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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 28.12.2011

"Samson und Delilah"

Traurig-schönes Langfilm-Debüt von Warwick Thornton

Von Anke Leweke

"Samson und Delilah" leben in einem abgeschiedenen Reservat für Aborigines. (J. Sistermanns)
"Samson und Delilah" leben in einem abgeschiedenen Reservat für Aborigines. (J. Sistermanns)

Das biblische Paar "Samson und Delilah" lebt im gleichnamigen Film des australischen Regisseurs Warwick Thornton in der Welt der Aborigines: Zwei junge Menschen, die trotz aller Tristesse Helden ihres Alltags werden und zu einer wahren Gemeinschaft zusammenwachsen.

Samson und Delilah leben in einem abgeschiedenen und heruntergekommenen Reservat für Aborigines. Hier funktioniert nichts. Auch gibt es kaum etwas zu tun. Man schlägt die Zeit tot. Samson snifft Benzin, Delilah pflegt ihre kranke Großmutter und malt nach traditioneller Art farbenfrohe Bilder.

Weil sie sich Ärger mit ihren Freunden und Verwandten einhandeln, verlassen die beiden Hals über Kopf das Reservat. Sie finden sich in einer fremden und unwirtlichen Umgebung wieder. In der mittelgroßen Stadt Alice Springs wird ihnen ihr Außenseiterdasein umso bewusster, erleben sie den Alltag einer diskriminierenden Gesellschaft.

Trotz seines traurigen Themas bekommt man es hier mit einem schönen Film zu tun, weil er aus Samson und Delilah keine Opfer macht, sondern sie zu Helden ihres Alltags werden lässt. Weil man dabei zusehen kann, wie zwei junge Menschen ihre eigenen Überlebensstrategien entwickeln. Weil der Film bei aller Tristesse die absurden Seiten des Lebens nicht übersieht. Und weil aus einer aus der Not geschmiedeten Allianz eine wahre Gemeinschaft wird.

Australien 2009, Originaltitel: Samson and Delilah, Regie: Warwick Thornton, Darsteller: Rowan McNamara, Marissa Gibson, Mitjili Gibson, Scott Thornton, Matthew "MG" Gibson, Peter Bartlett, 101 Minuten

Filmhomepage

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Paar ohne Herberge
Neuer sozialer Realismus

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Filmhomepage "Samson und Delilah"

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