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Kulturnachrichten

Montag, 19. Oktober 2015

Rheinischer Kulturpreis für BAP-Sänger Niedecken

Rockmusiker wird heute für seine Verdienste um Mund- und Lebensart ausgezeichnet

Der Kölner Komponist und Sänger der Band BAP Wolfgang Niedecken habe die Kölsche Musik etabliert und über die regionalen Grenzen hinaus bekanntgemacht, begründete die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland ihre Wahl. Die Musik, die Texte sowie der Rockmusiker selbst stünden für die rheinische Mentalität und Lebensart. Der Große Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland wird jährlich verliehen und ist mit 30 000 Euro dotiert. Anfang der Achtziger feierte die Band BAP ihre größten Erfolge. Einer ihrer bekanntesten Songs ist "Verdamp lang her".

Gerhard Richter spendet Kunst für Obdachlosenzeitung

Magazin will durch Versteigerung Haus für Flüchtlingsfamilien kaufen

Der Maler Gerhard Richter hat für das Obdachlosenmagazin "fiftyfifty" eine offizielle Edition mit sechs Motiven aufgelegt. "Das ist die großzügigste Spende, die wir je bekommen haben", sagte "fiftyfifty"-Geschäftsführer Hubert Ostendorf. Die Arbeiten werden versteigert. Neben Richter haben weitere Künstler Werke für den Benefiz-Verkauf zum 20-jährigen Bestehen des Magazins gespendet, darunter Katharina Sieverding, Imi Knoebel und Wim Wenders sowie die Fotokünstler Candida Höfer, Andreas Gursky, Thomas Struth und Thomas Ruff. Insgesamt beteiligen sich 80 Künstler mit über 100 Arbeiten. Vom Erlös will "fiftyfifty" in Düsseldorf ein Haus für obdachlose Flüchtlingsfamilien kaufen.

Studentenoscar-Preisträger verfilmt "Indianerland"

Neues Projekt von Ilker Çatak

Der in Berlin geborene Filmemacher Ilker Çatak, der vor einem Monat mit dem Studentenoscar in Los Angeles ausgezeichnet wurde, verfilmt als nächstes das mit dem Jugendliteraturpreis prämierte Buch "Es war einmal Indianerland". Das teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) am Montag in der Hauptstadt mit. Sie unterstützt die Produktion mit 214 000 Euro. Die Geschichte von Autor Nils Mohl, der auch das Drehbuch mit verfasst hat, handelt vom schwierigen Erwachsenwerden eines 17-jährigen Jungen aus einer tristen Hochhaussiedlung am Rande Hamburgs. Regisseur Ilker Çatak bekam den Studentenoscar in der Kategorie "Bester ausländischer Film" für sein Werk "Sadakat", seinen Abschlussfilm an der Hamburg Media School.

Bundeswehr-Ehrenmal bekommt "Raum für Information"

Zwei Architektenbüros konkurrieren um Ausführung

Das Bundeswehr-Ehrenmal in Berlin soll um einen "Raum der Information" ergänzt werden. Aus dem Architekturwettbewerb sind zwei Preisträger hervorgegangen, wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung mitteilte. Das Informationszentrum soll entweder vom Büro TRU Architekten und Generalplaner (Berlin) oder von Peter Bastian (Münster) gebaut werden. Beide Entwürfe hätten eine klare Konzeption, sollen aber noch überarbeitet werden. Im November ist eine Ausstellung zu den Entwürfen geplant. Ein konkreter Bautermin stehe noch nicht fest. Das Ehrenmal am Berliner Dienstsitz des Verteidigungsministeriums ist ein öffentlich zugänglicher Betonbau, in dem Kränze niedergelegt werden können. Das Ensemble auf dem Gelände des Bendlerblocks erinnert seit 2009 an die im Einsatz gefallenen deutschen Soldaten.

