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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 12.05.2009

Russen auf dem platten Land

In Cloppenburg hat sich eine Parallelgesellschaft von Spätaussiedlern gebildet

Von Renée Willenbring

Von Sibirien ins niedersächsische Cloppenburg
Von Sibirien ins niedersächsische Cloppenburg (AP Archiv)

Im niedersächsischen Cloppenburg kommt mittlerweile jeder fünfte Einwohner aus einer Spätaussiedlerfamilie. In einem Dorf der Umgebung ist es sogar jeder zweite. Ob Arzt, Friseur, Autowerkstatt, Bauunternehmen oder Kaufhaus: Fast alles, was man zum Leben braucht, wird hier auch von Russen angeboten.

Wer sich im Kaufhaus Omitsch im niedersächsischen Cloppenburg umschaut, könnte meinen, er wäre in Moskau. Neben Glückwunschkarten mit kyrillischen Segenssprüchen finden sich in den Verkaufsregalen typisch russische Lebensmittel wie Borschtsch, geräucherte Schweinezungen, Birkensaft oder Wodka. In der Frischwarenabteilung gibt es körbeweise Rote Beete, Weißkohl, Meerrettich und Granatäpfel. Jetzt am Vormittag ist reger Betrieb, Frauen mit Kopftüchern und langen Röcken kaufen hier ein wie auch modebewusste junge Damen wie Anastasia Giese. Die 32-Jährige hat einige Jahre im Omitsch gearbeitet, noch immer kennt sie sich gut im Sortiment aus.

"Und dann gibt es diese russische Spezialität, das sind Kekse, heißen Bränki, sind lecker, habe ich bei Deutschen nie gesehen. Und hier diese russische CD und Bücher kann man kaufen, habe für meinen Sohn ein Buch gekauft, wir lernen Buchstaben, wir können jetzt Russisch lesen, das ist ganz gut."

Ihr Sohn Georg ist schon in Cloppenburg geboren. Georg geht in die erste Klasse und hilft seiner Mama immer dann, wenn sie mit ihrem Deutsch Probleme hat. Damit er einen Kontakt zu Russland bekommt, hat seine Mutter ihn schon früh mit den kyrillischen Buchstaben vertraut gemacht.

Vor neun Jahren durfte Anastasia Giese aus dem sibirischen Omsk nach Deutschland ausreisen. Hier hat sie einen Spätaussiedler geheiratet, der einen kleinen Maurerbetrieb hat. Sie selbst war froh, Arbeit im russischen Supermarkt zu bekommen. Für einen anderen Job reichten ihre Deutschkenntnisse nicht aus. In Russland hatte sie drei Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet. Aber an eine Tätigkeit im Schuldienst war in Deutschland nicht zu denken.

"Wenn einer kann gut Deutsch reden, er redet gern, wenn jemand schlecht Deutsch redet, er hat immer Angst und ich zum Beispiel kann so schlecht reden, dann sprech ich immer Russisch, ich kann nicht Deutsch reden, deswegen."

Im Supermarkt wird untereinander ganz selbstverständlich Russisch gesprochen. Das Russische ist manchen älteren Spätaussiedlern noch immer vertrauter als das Deutsche. Im Geschäft gibt es auch ein Reisebüro. Das kümmert sich auch um die Verlängerung der Reisepässe.

Vor dem Kaufhaus treffen wir eine 28-jährige Spätaussiedlerin, die uns ihren Namen lieber nicht sagen will. Sie ist mit 14 aus Omsk nach Cloppenburg gekommen, heute arbeitet sie als Grundschullehrerin. Von ihrem Auftreten und ihrer Sprache her könnte man sie auch für eine einheimische Südoldenburgerin halten. Doch obwohl sie schon 14 Jahre in Deutschland lebt, fühlt sie sich noch immer wie zwischen den Welten.
In Russland waren wir Deutsche die Faschisten, erzählt sie traurig, in Deutschland sind wir immer noch die Russen.

"Am Anfang wird man hier oft über den Tisch gezogen, weil man noch wenig Ahnung hat von den Rechten. Da wurde man natürlich schon ziemlich oft enttäuscht, das prägt schon. Ist ganz schade, wenn man so aufgenommen wird, aber man hat gelernt sich durchzusetzen, egal was kommt."

"Heimatverein der Deutschen aus Russland, Kurz … Sie wollten einen Antrag ausfüllen? Ja, Sie dürfen wohl kommen, das ist Kindergeldzuschlag, da brauch ich etwas mehr Zeit, da können Sie morgen um 8.30 Uhr kommen … Tschüss bis morgen."

