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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.03.2016

Risikoforscher über die Furcht vor dem Anschlag"Wissen kann uns von der Angst befreien"

Die U-Bahn-Station Maelbeek einen Tag nach dem Terroranschlag (23.3.2016) (afp / Emmanuel Dunand)
Auch Polizeipräsenz kann das Sicherheitsgefühl erhöhen. (afp / Emmanuel Dunand)

Ständige Angst vor dem nächsten Anschlag ist genau das, was Terroristen erreichen wollen. Doch Risikoforscher Renn weiß, wie man dieses Gefühl trotz der Bilder aus Brüssel in Schach halten kann.

Die Angst, dass jeder zu jeder Zeit von einem Anschlag getroffen werden könnte, sei verständlich, betont der Risikoforscher Ortwin Renn mit Blick auf die Stimmung nach den Terroranschlägen in Brüssel. Diese Vorstellung sei aber auch genau das, was die Terroristen ausnutzten.

Gegen diese Angst könne einerseits der Blick in die Statistik helfen, so Renn, der das Nachhaltigkeits-Institut IASS in Potsdam leitet. "Es ist in Europa wahrscheinlicher, vom Blitz getroffen zu werden, als eins Opfer eines Anschlags zu werden", so der Forscher. "Wir können uns auch durch Wissen manchmal ein stückweit von der Angst befreien."

"Man kann nicht immer Angst haben"

Natürlich könne es trotzdem im Prinzip jeden irgendwo treffen. Deswegen könne man sich im Kampf gegen die Angst weitere Strategien überlegen und zum Beispiel Orte mit großen Menschenansammlungen und mit Symbolwert für die Terroristen meiden. Das könnten Orte mit wirtschaftlicher Bedeutung und Verkehrsknotenpunkte sein.

Tatsächlich wisse man aus anderen Ländern, dass sich auch bei der Angst vor dem Terror Gewöhnungseffekte einstellen können. "Man kann nicht immer Angst haben und da gewöhnt man sich dann auch an die Bedrohung", so der Soziologe. Dies setzte aber erst bei einer viel stärkeren Häufung von terroristischen Anschlägen ein, wie sie bisher in Europa vorliege.

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