches, zum Teil massiv anti-elitäres Denken, das sich gegen die Institutionen richte. Fritz Stern, geboren am 2. Februar 1926, musste mit seiner jüdischen Familie 1938 aus Nazi-Deutschland fliehen. Er lehrte als Professor der Columbia-Universität in New York und gehört zu den international profiliertesten Historikern. Stern beschäftigte sich immer wieder mit der deutschen Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert.

Keine Adele-Songs bei Trumps Wahlkampf

Auch R.E.M. und Neil Young hatten gegen die Verwendung ihrer Musik protestiert

Die britische Sängerin Adele will ihre Songs nicht mehr bei US-Wahlkampfveranstaltungen hören, auch nicht bei ihrem Fan Donald Trump. "Adele hat keine Erlaubnis erteilt, dass ihre Musik bei irgendeiner politischen Versammlung gespielt wird", sagte ein Sprecher der 27-Jährigen am Montag. Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber wurde zwar nicht namentlich genannt. Doch der Milliardär, der im November ein Adele-Konzert in New York besuchte, hatte ihr Lied "Rolling in the Deep" wiederholt bei seinen Auftritten spielen lassen. Die Sängerin unterstützt in ihrer Heimat die Labour-Partei. Trump hatte bei seiner Liederauswahl im Wahlkampf bislang kein glückliches Händchen: Vor Adele hatten bereits der kanadische Musiker Neil Young und die US-Band R.E.M. dagegen protestiert, dass der Immobilientycoon ihre Lieder nutzt.

Aldi-Familie klagt erneut gegen Achenbach

Aldi-Familie fordert eine Million von dem inhaftierten Kunstberater

In einem weiteren Prozess ist der inhaftierte Kunstberater Helge Achenbach erneut mit einer hohen Schadensersatzforderung konfrontiert. Heute wird am Landgericht Düsseldorf eine neue Klage der Familie des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht gegen Achenbach sowie dessen Ehefrau verhandelt. Die Albrecht-Familie fordert nach Gerichtsangaben 980 000 Euro aus dem Verkauf von vier Bronzeskulpturen des spanischen Künstlers Juan Muñoz zurück. Nach Ansicht der Kläger handelt es sich um nicht autorisierte Nachgüsse und damit Fälschungen, weil das Zertifikat des Künstlers fehle. Die Originale befänden sich vielmehr im Eigentum einer Bank. Nach Darstellung des Ehepaars Achenbach handelt es sich dagegen um Originale, die zu einer vom Künstler autorisierten "zweiten (Teil-)Serie" gehörten. Eine Entscheidung des Richters wird am Dienstag noch nicht erwartet.

"Mad Max"-Regisseur wird Jury Präsident in Cannes

Mit George Miller steht erstmals ein Australier an der Spitze des Festivals

Der australische Regisseur George Miller wird die Jury beim diesjährigen Filmfestival von Cannes leiten. Das gaben die Organisatoren des am 11. Mai beginnenden Festivals bekannt. Der 70-Jährige, der auch als Drehbuchautor und Produzent arbeitet, ist der erste Australier, der die Jury der renommierten Filmfestspiele im südfranzösischen Cannes leitet. Miller zeigte sich zutiefst erfreut über seine Ernennung: "Was für eine große Freude! Das möchte ich um nichts in der Welt verpassen", erklärte er. Neben der Actionfilreihe "Mad Max" war Miller noch für so unterschiedliche Werke wie beispielsweise "Die Hexen von Eastwick" oder den Animationsstreifen "Happy Feet" verantwortlich, für den er einen Oscar bekam. Als Jury-Präsident folgt Miller den Brüdern Joel und Ethan Coen, in den Jahren zuvor hatten unter anderem Steven Spielberg, Robert de Niro, Tim Burton, Isabelle Huppert und Sean Penn die Jury geleitet.

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