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Kompressor | Beitrag vom 14.01.2016

Renate Künast über Hate Speech"Jetzt trolle ich mal zurück"

Moderation: Max Oppel

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Grünen-Politikerin Renate Künast (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)
Die Grünen-Politikerin Renate Künast kämpft gegen Hass-Kommentare. (picture alliance / dpa / Bernd von Jutrczenka)

Die Grünen-Politikerin Renate Künast lädt ihre Gegner ein, "sich mal so richtig auszukotzen". Via Twitter und Facebook gibt sie eine ironische Anleitung für Trolle zur formvollendeten Hate-Speech. Denn die Hass-Mail-Schreiber erreichten "noch nicht einmal Stammtischniveau".

"Sie wollen mir einen Hass-Kommentar schicken? Sich mal so richtig auskotzen? Dann gebe ich Ihnen hier ein paar Hinweise, die Ihnen das Schreiben und mir das Lesen erleichtern" - schreibt die Grünen-Politikerin auf ihrer Facebook-Seite.

Der Aufruf auf Twitter:

Es folgt eine ironische Anleitung für Trolle für formvollendete Hate-Speech in fünf Schritten - von der Grußformel "Frau Knast", über den richtigen Stil, möglichst viele Ausrufezeichen, bis zu möglichen Konsequenzen, "im Prinzip keine zu befürchten".

271 Hass-Kommentare und nur drei ernst gemeinte

Im Deutschlandradio Kultur erklärte sie, warum sie das gemacht hat:

Vor allem, damit es ihr selbst wieder besser gehe, meinte Künast, aber auch um einen weiteren Anlass zu schaffen, "darüber zu reden, dass die Gesellschaft sich das nicht gefallen lassen kann."

Nach der Sendung "hart aber fair" am Montag habe sie 271 solcher Kommentare erhalten – "auch mit Rechtschreibfehlern" – und nur drei ernst gemeinte. "Und da dachte ich mir: Jetzt trolle ich mal zurück."

Juristische Bemühungen gegen Hate Speech bringen nichts

Zu ihren Bemühungen, juristisch gegen Hate Speech vorzugehen, sagte Künast:

"Wenn mir jemand eine Mail schickt mit dem Link zu einem IS-Enthauptungsvideo und darunter schreibt 'So ein Video würden wir von dir auch gern sehen' – können Sie in Berlin zwei Instanzen durch die Staatsanwaltschaft gehen, da schreibt Ihnen die Generalstaatsanwaltschaft 'Das war keine Beleidigung, keine Aufforderung zu Gewalt'. Man glaubt's ja auch nicht."

Typisch für die Hass-Mail-Schreiber sei, dass sie sich gar nicht inhaltlich auseinandersetzen wollten. Das seien Leute, "die ihren Hass aus Mangel an Kinderstube ablassen. Das ist ja nicht mal Stammtischniveau, was da geboten wird."

Eigentlich habe sie dafür nur Mitleid: 

"Das sind ja Frauen und Männer, (...) die im wesentlichen zu Hause sitzen und sich gegenseitig beweihräuchern und dann sozusagen Abwertungen und Würdelosigkeiten von sich geben – mit ein, zwei Followern. Mit mehreren Accounts sind die da wahrscheinlich unterwegs und haben nur so ihren Hass ... Ich weiß nicht, ob's dagegen eine Tablette gibt, aber die sondern nur Hass ab."

 

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