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Kulturpresseschau

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Fazit

Theater des JahresLebendig und aufmüpfig
Shermin Langhoff, Intendantin des Maxim Gorki Theaters, posiert am Rande einer Pressekonferenz am 07.11.2013 in ihrem Theater in Berlin

Erst in diesem Jahr ging im Berliner Maxim Gorki Theater eine neue Leitung ans Werk: die Doppelspitze Shermin Langhoff und Jens Hillje. Auch wenn das Haus nicht beim Theatertreffen eingeladen war, hat es den Titel verdient.Mehr

KinoEin Bild der Sinnkrise des Westens
Der Schauspieler Michael Keaton bei der Eröffnung der 71. Filmfestspiele von Venedig. 

Gelungener Auftakt mit Starbesetzung: In der schwarzen Komödie "Birdman" von Alejandro González Iñárritus zeigen Michael Keaton, Edward Norton und Emma Stone ihr ganzes Können, sagt unser Filmkritiker Peter Claus. Doch so lustig wird es nicht weitergehen.Mehr

Neu im KinoParis darf nicht sterben
Andre Dussollier (l) als schwedischer Generalkonsul Raoul Nordling und Niels Arestrup als General Dietrich von Choltitz in einer undatierten Szene des Films "Diplomatie". Der Film kommt am 28.08.2014 ins Kino. 

Im August 1944 sollte General Dietrich von Choltitz auf Befehl Hitlers Paris in ein "Trümmerfeld" verwandeln. Dass er diesen Befehl verweigerte, ist dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling zu verdanken - zumindest in Volker Schlöndorffs Film "Diplomatie". Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 06.07.2013

Pornosound in der Zitadelle

Paul van Dyks "We Are One"-Festival

Von Martin Böttcher

DJ Paul van Dyk beim Open-Air-Festival "We are One 2013" in Berlin
DJ Paul van Dyk beim Open-Air-Festival "We are One 2013" in Berlin (picture alliance / dpa / Matthias Balk)

Der Star-DJ Paul van Dyk ist zwar in Berlin zu Hause, tritt dort aber nicht besonders häufig auf. Seine Künste sind in aller Welt gefragt. Nun war es aber mal wieder soweit. Als Organisator und Hauptattraktion lud er in der Zitadelle Spandau zum Open-Air-Festival "We Are One".

"We Are One Festival 2013. Welcome ..."

Paul van Dyk, in Eisenhüttenstadt geboren, in Berlin lebend, auf der ganzen Welt zu Hause, ruft zum Festival. Und alle kommen. Na ja, zumindest ein paar Tausend.

Besucherin: "Wir wollten einfach mal so gucken. Ich mein: Paul van Dyk ist schon ein großer Name."

Festival ist eigentlich zu viel gesagt für diese Veranstaltung: In der Zitadelle Spandau, einer historischen Festung am Rande Berlins, gibt es nur eine Bühne. Auf Paul van Dyk muss man da lange warten, er tritt erst am Ende des Abends auf. Zuvor wechseln sich im 45-Minuten-Rhythmujs DJs wie Shato & Rockseek, Stoneface und Terminal, Arnej und First State ab. Namen, die vor allem in einer Sparte der elektronischen Musik eine Rolle spielen: im Trance, dem Genre, durch das auch Paul van Dyk groß geworden ist.

Besucherin: "Mmmm, das ist Pornosound, das ist uns zu weich, wir brauchen mehr Wumms."

Bratwurstduft und Trommelwirbel

2010 organisierte Paul van Dyk das erste "We Are One"-Festival – eine Art Feier zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung. Jetzt, drei Jahre später, die Neuauflage. Eine Veranstaltung, über die man sich, wenn man will, auch lustig machen kann: Von der ersten Minute an rollen die für Trance so charakteristischen Trommelwirbel, die DJs reißen parallel dazu anfeuernd ihre Arme hoch – dabei ist das Publikum noch gar nicht so weit.

Über dem Zitadellen-Gelände liegt Bratwurst-Dunst, das Publikum hat so gar nichts mit der coolen Klubwelt zu tun, für die Berlin gerade in aller Welt gefeiert wird. Eigentlich nicht weiter schlimm. Wenn das "We Are One" nicht offiziell Teil der Berliner Fashion Week wäre, die gerade in Berlin die Modeinteressierten anzieht.

Trance, auch das zeigte sich an diesem Samstag, ist eine Sackgasse der elektronischen Musik, in der künstlerischer Stillstand herrscht, in der sich aber sehr gut verdienen lässt. Paul van Dyk, 41 Jahre alt, mischt hier kommerziell gesehen ganz oben mit. Die Webseite "celebrityworth" will errechnet haben, dass er mit über 50 Millionen Dollar der fünftreichste DJ der Welt ist. Fragen kann man ihn danach leider nicht, er gab kein Interview. Seine Fans halten ihn jedenfalls nach wie vor für einen der ihren:

Besucher: "Paul is'n Berliner Jung und der bleibt in Berlin. Und man muss sich nicht verkaufen, um gut zu sein. Und man muss nicht viel Geld verdienen, um an der Spitze zu stehen."

Ob 50 Millionen Dollar nun viel oder wenig sind, lassen wir mal dahingestellt. Klar ist: der EDM, der Electronic Dance Music, geht es gut. Und damit auch Paul van Dyk. Ein langer Weg von den kleinen Undergroundklubs der Nachwende-Zeit, wo er vor ein paar Dutzend Leuten Platten aufgelegt hat, bis hin zum internationalen Star.