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Kompressor | Beitrag vom 21.01.2016

Reaktion auf Israel-KritikMeinecke nennt PEN-Erklärung antisemitisch

Moderator: Stephan Karkowsky

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Der Autor und Musiker Thomas Meinecke im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)
Der Autor und Musiker Thomas Meinecke im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Der Schriftsteller Thomas Meinecke will aus dem deutschen PEN austreten. Grund ist eine Erklärung des Autorenverbandes, die Israels Regierung die Einschränkung der Arbeit von regierungskritischen Organisationen vorwirft. Der Tonfall sei demagogisch und antisemitisch, sagt Meinecke.

"Mich stört der Tonfall der Erklärung", sagt der Autor Thomas Meinecke, wenn man ihn nach dem Grund seiner Kritik am Autorenverband PEN fragt. Er hört demagogische und antisemitische Töne aus der schriftlichen Erklärung heraus.

Der PEN kritisiert darin einen geplanten Gesetzesentwurf in Israel, der die Arbeit regierungskritischer Organisationen offenbar stark einschränkt. Speziell linksgerichtete Nicht-Regierungsorganisationen, die ihre Spenden vielfach aus dem Ausland erhielten, seien davon betroffen. Politisch eher rechtsgerichtete Organisationen hingegen, die ihre Spenden zudem eher von privaten Sponsoren erhielten, würden nicht eingeschränkt.

Antisemitische Topoi?

Er lese aus Formulierungen wie "private Sponsoren" das klassische antisemitische Topos vom "internationalen jüdischen Kapital" heraus. Eine solche, zudem noch stark belehrend daher kommende Erklärung stehe Deutschland gegenüber Israel nicht zu. Er sei weit davon entfernt, der israelischen Regierung zuzustimmen, auch sei der PEN als solcher selbstverständlich nicht antisemitisch. Meinecke sagte, als Sohn eines ehemaligen Wehrmachtsangehörigen habe er jedoch das Gefühl: "Das steht mir nicht zu, gegenüber Israel diesen Ton anzuschlagen, egal welcher Regierung gegenüber."

Er reagiere auf dieses Thema "hochempfindlich". Ihn habe bereits vor Jahren, als PEN-Neuling, gestört, dass niemand Günter Grass nach dessen Israel-Attacke nahegelegt habe, seinen Posten als Ehrenpräsident zu räumen. Im Gegenteil: Man habe ihn sogar verteidigt.

Mehr zum Thema:

Thomas Meinecke über David Bowie - "Der erste Bote der Künstlichkeit"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 11.1.2016)

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