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Interview / Archiv | Beitrag vom 22.10.2015

PressefreiheitWie Berliner freies Radio nach Syrien bringen

Moderation: Nicole Dittmer und Christian Rabhansl

Das Foto vom 30.09.2015 zeigt zerstörte Straßen und Gebäude in der syrischen Stadt Homs. (AFP / Mahmoud Taha)
Blick auf Ruinen in der syrischen Stadt Homs. (AFP / Mahmoud Taha)

Eine kleine schwarze Box versorgt immer mehr Syrer mit Informationen: Eine Gruppe aus Berlin bringt dezentrale Radiosendetechnik in das kriegsgeplagte Land - und damit auch ein Stück Pressefreiheit.

In Syrien wird das Internet zensiert oder gleich ganz abgeschaltet. Sendetechnik für Radio und TV wurde im Bürgerkrieg vielerorts zerstört. Wie können sich die Menschen noch informieren?

In manchen Regionen, die von der gemäßigten Opposition kontrolliert werden, ist zumindest wieder Radio zu empfangen. Dank der Hilfe einer Organisation aus Berlin. Die Gruppe Media In Corporation and Transition (MiCT) bringt dezentrale Sendetechnik ins Land - und damit auch ein Stück Pressefreiheit.

Philipp Hochleichter von MiCT erklärt, seine Organisation sei bereits seit 2013 im Auftrag des Auswärtigen Amtes mit einem Projekt in Syrien aktiv. Angefangen habe man mit großen Sendeanlagen, doch das habe sich schnell als sehr schwierig erwiesen, sagte Hochleichter im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.

"Mit DHL können wir sie da nicht mehr hinschicken"

Statt eines großen Mastes, der vielleicht 20 Ortschaften abdeckt, habe man dann begonnen, in vielen Ortschaften jeweils einen kleineren Sender zu installieren. "Entstanden ist dann ein kleiner Sender, der heißt Pocket FM, das ist eine kleine schwarze Kiste, so groß wie ein Schuhkarton." Der Sender sei handlich, leicht zu bedienen und laufe durch eine Solaranlage oder eine Autobatterie.

Die Geräte kommen laut Hochleichter auf komplizierten Wegen ins Land, in der Regel über verzweigte Kontaktnetzwerke. "Mit DHL können wir sie da nicht mehr hinschicken."

Gesendet werde dann ein Programm, das von syrischen Oppositionsgruppen produziert werde. "Wir haben insgesamt neun syrische Oppositionspartnerradios, die wir journalistisch aus- und weiterbilden. Von denen übernehmen wir Sendungen, und kompilieren daraus ein gemeinsames Programm." Dieses werde über einen Satelliten ausgestrahlt, durch die Boxen vor Ort werde das Signal aufgenommen und terrestrisch verbreitet.

Mehr zum Infos zum Projekt in einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

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