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Interview / Archiv | Beitrag vom 01.11.2012

Provisionen lassen Berater "nicht mehr im Sinne des Kunden entscheiden"

Nicole Maisch (Grüne) sieht in geplantem Melderegister keine grundsätzliche Lösung

Ex-Kunden der Postbank demonstrieren in Neumünster gegen "Abzocke" und schlechte Finanzberatung. (dpa / picture alliance / Carsten Rehder)
Ex-Kunden der Postbank demonstrieren in Neumünster gegen "Abzocke" und schlechte Finanzberatung. (dpa / picture alliance / Carsten Rehder)

Die Einführung eines Melderegisters für Bankberater wird nach Ansicht der Grünen-Politikerin Nicole Maisch falsche Beratungen nicht verhindern. Der Vertriebsdruck und hohe Abschlussprovisionen seien eher die "Schrauben, an denen man drehen muss".

Die Idee, Kundenbeschwerden über Banken in einem Register zu sammeln, sei in Ordnung, sagte die verbraucherpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen: "Aber das wird natürlich das grundsätzliche Problem, das wir mit dem Thema Falschberatungen in den Banken haben, nicht lösen." Das Interesse von Bankberatern werde immer noch zu stark von finanziellen Erwägungen beeinflusst: Wenn ein Bankberater oder Verkäufer übertrieben hohe Abschlussprovisionen kassiere oder unter Vertriebsdruck gesetzt werde, "dann wird er nicht mehr im Sinne des Kunden entscheiden". Das seien zwei Schrauben, an denen man drehen müsse.

Wünschenswert sei, dass Bankberater das Produkt auswählten, welches am besten zum Kunden passe und nicht das, für das es die höchste Abschlussprovision gebe, sagte Maisch. Die Frage sei daher, wie sich Honorarberatung stärken lasse: "Da warten wir seit Jahren auf einen Gesetzentwurf. Den kündigt Frau Aigner im Sechs-Monats-Rhythmus auch immer wieder an – aber bisher hat dieser ominöse Gesetzentwurf noch nicht das Welt erblickt."

Das vollständige Gespräch mit Nicole Maisch können Sie in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Audio hören.

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