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Montag, 30. Mai 2016MESZ16:30 Uhr

Kulturnachrichten

Freitag, 8. Januar 2016

Sammlerfamilie schenkt Museum Foto-Kunstwerke

Museum Ludwig: "Deutliche Bereicherung des Museumsbestands"

Das Kölner Museum Ludwig erhält eine großzügige Schenkung von über 200 Werken amerikanischer und deutscher Fotokünstler. Eine Kölner Sammlerfamilie habe reiche und vielseitige Bestände international bekannter Künstler zusammengetragen, erklärte das Museum. Die umfangreichen Werkserien zeigten die breite Facette der Kunstschaffenden und seien eine deutliche Bereicherung des Museumsbestands. Die Schenkung soll in den kommenden Jahren in einer Einzelausstellung gezeigt werden. Aufgebaut wurde die Sammlung seit den 80er Jahren. Ihr Schwerpunkt liegt den Angaben zufolge auf neusachlicher, konzeptueller und dokumentarischer Fotografie. Die Sammlung enthält u.a Werke von Diane Arbus, Walker Evans, Lee Friedlander, Florence Henri und David Hockney.

Neuer regierungsnaher TV-Chef in Polen

Jacek Kurski verspricht, die Unabhängigkeit von TVP zu wahren

Der nationalkonservative Politiker und Journalist Jacek Kurski ist neuer Chef des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders TVP in Polen. Schatzminister Dawid Jackiewicz nutzte das heute in Kraft getretene neue Mediengesetz, um den PiS-Politiker in das Amt zu heben. Auch andere Führungsposten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen wurden neu besetzt. Kurski kündigte in einer ersten Stellungnahme den Schutz der "Freiheit und Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens von der Welt der Politik" an, zog Vergleiche mit der britischen BBC, für die auch Kurski einmal tätig war. Gleichzeitig sagte er, unter seiner Führung solle TVP alles tun, um eine nationale Gemeinschaft aufzubauen und ein Medium zu sein, "dass die Polen zu großen Zielen vereinen kann."

Mehr Misshandlungsfälle bei Domspatzen

Anwalt: Bislang 231 konkrete Fälle von körperlicher Gewalt

Die Zahl der Misshandlungsfälle bei den Regensburger Domspatzen ist deutlich höher als bislang bekannt. Von 1945 bis Anfang der 1990er Jahre seien mindestens 231 Kinder körperlicher Gewalt und weiterem sexuellem Missbrauch ausgesetzt gewesen, erklärte der mit der Untersuchung betraute Rechtsanwalt Ulrich Weber in Regensburg. Er sprach von einem "Klima der Angst". Die Bandbreite der sexuellen Übergriffe reichte nach Aussage der Opfer von Streicheln bis hin zur Vergewaltigung, wie Weber in seinem Zwischenbericht feststellte. Die Misshandlungsfälle beziehen sich unter anderem auf Prügelattacken bis zum "blutig Schlagen", dem Schlagen mit Stock oder anderen Gegenständen wie Siegelring oder Schlüsselbund bis hin zum Flüssigkeits- und Nahrungsentzug. Erste Berichte über körperliche Züchtigungen und sexuellen Missbrauch in dem weltberühmten Knabenchor waren im Jahr 2010 mit dem deutschlandweiten Bekanntwerden des Missbrauchskandals der katholischen Kirche öffentlich geworden. Im Februar vergangenen Jahres hatte das Bistum eine Zahl von 72 ehemaligen Domspatzen genannt, die Opfer von Gewalt wurden und mit 2500 Euro entschädigt werden sollten. Während seiner monatelangen Untersuchung, bei der Weber rund 140 Gespräche auch mit Opfern führte, kam der Anwalt nun zu einer deutlich höheren Zahl von Missbrauchs- und Misshandlungsfällen.

