Seit 05:07 Uhr Studio 9
 
Mittwoch, 25. Mai 2016MESZ05:22 Uhr

Kompressor | Beitrag vom 23.02.2016

Sammelband "Un-Wohl-Gefühle" Eine Kulturanalyse gegenwärtiger Befindlichkeiten

Von Catherine Newmark

Beitrag hören
Wie mit Pinselstrichen gemalt: Menschen laufen durch den Lichthof eines Bürogebäudes in Frankfurt am Main. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Die zunehmende Selbstoptimierung setzt die Menschen unter hohen Druck - mit gesundheitlichen Folgen. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Ob Burnout, Angstzustände oder Depression - die Menschen leiden keineswegs weniger als früher. In "Un-Wohl-Gefühle. Eine Kulturanalyse gegenwärtiger Befindlichkeiten" gehen Soziologen, Psychologen und Kulturtheoretiker zeitgenössischem Unbehagen nach.

Dass unsere Kultur und Zivilisation uns nicht nur Komfort und Sicherheit beschert, sondern auch Quelle aller möglichen psychischen Leiden ist, hat schon Sigmund Freud in seiner einflussreichen Schrift "Das Unbehagen in der Kultur" klar analysiert. Dass das auch für die heutige Zeit gilt, lässt sich im Sammelband "Un-Wohl-Gefühle" nachlesen.

Soziologen, Psychologen und Kulturtheoretiker schauen darin kritisch auf gegenwärtige Unbehagen in der Kultur: dem Wellness-Wahn steht der Burnout gegenüber, die Generation der flotten Selbstoptimierer leidet auch in erheblichem Maße an Angstzuständen und der sexuellen Freiheit folgt auf dem Fuß die verallgemeinerte Depression. Warum das so ist, und was das über unsere Zeit und Kultur aussagt, kann man in einigen anregenden Aufsätzen nachlesen, die der Band – neben einigem allzu jargonlastigem – bietet.

Elisabeth Mixa, Sarah Miriam Pritz, Markus Tumeltshammer, Monica Greco (Hg.): Un-Wohl-Gefühle. Eine Kulturanalyse gegenwärtiger Befindlichkeiten
transcript Verlag, Bielefeld 2016
282 Seiten, 29,99 Euro

Mehr zum Thema

Politik ohne Zukunftsvisionen - Fehlende Utopien machen uns depressiv
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 27.01.2016)

Initiative der katholischen Kirche - Jahr des Aufatmens im Bistum Osnabrück
(Deutschlandradio Kultur, Religionen, 27.12.2015)

Zeitforscher Geißler - "Zeit ist eine Vorstellung, keine Realität"
(Deutschlandfunk, Interview, 16.08.2015)

Arbeitswelt - "Wertschöpfung entsteht durch Wertschätzung"
(Deutschlandradio Kultur, Tacheles, 08.08.2015)

Politik ohne Zukunftsvisionen - Fehlende Utopien machen uns depressiv
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 27.01.2016)

Fazit

Bob Dylan wird 75Müde Diva mit hellwachen Texten
Bob Dylan bei einem Auftritt am 22.7.2012 während des Vieilles Carrues Festivals im französischen Carhaix (picture alliance / dpa / O. Lejeune)

Unnahbar, seltsam und empfindlich: Als erster radikaler Protestsänger eroberte er mit einem Antikriegslied die Hitparaden. Seit Jahrzehnten enttäuscht Bob Dylan regelmäßig seine Fans und bringt die Welt zum Grübeln. Daran wird auch sein 75. Geburtstag nichts ändern.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

fghjghj