In Molbergen, einem Dorf acht Kilometer von Cloppenburg entfernt, haben die Aussiedler den "Heimatverein der Deutschen aus Russland" gegründet. Während in der 32.000 Einwohner-Stadt Cloppenburg jeder fünfte Einwohner Russlanddeutscher ist, kommt in Molbergen fast jeder zweite aus einer Spätaussiedler-Familie. Nadja Kurz ist die Geschäftsführerin des Vereins. Schon vor der Wende ist sie 1988 mit ihren Eltern und ihren 13 Geschwistern aus Kasachstan nach Molbergen gekommen. Damals gehörte sie zu den ersten Aussiedlern im Landkreis. Sie hat gleich einen Sprachkurs gemacht und dann den anderen Ankömmlingen Starthilfe zum Beispiel bei Behördengängen gegeben. Aus dem ehrenamtlichen Engagement ist 1994 ein Verein geworden, der mittlerweile von der Gemeinde Molbergen unterstützt wird, vom Landkreis Cloppenburg und auch vom Land Niedersachsen.

"Einzugsbereich ist nicht nur der Landkreis Cloppenburg, Landkreis Emsland, Vechta, Oldenburg, aus allen Ecken kommen Leute zu uns. Anrufe kommen aus ganz Deutschland, ja wir haben gehört, ihr habt einen Verein, können Sie mir sagen, wie mache ich das oder das."

Jede Aussiedler-Familie zahlt fünf Euro Mitgliedsbeitrag im Monat. Dann können sie das gesamte Beratungsangebot nutzen. Hilfe brauchen die Betroffenen bei den meisten alltäglichen Angelegenheiten: Beim Schriftverkehr mit den Behörden, wie dem Kindergeldzuschlag, bei der Baufinanzierung, bei Übersetzungen, der Anerkennung von Arbeitsjahren aus Russland für die Rentenversicherung oder bei Zuschüssen vom Arbeitsamt.

Heute ist Emma Korth in die Beratungsstelle gekommen, weil sie Hilfe bei ihrer Jobbewerbung braucht. Die 41-jährige Mutter von sechs Kindern ist auch schon 1988 nach Molbergen gekommen. Obwohl ihre Kinder hier geboren sind, fühlen sie sich noch nicht richtig integriert.

"Manchmal sagen sie, Mama, wir sind alle hier geboren, wir sind Russen in der Schule, warum ist das so, wir sind hier geboren, warum sagen sie zu uns Russen, wir können gar kein Russisch nicht sprechen und die sagen zu uns Russen, wir bleiben einfach Russen, sagen sie. Irgendwie das ist unangenehm, ein bisschen."

Der Landkreis Cloppenburg ist einer der beliebtesten Anlaufpunkte für Russlanddeutsche bundesweit. Schon in den 70er-Jahren hatte ein katholischer Pfarrer in Molbergen die Friedland-Siedlung gegründet, die wie ein Magnet für weitere Aussiedler wirkte. Nach der Grenzöffnung kamen in einigen Monaten bis zu 500 Menschen. Weil die Landkreise Vechta und Cloppenburg die Zentren der deutschen Massentierhaltung sind, gibt es in den fleischverarbeitenden Betrieben nach wie vor einen großen Arbeitskräftebedarf. Selbst aus Sachsen und Brandenburg werden immer noch Aussiedler in die Region mit den niedrigen Arbeitslosenzahlen geholt. Sie sind willkommen, weil sie sich – im Gegensatz zu den Einheimischen - für die schmutzige Arbeit in den Schlachthöfen nicht zu schade sind und hart anpacken können.

Mit außergewöhnlichem Fleiß schafften sie sich ihre neue Existenz. Viele haben sich sogar ein schmuckes Einfamilienhaus gebaut. Dafür legte die Großfamilie zusammen oder half mit Eigenarbeit. In Cloppenburg entstanden ganze Siedlungen, die ausschließlich von Russlanddeutschen bewohnt werden. Im Volksmund heißen sie "Gorbatschow-Village" oder "Jelzin-Viertel".

Mit den Jahren hat Nadja Kurz sich so weit etabliert, dass sie sogar im Molberger Gemeinderat und im Cloppenburger Stadtrat sitzt, um die Interessen der Aussiedler auch politisch zu vertreten. Allerdings hat sie schwere Zeiten durchgemacht.

"Wir wurden wirklich mit offenen Armen aufgenommen, uns wurde auch geholfen, aber das war eine Zeit, wo wir noch nichts hatten. Und sobald wir Häuser gebaut haben, kam der Neid und die haben gesagt, ja, die gehören gar nicht zu uns. Und wenn ich an den Tag denke, als ich zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt wurde, nachts kamen Anrufe, Drohungen. Wir nehmen eine Kalaschnikov, was wollen Sie hier überhaupt, weswegen trauen Sie sich so was zu? Aber das hat sich inzwischen beruhigt, alles ist jetzt in Ordnung und meine Nachbarn grüßen mich seitdem auch nicht mehr, seitdem ich im Gemeinderat bin."