Martin Walser ist für Sterbehilfe

Schriftsteller wünscht sich ein sanftes Suizidmittel

Der Schriftsteller Martin Walser (88) spricht sich für Sterbehilfe aus. "Es ist unwürdig, das Sterben der Naturgemeinheit zu überlassen, wenn Medizin und Technik es doch menschenmöglich machen könnten", sagte er den Zeitungen vom RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "In 100 Jahren werden die Menschen auf unsere Zeit zurückblicken wie wir auf das Mittelalter, weil man damals noch aus natürlicher Bedingung gestorben ist." Walser meint, man solle selbst "die bestmögliche Art zu sterben wählen". "Hemingways Gewehr, das liegt mir nicht. In meinem Text "Ums Altsein" wünsche ich mir eine Gleitdroge, die die Arbeit in einem Zwölfstundenschlaf für mich erledigt. Das halte ich für menschenwürdig." Auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe, antwortete der Schriftsteller: "Ja, natürlich". In seinem jüngsten Roman "Ein sterbender Mann" schreibt der Schriftsteller über einen Mann mit Suizidgedanken.

Zentralratspräsident für kritische "Mein Kampf"-Edition

In Russland überwiegt dagegen Besorgnis

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, begrüßt die Veröffentlichung der kommentierten Ausgabe von Adolf Hitlers Hetzschrift "Mein Kampf". "Ich kann mir gut vorstellen, dass diese kritisch kommentierte Auflage einer Aufklärung dient, und dass sie einen gewissen Mythos, der um dieses Buch herrscht, aufzuklären vermag", sagte Schuster. Sie könne zeigen, mit welchen völlig falschen und skurrilen Theorien und Thesen Hitler gearbeitet habe. Die kommentierte Ausgabe, die heute in München vorgestellt wurde, sollte deshalb seiner Ansicht nach auch in den Schulen Thema sein. Der Jüdische Weltkongress hat das Erscheinen dagegen kritisiert. Die Veröffentlichung sei "überflüssig", sagte der Präsident Ronald S. Lauder in New York. Auch Russische Politiker und Menschenrechtler haben sich kritisch über die Neuauflage geäußert. "Anstelle der Deutschen hätte ich darüber noch einmal nachgedacht", sagte Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow. Er verspüre "weder Wunsch noch Notwendigkeit" nach einer Neuausgabe.

Britische Filmpreise: "Bridge of Spies" gegen "Carol"

Beide Filme wurden für neun Preise nominiert

Steven Spielbergs Politthriller "Bridge of Spies - Der Unterhändler" und die Romanze "Carol" von Todd Haynes über die Liebe zwischen zwei Frauen sind die großen Favoriten bei den British Academy Film Awards. Beide wurden neunmal nominiert, darunter in der Königskategorie Bester Film, wie die Filmakademie bekanntgab. Der Historienfilm "The Revenant - Der Rückkehrer" des mexikanischen Regisseurs Alejandro G. Iñárritu kam auf acht Nominierungen. Die Gewinner der als Baftas bekannten britischen Filmpreise werden am 14. Februar in London im Royal Opera House verkündet, zwei Wochen vor den Oscars. Die Baftas werden als Indikator für einen möglichen Erfolg bei den Oscars angesehen. Die Preisverleihung gilt als glamouröseste Veranstaltung der britischen Filmindustrie. Wer einen Bafta erhält, entscheiden die 6500 Mitglieder der Britischen Filmakademie.

Akademie nach Blumenthal benannt

Ehrung zum 90. Geburtstag von W. Michael Blumenthal

Das Jüdische Museum in Berlin hat seinen Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal zum 90. Geburtstag geehrt. Künftig soll die Akademie des Museums seinen Namen tragen. Blumenthals gesellschaftspolitisches Engagement und seine politische Vision hätten maßgeblich zur Gründung der Akademie beigetragen, teilte das Museum mit. Zu der Akademie gehören unter anderem ein Archiv und eine Bibliothek. Außerdem organisiert sie regelmäßig Veranstaltungen. Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg geboren und wuchs in Berlin auf. In Shanghai überlebte er mit seiner Familie den 2. Weltkrieg. In den USA promovierte er an der Princeton Universität und lehrte dort als Wirtschaftsprofessor. Später wechselte er in der Politik. Von 1997 bis Herbst 2014 war er Direktor des Jüdischen Museums in Berlin.

