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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 25.06.2014

"Raketen-Fritz"Als Opel auf dem Weg zum Mond war

Ein wiederentdecktes Raketenauto von 1928

Von Ludger Fittkau

(picture alliance / dpa)
Der Rennfahrer Kurt Volkhart am Steuer des ersten Raketenfahrzeuges der Welt. (picture alliance / dpa)

"Raketen-Fritz" – so lautete der Spitzname Fritz von Opels, Enkel des Firmengründers Adam Opel. Er träumte schon Ende der 20er-Jahre davon, mit Raketenfahrzeugen zum Mond zu fliegen. Das erste Automobil, mit dem er 1928 Hochgeschwindigkeitstests mit Raketenantrieb machte, ist vor einigen Jahren in einer Garage in Rheinhessen wiederentdeckt worden und kann jetzt besichtigt werden.

Wilfried Senger schaltet die Zündung des sogenannten "RAK 1" an – des ersten Raketenwagens von Opel. Nach wenigen Sekunden springt der Motor des 90 Jahre alten, in beige und rot gestrichenen Rennwagens an.

"Man hatte erst einen Versuch mit dem Motorrad gemacht, sechs Raketen draufgepackt. Dann hat man gemerkt, das funktioniert. Also ist man durch den Opel-Betrieb gegangen und hat sich ein Fahrzeug gesucht, das man relativ kurzfristig umrüsten konnte auf diese Raketengeschichte halt."

Vor diesem einst mit Raketen getriebenen Test-Fahrzeug steht der 77 Jahre alte Automechaniker Wilfried Senger nun in seiner Werkstatt im rheinhessischen Schwabenheim. Das erste Raketenauto von Opel rostete jahrzehntelang in einer hinter Büschen und Bäumen fast vergessenen Garage seiner Familie vor sich hin. Als Wilfried Senger in Rente ging, bahnte er sich einen Weg in die alte Garage und inspizierte das alte Vehikel. Wilfried Senger erkannte, auf welchen Schatz er da gestoßen war. Er restaurierte das sagenumwobene Auto und las alles über dessen Umrüstung zum ersten Opel-Versuchsfahrzeug mit Raketenantrieb Ende der 1920er Jahre:

Ein Visionär, wie es ihn heute kaum noch gibt

"Der Fritz von Opel war ein Visionär und er war der Zeit voraus. Er hat damals schon davon gesprochen, aufgrund dieser Raketenerfindung und Möglichkeiten in den Weltraum vorzustoßen und auf den Mond zu kommen."

Ohne den Tüftler Fritz von Opel, da ist sich Wilfried Senger heute sicher, hätte es die Raketenauto bei Opel nie gegeben. Fritz von Opel studierte in den 20er-Jahren an der Technischen Hochschule Darmstadt und wurde dann Testleiter im Rüsselsheimer Familienbetrieb. Für Wilfried Senger war er ein Technik-Visionär:

"Ich finde, das fehlt uns heute ein bisschen. Leute die einfach in die Zukunft schauen und uns da voranbringen."

Zeitalter der Benzinmotoren müsste längst vorbei sein

Denn das Zeitalter der lauten Benzinmotoren müsste schon längst vorbei sein, findet Wilfried Senger. Warum sich Ein-Liter-Autos oder Elektroantriebe nicht schon längst durchgesetzt haben, ist für den alten Automechaniker geradezu ein Ärgernis. Ein Fritz von Opel, da ist er sich sicher, würde heute keine Raketenautos erfinden, sondern wirtschaftlich und technisch ausgereifte Öko-Autos entwickeln:

"Wir müssen uns unabhängiger in der Energie machen."

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