Auch wenn einige deutsche Nachbarn nicht mehr grüßen, die Aussiedler haben in Cloppenburg so weit Fuß gefasst, dass sie auf sich allein gestellt zurechtkommen. Selbst die Älteren, die noch immer kein Wort Deutsch gelernt haben, können sich auf die Parallelgesellschaft verlassen.

"Es gibt ja inzwischen so viele russische Ärzte und Anwälte, es gibt alles Mögliche und wenn jemand nicht Deutsch spricht, dann geht er einfach zu den Russisch-Sprachigen. Und das kann ich den Menschen gar nicht zum Vorwurf machen, wenn ich bedenke, einige Männer, die im Schlachthof arbeiten, die gehen richtig malochen bis zu 18 Stunden und dann kommen sie abends nach Hause und dann soll ich denen noch beibringen, dass sie die Sprache lernen müssen, das kann ich gar nicht. Die lernen auch nie die Sprache, ich sag immer, das ist so eine stillschweigende Gesellschaft, die fallen überhaupt nicht auf. Die arbeiten nur unter Russen, dann kommen sie nach Hause, dann haben sie keine Möglichkeiten mit jemandem zu reden, die Kinder sind schon im Bett und dann entstehen diese Probleme, die haben wir jetzt leider Gottes, dass die Eltern mit ihren Kindern nicht mehr so richtig sprechen können und das Verständnis fehlt."

Viele Jugendliche aus den Aussiedlerfamilien treffen sich regelmäßig zum Boxtraining. Mit der großen Aussiedlerwelle Mitte der 90er-Jahre hatte es in Cloppenburg einen starken Anstieg der Kriminalität gegeben. Viele pubertierende Jugendliche kamen mit der neuen Umgebung nicht klar, Straßengewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch waren an der Tagesordnung. Mit einem Anti-Aggressions-Training versuchte das Jugendamt der Stadt gegenzusteuern. Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt. Zum Training kommen heute auch jugendliche Migranten aus Albanien oder der Türkei.

Weil die Aussiedler-Kinder ganz selbstverständlich Deutsch lernen, mit den einheimischen Kindern aufwachsen und die gleichen Schulen besuchen, klappt es mit der Integration der Jugendlichen besser. Weil die Jungen anders als ihre Väter die deutsche Sprache beherrschen, kommen sie in Cloppenburg gut zurecht. Ilia Kusiakin geht schon seit vier Jahren zum Boxen. Er ist in Russland geboren und mit zehn Jahren nach Cloppenburg gekommen. In Deutschland ist es besser als in Russland, meint der 15-Jährige.

"Ja, das Leben so von selbst ist schon besser so. Ich hab zum Beispiel Sachen, die ich in Russland niemals haben würde. Ich hab jetzt einen guten PC, den würd ich in Russland niemals kriegen. Wir hatten in Russland auch nicht so viel Geld, dass wir uns so viele Sachen leisten können, wir hatten früher auch nur einen Fernseher, jetzt haben wir mehrere, das ist schon gut."

Eine besondere Gruppierung der Aussiedler sind die Pfingstler, die "Freie Evangeliumschristengemeinde". Manche von ihnen kapseln sich stark vom öffentlichen Leben ab. Sie meiden das Vereinsleben, das auf dem Land eine wichtige Rolle im sozialen Zusammenleben spielt, und schicken ihre Kinder aus religiösen Gründen zum Beispiel nicht in den Kindergarten oder auf Klassenausflüge. Diese Religionsgemeinschaft der Russlanddeutschen erwartet von ihren Mitgliedern Verzicht auf Empfängnisverhütung und die Teilnahme an vier Gottesdiensten pro Woche. Schon kurz nach ihrer Ankunft haben die Mitglieder ihr erstes Gotteshaus gebaut. Finanzieren konnten sie ihre Kirche ausschließlich durch Spenden. Jedes Gemeindemitglied gibt "den Zehnten" an die Religionsgemeinschaft. Gerade haben die Pfingstler wieder in Eigenarbeit ihr viertes Gotteshaus gebaut, das im Industriegebiet von Cloppenburg liegt. Bischof Viktor Folz ist beim Rundgang durch den Neubau der Stolz anzumerken.

"Hier ist der Haupteingang und hier ist der Hintereingang, Flur, hier haben wir den Mutter und Kind-Raum, unsere Mütter mit den kleinen Babys, die sind hier … da hinten haben wir den Wickel und Stillraum, die Mütter kriegen alles mit und die Leute in der Kirche sind nicht gestört durch die Kinder."

Auch während des Gottesdienstes wird auf die fehlenden Deutsch-Kenntnisse der Gemeindemitglieder Rücksicht genommen. Der Bischof zeigt auf eine Dolmetscherkabine, damit die Predigt ins Russische übersetzt werden kann.