Deutsche Unesco-Kommission lobt kulturelle Vielfalt

Internationaler Kulturaustausch muss weltweit gestärkt werden

Die Bundesrepublik "ist Weltmeister in der Orchester- und Theaterdichte, Bibliotheks- und Museumsnutzung", heißt es in einer Erklärung zum zehnjährigen Bestehen der Unesco-Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Dieses Instrument zur Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur wurde am 20. Oktober 2005 geschaffen. Die Leistungsbilanz könne sich sehen lassen, so Katrin von Welck, Vorstandsmitglied der Deutschen Unsesco-Kommission (DUK). "Wir tragen beispielsweise durch ein beeindruckendes Portfolio künstlerischer Koproduktionen mit Entwicklungsländern zur Beseitigung des Nord-Süd-Gefälles beim internationalen Kulturaustausch bei." Dennoch brauche es weitere Anstrengungen, um die kulturelle Vielfalt weltweit zu stärken. 98 Prozent des Welthandels in Kunst und Kultur spielen sich laut DUK noch immer hauptsächlich unter Industriestaaten ab. 140 Länder und die Europäische Union haben die Unesco-Konvention bislang ratifiziert. Sie müsse auch die Grundlage für Verträge wie das umstrittene Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bilden.

Luther-Welterbe auf Schloss Friedenstein

Vier Institutionen zeigen von der UNESCO ausgewählte Schriften

Die Gothaer Forschungsbibliothek zeigt seit Montag in Schloss Friedenstein frühe Schriften von Martin Luther. Es handelt sich um Texte aus Thüringer Beständen, die von der Unesco für ihr Weltdokumentenerbe ausgewählt wurden. Die fünf Schriften stehen für die Anfänge der Reformation, in denen Luther dem neuen Glauben in eindrucksvoller Sprache Ausdruck verliehen hat, wie die Bibliothek mitteilte. Leihgeber für die gemeinsame Kabinettausstellung sind neben der Forschungsbibliothek Gotha die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena sowie die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek und das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar. Insgesamt hat die Unesco am 9. Oktober 14 Luther-Schriften in ihr Programm «Memory of the World» aufgenommen.

Versteigerung unbekannter Stefan-Zweig-Briefe

Korrespondenz mit dem Schriftsteller Alzir Hella

Ein bislang unbekannter Briefwechsel des Schriftstellers Stefan Zweig wird in Paris versteigert. Es handelt sich um die Korrespondenz mit dem österreichischen Autor, Übersetzer und Freund Alzir Hella. Der Briefwechsel umfasst 120 Seiten und soll am 17. November im Pariser Auktionshaus Artcurial unter den Hammer kommen. Der Wert wird auf 50 000 bis 60 000 Euro geschätzt. Stefan Zweig war der Sohn eines jüdischen Textilunternehmers. Er soll zahlreiche Briefe an Alzir Hella geschrieben haben, die teilweise von der Gestapo beschlagnahmt worden waren. Hella trug durch seine Übersetzungen maßgeblich zur Bekanntheit von Stefan Zweig in Frankreich bei.

276 000 Besucher auf Frankfurter Buchmesse

Die Frankfurter Buchmesse zieht nach zwei rückläufigen Jahren wieder mehr Besucher an

Nach einem Minus in den vergangenen beiden Jahren ist die Frankfurter Buchmesse am Sonntag mit einem Besucherzuwachs zu Ende gegangen. Fast 276 000 Menschen kamen zur weltgrößten Bücherschau, 2,3 Prozent mehr als 2014. Beim Ansturm des allgemeinen Lesepublikums am Wochenende verzeichneten die Organisatoren sogar einen Zuwachs von 4,7 Prozent. Die Zahl der Fachbesucher blieb dagegen in den ersten drei Tagen der Messe mit rund 140 000 etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Auf der 67. Frankfurter Buchmesse präsentierten sich mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern. Ehrengast war in diesem Jahr Indonesien. 2016 sind die Niederlande gemeinsam mit Flandern dran. Die Messe wird von einer Tochter des Dachverbands der deutschen Branche organisiert.

