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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.12.2011

"Russische Musik im Exil"

Festival in Saarbrücken

Saarbrücken (DRadio)
Saarbrücken (DRadio)

Fast gehört es schon zum guten Ton - russische Künstler und Intellektuelle suchen ihr Glück fern der Heimat - im "Westen", in Europa oder Nordamerika. Das hat im Land der gelenkten Demokratie und schlimmerer Zustände seit mehr als hundert Jahren Tradition.

Russischen Musikern fiel die Emigration immer ein wenig leichter als anderen Künstlern und Intellektuellen, weil ihre Sprache überall - wenn nicht verstanden - so doch wenigstens geschätzt wurde. Von den Exilanten der Zaren- und Stalinzeit (die Anhänger des gestürzten Zaren wurden als weiße Emigranten bezeichnet) bis zu dem unverminderten Exodus heutiger Tage, der vor allem aus wirtschaftlichen Gründen stattfindet und deshalb "Wurstemigration" genannt wird.

Von Rachmaninov und Strawinsky bis zu Alfred Schnittke und Sofia Gubajdulina reicht das Spektrum. Eine Konzertreihe und ein Kongress beleuchteten im November im Saarland die Hintergründe und Inhalte der russischen Musik-Emigration. Dabei lag der Schwerpunkt auf dem Schaffen nicht so bekannter Musiker - allen voran Nikolaj Medtner, dessen Todestag in diesem Monat zum 60. Mal jährt. Aber auch ein anderer Reisender zwischen den Welten, der in die Schweiz ausgewanderte Paul Juon war vertreten.

Namhafte Musikerinnen und Musiker aus Moskau, Saarbrücken und anderswo bestritten die Kammerkonzerte. Der legendäre Dirigent Gennadij Rozhdestwenskij leitete zum Auftrakt die Deutsche Radiophilharmonie. Andere Mitwirkende wie die Pianistin Ekaterina Derzhavina oder ihr Kollege Boris Berezovsky sind fast genauso bekannt.

Sowohl musikalisch wie wissenschaftlich wollen die Veranstalter von der Musikhochschule und der Universität des Saarlands illustrieren, wie dicht nebeneinander konservative und avantgardistische Strömungen in der russischen Emigrantenszene vorhanden waren und wie sich manchmal solche Ansichten innerhalb der einzelnen Zirkel oder sogar der individuellen Biografien zu widersprechen schienen.
www.saarland.de/frm2011/festival



Festival "Russische Musik im Exil"
Congresshalle und Musikhochschule Saarbrücken
Aufnahmen vom 6., 13. und 17.11.11

Sergej Prokofjew
Ouvertüre über hebräische Themen op. 34b
Märchen der alten Großmutter op. 31, bearbeitet für Klaviertrio

Paul Juon
Märchen op. 8 für Violoncello und Klavier

Nikolaj Medtner
Fünf Märchen für Klavier

ca. 21:04 Uhr Konzertpause mit Nachrichten
"Die Kultur der russischen Emigranten - konservativ oder evolutionär?"
Der Musikwissenschaftler Christoph Flamm und Teilnehmer der Festivaltagung
im Gespräch mit Volker Michael

Nikolaj Medtner
Russian Round Dance op. 58 Nr. 1 für 2 Klaviere

Nikolaj Medtner/Sergej Rachmaninow
Lieder für Sopran und Klavier

Edison Denissow
Fünf Lieder für Sopran und Klavier

Sofia Gubajdulina
Chaconne für Klavier


Jana Ivanilova, Sopran
Laurent Albrecht Breuninger, Violoncello
Alexander Rudin, Violoncello
Boris Berezovsky, Klavier
Ekaterina Derzhavina, Klavier
Thomas Duis, Klavier
Hamish Milne, Klavier
Deutsche Radiophilharmonie
Leitung: Gennadij Rozhdestwenskij

Konzert

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