Dokumentarfilm über Popstar Michael Jackson

Regisseur Spike Lee interviewte Familie und Freunde

Der US-Regisseur Spike Lee bringt einen Dokumentarfilm über den 2009 gestorbenen Popstar Michael Jackson heraus. Wie die Organisatoren mitteilten, wird er am 26. Februar zusammen mit einer Neuausgabe von Jacksons erstem Solo-Erfolgsalbum "Off the Wall" auf den Markt kommen. Für den Film "Michael Jacksons Reise von Motown zu 'Off the Wall'" interviewte Lee die Eltern von Michael Jackson, den Bruder Marlon, den Produzenten Pharrell Williams und den Basketballer Kobe Bryant. Spike Lee geht in seinen Filmen wichtigen Aspekten des afroamerikanischen Lebens nach. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählen "When the Levees Broke" über den Hurrikan "Katrina" und der Film über den Boxer "Mike Tyson".

Kubanischer Trompeter Armenteros gestorben

Musiker war mit Nat King Cole aufgetreten

Der kubanische Trompeter Alfredo "Chocolate" Armenteros ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben. Am Donnerstag sei er im US-Bundesstaat New York beigesetzt worden, sagte seine Sprecherin. Armenteros hatte unter anderem mit der Klavier-Legende Nat King Cole zusammengespielt und war auch auf dem Album "Cole Español" aus dem Jahre 1958 vertreten. Seinen Spitznamen erhielt er, nachdem ihn jemand mit dem kubanischen Boxer Kid Chocolate verwechselt hatte. Einige bezeichneten ihn auch als den kubanischen Louis Armstrong.

Emma Watson gründet feministischen Buchclub

"Harry Potter"-Star will pro Monat ein Buch diskutieren

Die britische Schauspielerin Emma Watson hat einen virtuellen feministischen Bücherclub ins Leben gerufen. "Our Shared Shelf" sei in Betrieb, twitterte die 25-Jährige in der vergangenen Nacht. Den Namen, der übersetzt "Unser gemeinsames Bücherbrett" heißt, hat sie sich von ihren Twitter-Followern vorschlagen lassen. Jeden Monat wolle sie ein Buch diskutieren. Binnen weniger Stunden schlossen sich Watson mehr als 23 000 Mitglieder an. Das erste Buch auf der Liste ist "My Life On The Road" von Gloria Steinem, die sich auf Twitter gleich ein Treffen des Lesezirkels im echten Leben wünschte.

Attrappe aus "Der Weiße Hai" kommt ins Museum

Modell kommt ins künftige Museum der "Oscar"-Akademie

Eine riesige Hai-Attrappe aus Steven Spielbergs Film "Der Weiße Hai" kommt ins Museum. Wie die Oscar-verleihende Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekanntgab, soll das knapp acht Meter lange Fiberglas-Modell in dem zukünftigen Museum der Filmakademie in Los Angeles ausgestellt werden. Das Modell mit einem 1,5 Meter breitem Rachen ist das einzig übriggebliebene von ehemals vier Attrappen, die für die Dreharbeiten angefertigt wurden. 1990 landete das Modell auf einem Schrottplatz bei Los Angeles. Der Besitzer des Unternehmens will das Filmrequisit der Akademie schenken. Das vom italienischen Stararchitekten Renzo Piano entworfene Filmmuseum soll Ende 2017 öffnen. Das Projekt wird mit Spendengeldern in Höhe von 300 Millionen Dollar (280 Mio Euro) finanziert.

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