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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 14.03.2016

Rückblick auf die LandtagswahlenSprüche und Parolen der Gewinner und Verlierer

Von Andre Zantow

Malu Dreyer (picture alliance / dpa /  Foto: Boris Roessler)
Alles super für Malu Dreyer (SPD), alte und mit großer Wahrscheinlichkeit auch die neue Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz (picture alliance / dpa / Foto: Boris Roessler)

Die CDU verliert überall, die SPD nennt ihren Vorsitzenden künftig "Malu Gabriel" und die Grünen sprechen demnächst nur noch Schwäbisch. Das sind einige der neuen Erkenntnisse, die uns die drei Landtagswahlen beschert haben. Eine Glosse.

"Schockstarre in allen Gesichtern."

Oh Gott, ist das jetzt der Untergang des Abendlandes? – Also das mit der AfD?

"Die AfD bei 25 Prozent."

Aber Gemach – Starten wir doch "mit den demokratischen Parteien".

Allen voran die Kretschmanns, äh, Grünen in Baden Württemberg. Der Winni soll im Ländle inzwischen so populär sein, wie Robbi Williams, aber wenn's blöd läuft, bleibt er trotzdem Single.

"Wenns blöd läuft..."

Denn wir haben eine neue Parteienkonstellation! Nach Jamaika, Ampel, Schwampel kommt jetzt ganz dem patriotischen Trend folgend: Die "Deutschlandkoalition".

CDU – Schwarz, SPD - Rot und Gold vertritt die FDP. Jürgen Möllemann wäre stolz.

Haben wir noch eine Partei vergessen? Ja, aber da ging's uns wie den Wählern.

Die Linkspartei – die wollte ganz verrückt – mit Inhalten überzeugen:

Rixinger: "Wohnungsbau..."

Günstige Wohnungen, welcher Wähler braucht das schon, wenn er die AfD wählen kann.

Petry: "Wir werden die Parteien in einen inhaltlichen Dialog zwingen."

Bei dieser forschen Ankündigung mal über Inhalte zu sprechen, brach in den Hinterzimmern der AfD plötzlich Panik aus. Alexander Gauland musste schnell zurück rudern.

Gauland: "Wir haben noch kein Bundesprogramm."

Politische Programme sind völlig überbewertet

Aber wer braucht schon politische Programme, wenn er Frauke Petry hat, die als geschickte Schleuserin das Wort Katastrophe in jeden Satz schmuggeln kann.

Petry: "Ende der Migrationskatastrophe ist nicht in Sicht."

Ein alter rhetorischer Trick. Denn wenn man Katastrophe mit einem beliebigen Wort kombiniert, wird das Resultat immer schrecklich. Beispiel: Himbeer-Katastrophe. Oh, Gott! Oder noch schlimmer Baby-Katastrophe. Hilfe! Rette sich wer kann aus diesem chaotischen Katastrophen-Deutschland.

Kretschmann: "Niedrigste Arbeitslosigkeit, wirtschaftlich top. Super in Europa!"

Also ist doch alles gut in Deutschland?

Dreyer: "Wir feiern heute."

Und wer AfD wählt, hat einfach zu wenig Auslandserfahrung, Freunde und Glück im Leben?

"Vor Glück habe ich geweint. Endlich. Die zweite Wende passiert jetzt hier."

Fragt sich, wohin sich Sachsen-Anhalt hinwendet? Wird es ein deutsches Südossetien? Abgeschottet, ohne jeglichen Kontakt zur irgendwem, aber mit Putin-Bild über dem Bett? Wer weiß, ob davor nicht wieder die Wende der Wende ansteht, die Expertin dafür sitzt ja noch im Kanzleramt.

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