Fazit / Archiv /

Rave, Rausch, Paranoia

Premiere von "Lose Your Head" im Berlinale-Panorama

Von Gerd Brendel

Viktor (Marko Mandic, r) und Luis (Fernando Tielve) in einer Filmszene
Viktor (Marko Mandic, r) und Luis (Fernando Tielve) in einer Filmszene (www.loseyourhead.com / Meiko Jahnke)

Berlin ist das Lieblingsziel internationaler Partytouristen auf der Suche nach dem großen Rausch. Einer von ihnen ist der Spanier Luis in "Lose Your Head". Der Berlinale-Beitrag zeigt eine düstere Seite der Hauptstadt, hat das Zeug zum Kultfilm und bietet durchaus praktischen Nutzwert.

Berlin, Flughafen Schönefeld am Wochenende. Gerade ist Luis mit dem Billigflieger aus Madrid angekommen.

Ob sie sich nicht wenigstens mal die Mauer anschauen sollten, fragen sich seine japanischen Bettnachbarn in der Jugendherberge wenig später. Luis allerdings hat andere Pläne.

Er ist, wie Tausende andere Partytouristen, in die Stadt gekommen, um auszugehen.

"”It is a complete absence of fear. Like there is no border between you and the others.”"

Die Angst ist weg, als ob es keine Grenze zwischen dir und den anderen gäbe, so beschreibt Luis 30 Filmminuten später seine erste Berliner Partynacht. Da ist der junge Spanier schon unterwegs auf einer emotionalen Achterbahn und kurz davor seinen Kopf zu verlieren – "Lose Your Head".

Zufällig begegnet er einer jungen Frau, die ihren verschwundenen Bruder sucht. Luis sieht ihm verblüffend ähnlich und dann verliebt er sich auch noch in einen merkwürdigen Osteuropäer.

Patrick Schuckmann: "Der auch irgendwie in das Verschwinden von dem Griechen involviert ist. Und irgendwann ist Luis nicht mehr in der Lage zu unterscheiden was ist Realität was ist Paranoia."

"Do you trust me?”"

Auf die Idee zum Drehbuch brachte Patrick Schuckmann eine reale Geschichte, die vor ein paar Jahren in Berlin passierte:

""Es war damals dieser reale Fall von diesem Portugiesen, der verschwunden ist, nach einer Nacht im Berghain. Und ich trat eines Morgens auf die Straße vor mein Haus und sah da zwei Leute, die so ein Vermisstenplakat für den aufgehängt haben.

Und dann hab ich mitgekriegt, dass extrem viel Leute darüber geredet haben. Was dem wohl passiert ist? Hat er zu viel Drogen genommen? Ist er mit den Falschen nach Hause gegangen? Ist der entführt worden?"

In "Lose Your Head" haben die beiden Filmemacher Patrick Schuckmann und Stefan Westerwelle auch eigene Erfahrungen im Berliner Nachtleben verfilmt. Ihre Schauspieler kommen wie die realen Partytouristen aus ganz Europa: Luis wird von dem jungen Spanier Fernando Tielve gespielt. Sein geheimnisvoller Liebhaber von dem Slowenen Marko Mandic, beide bekannte Schauspieler in ihren Heimatländern.

Die einzige Kreuzbergerin im Team ist Sezede Terzyan. Konsequenterweise wird im ganzen Film kaum deutsch gesprochen. Das macht den Film schon jetzt zur leicht verständlichen visuellen Pflichtlektüre für alle potenziellen Berlintouristen zwischen 20 und 35 mit wertvollen Tipps. Erstens:

"Dont be a group!"

Nie als Gruppe vor dem Türsteher zum angesagten Klub auftreten, und zweitens:

"Man sollte, bevor man die Dorgen einwirft , wissen was es ist, und was es mit einem macht."

Denn sonst könnte es einem gehen wie Luis :

"”You are gonna lose your head.”"

Service:
"Lose Your Head" von Stefan Westerwelle und Patrick Schuckmann läuft auf der Berlinale im Panorama-Programm.

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsÜber den "Volkswagen unter den Shakespeare-Zitaten"

Ein bislang unbekanntes Portrait des englischen Lyrikers William Shakespeare, das im Februar 2014 in Mainz präsentiert wurde. 

Anlässlich des 450. Geburtstages von William Shakespeare interpretiert die "Berliner Zeitung" Zitate des Dramatikers. "Sein oder Nichtsein" vergleicht sie mit einem VW. Und wie sähe dann ein Mercedes unter Zitaten aus?

 

Fazit

Auto Kult auf vier Rädern

Ford Mustang Fastback V8 auf einer Landstraße

Weil die Jugend in den 60ern in den USA viel Geld zur Verfügung hatte, entwickelten die Konstrukteure in Detroit diesen Flitzer. Später düsten sogar Steve McQueen und James Bond damit über die Leinwand.

OsterreiheWundert Euch

Bunt verzierte Ostereier hängen am 8. April 2014 an einem Forsythienstrauch.

Ostern ist für Christen das wichtigste Fest des Jahres. Der Höhepunkt der Feiertage ist die Auferstehung Jesus. Ein Wunder, das für viele Menschen einen zentralen Glaubensinhalt darstellt.

SchönheitsoperationenSchnitt ins Fleisch

Popstar Michael Jackson am 13.11.2002 vor einem Gericht im kalifornischen Santa Maria. Dort muss er sich gegen Vorwürfe von Vertragsbruch verteidigen. Der Münchner Konzertveranstalter Marcel Avram hat den «King of Pop» wegen Betrugs und Vertragsbruchs auf über 21 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. 

Nasen-OP, Falten wegspritzen, Fett absaugen - die Möglichkeiten der körperlichen Verschönerung sind umfangreich. Regisseurin Angela Richter hat für ihr Theaterstück auch mit Michael Jacksons ehemaligen Hausarzt gesprochen.