Seit 12:07 Uhr Studio 9
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 12:07 Uhr Studio 9
 
 

Lesart / Archiv | Beitrag vom 06.11.2015

Rechte VerlagePlattform für Pamphlete

Christian Schröder im Gespräch mit Frank Meyer

Der Autor Akif Pirincci am 30.09.2013 in den Bonner Rheinauen. (Thomas Rabsch / dpa)
Der Autor und rechte Provokateur Akif Pirincci - seine Bücher veröffentlichte der Manuskriptum Verlag. (Thomas Rabsch / dpa)

Sie veröffentlichen Bücher rechtslastiger Provokateure wie Akif Pirinçci, und manchmal durchschaut man erst auf den zweiten Blick, wes' Geistes Kind Verlage wie Kopp, Manuskriptum oder Antaios sind. Der Journalist Christian Schröder hat sich mit dieser rechten Verlagsszene beschäftigt.

Akif  Pirinçci hat sein Pamphlet "Die große Verschwulung" im Manuskriptum Verlag veröffentlicht, ebenso wie sein letztes Buch "Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer". Es gibt eine wachsende rechten Verlagsszene  – Verlage wie Manuskriptum, Kopp oder Antaios –, die sich auf Bücher von Provokateuren wie Pirincci spezialisiert haben.

Der Journalist Christian Schröder hat sich intensiv mit diesen Verlagen beschäftigt, deren Autoren rechtsradikales Gedankengut verbreiten und unangenehm durch Fremden,- Schwulen- und Frauenhass auffallen. Im Deutschlandradio Kultur erzählte er, dass etwa Thomas Hof, Gründer des Manuskriptum Verlages, ursprünglich Landesgeschäftsführer der Grünen in Nordrhein-Westfalen war. "Er betreibt mit seiner Firmengruppe einen Bio-Bauernhof und Forstwirtschaften und driftete immer weiter nach rechts. Er schreibt seit einiger Zeit für das neorechte Magazin 'eigentümlich frei'." Seinen Manuskriptum-Verlag habe er immer mehr zum "rechten Kampforgan gegen Political Correctness aufgebaut", sagt Schröder.

Neorechte Gründungen

Ohnehin gehe die größte Gefahr von neorechten Gründungen wie etwa dem Antaios-Verlag von Götz Kubitschek aus, der auch das sogenannte "Institut für Staatspolitik" betreibe. Kubitschek gehöre zu einer Gruppe von selbst ernannt elitären Neurechten, die sich von Skinheads ausdrücklich distanzierten. "Kubitschek sieht jetzt sein Mission, für die er seit Jahren kämpft, erfüllt in der Pegida-Bewegung".

Einige der Verlage, wie der Kopp Verlag, seien wirtschaftlich erfolgreich, weil sie ihr Programm geschickt mit anderen Themen, wie etwa Populärwissenschaftlichem über Archäologie, mischten oder auch Belletristik veröffentlichten.

Mehr zum Thema

Fremdenfeindlichkeit - Ein neuer Rechtsterrorismus in Deutschland?
(Deutschlandfunk, DLF-Magazin, 15.10.2015)

Rechte Szene - Falsche Todesanzeigen als Drohung für Journalisten
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 05.02.2015)

Burschenschafter - "Rechte Szene braucht Führungspersonal"
(Deutschlandradio Kultur, Thema, 13.06.2014)

Ein Mäntelchen auf Zeit
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 24.04.2013)

Hass im Netz - "Die Öffentlichkeit muss lernen, mit dem Hass umzugehen"
(Deutschlandfunk, Interview, 25.10.2015)

Notstandsrhetorik - Schleichende Vergiftung des öffentlichen Diskurses
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 24.10.2015)

Kritik an Akif Pirincci - "Nützlicher Idiot der rechten Szene"
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 21.10.2015)

Akif Pirinçcis Webmaster - "Ich schäme mich, dir behilflich gewesen zu sein"
(Deutschlandfunk, Aktuell, 20.10.2015)

Nach Pegida-Auftritt - Random House trennt sich von Autor Akif Pirinçci
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 20.10.2015)

Aus den Feuilletons - "Sarrazin auf Speed" und "Unser Lieblingschinese"
(Deutschlandradio Kultur, Kulturpresseschau, 05.04.2014)

Lesart

Bilder lesenMord an dem Schriftsteller Nahed Hattar
Ein Mann reinigt die Treppe vor dem Gerichtsgebäude in Amman. Hier war der jordanische Journalist und Autor Nahed Hattar von einem unbekannten Täter erschossen worden. (AFP / Ahamad Alameen)

Der jordanische Journalist und Autor Nahed Hattar ist in der Hauptstadt Amman vor einem Gericht erschossen worden. Hattar sollte sich vor Gericht für eine IS-kritische Karikatur verantworten. Wir sprechen mit dem Islamwissenschaftler Stefan Weidner über die Tat.Mehr

Tom Vanderbilt: "Geschmack"Was mögen wir eigentlich und warum?
Zwei Champagnergläser stehen auf einem Tisch. (picture alliance / ZB - Jens Kalaene)

Der Soziologe Pierre Bourdieu war schon in den 70ern davon überzeugt, dass Geschmack keineswegs beliebig ist - die Vorlieben einer Person bestätigten vielmehr seine soziale Zugehörigkeit. Autor Tom Vanderbilt katapultiert die Frage nach unserem Geschmack in das Zeitalter von Big Data. Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur