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Filme der Woche / Archiv | Beitrag vom 07.07.2010

"Predators"

Hans-Ulrich Pönack über ein mörderisches Jagd-Spiel

Waren die bisherigen Duelle zwischen der außerirdischen Zerstörungsintelligenz und den Menschen auf der Erde angesiedelt, so geht es im Remake des Science-Fiction-Horrorklassikers "Predators" in Richtung Heimatplaneten der Maschinen-Terroristen.

USA 2010, Regie: Nimród Antal, Hauptdarsteller: Adrien Brody, Laurence Fishburne, Topher Grace, 107 Minuten

Der 36-jährige ungarischstämmige amerikanische Regisseur Nimród Antal ist im internationalen Kino kein Unbekannter. Seine bisherigen drei Spielfilme - das exquisite, in Ungarn entstandene "U-Bahn"-Debüt "Kontroll" (2003, Nachwuchspreis bei den Filmfestspielen von Cannes) sowie die in den USA entstandenen Streifen "Leerstand" (2007, mit Kate Beckinsale und Luke Wilson) und zuletzt "Armored" (2009, ein Kerle-Thriller mit Matt Dillon, Jean Reno und Laurence Fishburne) - fanden "neugierige Abnehmer". Hier nun greift er ein bereits vielfach verwandtes Genrethema wieder auf: "Predator", also Raubtier", bietet Science-Fiction-Horror bekannter Abenteuer- und Gefechtsprägung.

Zur Filmgeschichte: 1987 kämpfte Arnold Schwarzenegger in "Predator" von John McTiernan als US-Major im Dschungel Zentralamerikas gegen einen außerirdischen Wüterich, der Menschen als "wehrhaftes Wild" genüsslich zur blutigen Strecke brachte. In "Predator 2" von 1990 bemühte sich Danny Glover als "Detective" in Los Angeles, den meuchelnden "Alien" zur Strecke zu bringen. Danach war erst einmal diesbezügliche Filmruhe. Erst 2004 und zuletzt 2007 folgten die Fortführungen dieses Actionthemas mit "Alien vs. Predator" sowie "Aliens vs. Predator 2".

Nun also die aktuelle Ausgabe im ständigen Fight zwischen Menschen und Maschinen. Als Co-Drehbuch-Autor und Co-Produzent fungierte dabei kein Geringerer als der mexikanische Haudegen und Quentin-Tarantino-Kumpel Robert Rodriguez (41), bekannt durch seine schwarzen Actionspäße "El Mariachi" (1992), "Desperado" (1995), "From Dusk Till Dawn" (1996), "Irgendwann in Mexiko" (2003), "Sin City" (2005) und "Planet Terror" (2007).

Waren die bisherigen Duelle zwischen der außerirdischen Zerstörungsintelligenz und den Menschen auf der Erde angesiedelt, geht es nun in Richtung Heimatplaneten der Maschinen-Terroristen. Dort wird eine Gruppe von Elitekämpfern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt "unerklärlich" geparkt (kurzum - sie werden aus Flugzeugen abgeworfen und kommen erst dabei "zur Besinnung"), um sich hier einem Überlebensgemetzel zu stellen. Bestens ausgebildete und bewaffnete Menschen-Krieger, vom allwissenden Spezi-Ami über einen stummen Yakuza-Barfuß-Killer über einen aggressiven Todeskandidaten aus der Zelle über einen nebulösen tschetschenischen Kämpfer über einen mexikanischen Todesschwadron-Auftragsmörder über attraktive Gun-Lady vom Geheimdienst ..., wurden offensichtlich "geholt", um Teil eines mörderischen Jagd-Spiels zu werden.

Sie, die Irdisch-Besten der Besten in Sachen Liquidieren, als Beute für die gierigen Killer-Predators, die einmal mehr ihre "Fähigkeiten" anpassen, überprüfen und erweitern wollen, um "auf dem neuesten Stand" in Sachen "Beute" und "Plattmachen" zu sein. Also wird gerannt, geballert, was das Zeugs hält, gemeuchelt in allen Variationen, massakriert und markig herumkrakelt. Als Kanonenfutter für die hochtechnisierten Alien-Mutanten haben die Menschen natürlich keine Chance und werden nach und nach, wie schon (natürlich viel dezenter) einst bei Agatha Christie ("Zehn kleine Negerlein", 1939, darf man ja heute politisch korrekt nicht mehr sagen; aktuell: "Und dann gab´s keines mehr"), eliminiert. Abgeschlachtet. Bis zwei übrigbleiben und die nächsten schon wieder aus der Luft herangeschwirrt kommen. Zum nächsten "Test".

Typisches Action-Balla-Balla-Klima-Kintopp. Motto: Immer feste druff. Essen und Trinken benötigen die Kameraden kaum, und auch beim Aussehen verändern sich die Figuren wenig. Ein bisschen Schmutz-Schminke, na ja. Lautstarkes Radau-Kino. Mit viel Kriegsgebrüll und Logik-Löchern von hier bis Kapstadt. Aber wurscht, die Hauptsache, man organisiert die Leinwand mit viel Karacho und Gedöns als wüste Albtraumshow.

Was allerdings Oscar-Preisträger Adrien Brody ("Der Pianist" von Roman Polanski, 2003) hier als Anführer der "Abgeworfenen" zu suchen hat, kann mutmaßlich nur mit vielem Dollar-Honorar begründet werden. So dumpf-blöd trat er jedenfalls noch nie in Erscheinung. Ansonsten - an der Front nichts Neues oder viel aggressiver Murks um das bekannte Tohuwabohu des amerikanischen Action-Schwachsinns. Gesponsert by "The Waffen- und Videospiel-Lobby" (= ein Scherz. Oder?)

Filmhomepage (englisch)

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