"Hier drin sitzt unser Übersetzer, wir haben Leute die kein Deutsch verstehen oder nur ganz schlecht Deutsch verstehen. Das sind Leute, die als Ehepartner mitgekommen sind von drüben, dann kriegen die Kopfhörer und dann sitzen sie in den Reihen und können die Predigt in der russischen Sprache mitkriegen."

Andere Aussiedler wie Robert Koch, die sich in Cloppenburg gut integriert haben, können die Abgrenzung der Pfingstler nicht verstehen. Für den 27-jährigen Versicherungsmakler stören die Eigenheiten der Religionsgemeinschaft das Zusammenleben erheblich.

"Diese Gruppe zu integrieren, das ist das größte Problem, weil die in ihrer Gemeinschaft und Ideologie, ja, so stur sind, dass sie sagen, nur das ist Fakt und mehr nicht und wer was anderes behauptet, mit dem rede ich einfach nicht."

Die Stadt Cloppenburg hat mittlerweile aus den Fehlern der Vergangenheit Konsequenzen gezogen. Es war falsch, Siedlungen nur für Russlanddeutsche einzurichten, sagt der Sozialarbeiter Norbert Schillmöller vom Familienservice-Büro der Stadt.

"Dann sind aber auch Maßnahmen gelaufen, dass Baugebiete nicht mehr komplett nur an Aussiedler verkauft worden sind, dass man gesagt hat, das wollen wir nicht. Wir wollen nicht diese Ghetto-Situation, wir sagen, so und so viel Prozent der Bauplätze gehen an Aussiedler, damit wir für die Zukunft dort nicht eine Parallelgesellschaft entstehen lassen. Das sind auch Sachen, die muss man erst lernen."

Weil die Aussiedler-Familien viele Kinder haben, gehört Cloppenburg zu den kinderreichsten Städten in Deutschland. Entgegen dem bundesweiten Trend können hier Kindergärten und Schulen erhalten werden. Molbergen hat sogar vor kurzem erst einen neuen Kindergarten gebaut und nennt sich mit Stolz die jüngste Gemeinde Deutschlands. Auch am Arbeitsmarkt profitiert Cloppenburg von den Spätaussiedlern. Nach außen scheint die Welt in Ordnung. Doch das Zusammenleben zwischen Einheimischen und Aussiedlern funktioniert in Cloppenburg nur deshalb, weil die Russlanddeutschen sich in einer Parallelgesellschaft eingerichtet haben. Diese Entwicklung beklagt Kirsten Bruns vom Frauennotruf in Cloppenburg schon seit Jahren.

"Da kommen wir nicht dran vorbei zu sagen, es gibt eine Parallelgesellschaft. Und es gibt auch eine gut funktionierende Parallelgesellschaft. Und da stell ich fest, dass Frauen oder Familien, die 20 Jahre hier sind, sehr gut in ihrer Parallelgesellschaft sich aufgefangen fühlen. Die gehen arbeiten und gehen zurück. Bauen sie Häuser, ist das mit ihren Leuten, gehen sie in Beratungsstellen, sind das ihre Leute, gehen sie zum Anwalt, zum Arzt oder zum Zahnarzt, sind das ihre Leute. Deswegen haben hier auch in Cloppenburg fast jeder Arzt oder Zahnarzt eine Assistentin mit Migrationshintergrund."

Die Cloppenburger Geschäftsleute haben sich auf das russische Kundenklientel eingerichtet, erzählt die gebürtige Dänin, die vor zehn Jahren den Frauennotruf in Cloppenburg aufgebaut hat. Wirkliches Interesse aneinander besteht aber nicht, betont sie. In ihren Sprechstunden hat die Sozialpädagogin viel mit Russlanddeutschen Familien zu tun. Deshalb hat sie einen guten Einblick. Cloppenburg kann sich nicht darauf ausruhen dank der Aussiedler einer der kinderreichsten Städte in Deutschland zu sein, kritisiert Kirsten Bruns. Nur die Politik könne die Parallelgesellschaft von Russland-Deutschen und Deutschland-Deutschen noch aufbrechen. Bildung und kostenlose Sprachkurse könnten dabei ein Schlüssel sein. Doch damit will sich keiner beschäftigen. Die Cloppenburger haben sich damit abgefunden, dass Russland-Deutsche und Einheimische in zwei Welten nebeneinander her leben, lautet ihr nüchternes Fazit.

"Aber ich glaube nicht, dass wir das in Cloppenburg hinbekommen werden, dass wir eine durchlässige Parallelgesellschaft bekommen, weil die Gleichgültigkeit da ist. Auch wenn man heute politisch merkt, man hätte was tun sollen, die Zeit ist vorbei, man kann es nicht mehr rückgängig machen."