6000 Jahre altes Grabensystem in Libehna entdeckt

Archäologen rätseln über die Bedeutung der Grabenanlage aus der Jungsteinzeit

Bei dem im Landkreis Anhalt-Bitterfeld gefundenen Grabensystem handle es sich um drei ineinander gestaffelte Gräben, sagte Archäologin Susanne Friederich vom Landesmuseum für Vorgeschichte Halle. "Der äußere Kreis hat einen Durchmesser von etwa 200 Metern." Die Gräben wurden im Vorfeld des Erweiterungsbaus einer Bundesstraße entdeckt. Sie haben einen Abstand von jeweils sechs Metern und sind etwa einen Meter tief. Gefunden wurden Keramikscherben und menschliche Knochen aus unmittelbar benachbarten Gruben. "Die Strukturen lassen möglicherweise darauf schließen, dass es für die damaligen Menschen ein besonderer Ort war - ähnlich dem etwas jüngeren Erdwerk in Salzmünde bei Halle", sagte Friederich. "Aber ob wir es hier auch mit Toten-Riten zu tun haben, müssen die weiteren Untersuchungen ergeben." Erste Ergebnisse werden am kommenden Donnerstag an der Grabungsstätte gezeigt. Die Arbeiten vor Ort sollen noch bis zum Jahresende laufen.

Opernwettbewerb "Neue Stimmen" gestartet

Wettbewerb entscheidet über künftige Karrieren

42 junge Sänger haben sich gegen weltweit fast 1300 Mitbewerber durchgesetzt und dürfen nun in der Endrunde des internationalen Opernwettbewerbs "Neue Stimmen" in Gütersloh antreten. Zum Auftakt der alle zwei Jahre stattfindenden Nachwuchs-Wettbewerbs fand das große Einsingen der Teilnehmer in der Stadthalle statt. In den kommenden Tagen stellen sich Teilnehmer aus 30 Ländern mit Arien aus Oper und Operette dem Urteil einer Jury aus Intendanten, Dirigenten und Kammersängern. Bis Samstag werden aus bis zu 10 Finalisten die Sieger ermittelt. Sie erwartet ein Preisgeld von insgesamt 60 000 Euro. Der 1987 begründete renommierte Nachwuchspreis gilt als Eintrittskarte für die großen Opernhäuser.

Glockenspiel von Big Ben könnte für Jahre verstummen

Berühmtes Londoner Wahrzeichen muss saniert werden

Das Glockenspiel von Big Ben in London könnte demnächst für Monate oder sogar Jahre verstummen. Denn der Elizabeth Tower und die daran befindliche große Uhr müssten dringend saniert werden, berichten zwei der größten Zeitungen Großbritanniens. Dafür benötige man 40 Millionen Pfund, rund 54 Millionen Euro. Während der Arbeiten würde der Glockenschlag aussetzen, hieß es. Der "Sunday Times" zufolge ist die Uhr so marode, dass sie zum völligen Stillstand kommen könnte. Die Arbeiten am Elizabeth Tower sollten so bald wie möglich beginnen. "Mail on Sunday" behauptet, die Zeiger der Uhr könnten ohne sofortige Reparatur abfallen. Man dürfe nicht abwarten, bis die für das Ende des Jahrzehnts geplanten Restaurationsarbeiten für den gesamten Palast von Westminster beginnen würden, zu dem der 156 Jahre alte Turm mit der berühmten Uhr gehört. Die längste Glockenpause war im Jahr 1976, als die Uhr wegen Reparaturarbeiten an 26 Tagen schwieg.

Gerhard Rühm erhält Sczuka-Preis für Radiokunst

Wichtigster Preis für akustische Kunst

Der österreichische Schriftsteller, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm ist mit dem Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst ausgezeichnet worden. Der 85-Jährige wurde für sein Radiostück "Hugo Wolf und drei Grazien, letzter Akt" gewürdigt. Es sei ihm eine "Musikalisierung der Sprache" gelungen, sagte eine Sprecherin der Jury zur Preisverleihung in Donaueschingen. Rühm habe die letzte Lebensphase des Komponisten Hugo Wolf in einem berührenden Hörbild nachgezeichnet. Der Österreicher wurde bereits zum zweiten Mal mit dem Sczuka-Preis gewürdigt. Erstmals hatte er ihn 1977 erhalten. Der mit 5000 Euro verbundene Förderpreis ging an Dagmara Kraus und Marc Matter für ihren lyrischen Geräuschtext "Entstehung dunkel". Der wichtigste Preis für Radiokunst ist mit 12 500 Euro dotiert und wird jährlich vom Südwestrundfunk vergeben.

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