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Kulturpresseschau

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Fazit

OperDie Verehrer sind allesamt Trottel
Die bayerische Staatsoper, aufgenommen am 12.11.2012 in München (Bayern). Vor dem Gebäude steht das Reiterdenkmal des ersten Königs von Bayern, Max I. Joseph.

In "Die Sache Makropulos" lebt Emilia ohne zu Altern, umschwärmt von Liebhabern mehrerer Generationen, und fragt sich: Weiterleben oder doch endlich sterben? Musikalisch gelingt diese tragikomische Oper, doch hapert es an der Regie.Mehr

Sibylle BergKeine peinlichen Momente!
Die Schriftstellerin Sibylle Berg auf der Leipziger Buchmesse im Jahr 2004.

Eine gute Mischung "aus viel Quatsch, Humor und ein bisschen Traurigkeit" - so könnte man einen gelungenen Theaterabend umschreiben, sagt die Schriftstellerin Sibylle Berg. Im besten Fall sei Theater gelungene Unterhaltung, meint sie. Sie selbst habe dort aber oft "Qual-Gefühle".Mehr

BühneNummerngirls im Opernhaus
Ein Bühnenbild aus dem Stück "Verlobung im Traum" von Hans Krása während einer Probe im Badischen Staatstheater Karlsruhe.

Bekannt ist Hans Krása für seine Kinderoper "Brundibár", die im KZ Theresienstadt aufgeführt wurde. Seine Oper "Verlobung im Traum" hat nun das Staatstheater Karlsruhe inszeniert: pointiert, voll Wärme – und mit Varieté-Flair.Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 06.07.2013

Pornosound in der Zitadelle

Paul van Dyks "We Are One"-Festival

Von Martin Böttcher

DJ Paul van Dyk beim Open-Air-Festival "We are One 2013" in Berlin
DJ Paul van Dyk beim Open-Air-Festival "We are One 2013" in Berlin (picture alliance / dpa / Matthias Balk)

Der Star-DJ Paul van Dyk ist zwar in Berlin zu Hause, tritt dort aber nicht besonders häufig auf. Seine Künste sind in aller Welt gefragt. Nun war es aber mal wieder soweit. Als Organisator und Hauptattraktion lud er in der Zitadelle Spandau zum Open-Air-Festival "We Are One".

"We Are One Festival 2013. Welcome ..."

Paul van Dyk, in Eisenhüttenstadt geboren, in Berlin lebend, auf der ganzen Welt zu Hause, ruft zum Festival. Und alle kommen. Na ja, zumindest ein paar Tausend.

Besucherin: "Wir wollten einfach mal so gucken. Ich mein: Paul van Dyk ist schon ein großer Name."

Festival ist eigentlich zu viel gesagt für diese Veranstaltung: In der Zitadelle Spandau, einer historischen Festung am Rande Berlins, gibt es nur eine Bühne. Auf Paul van Dyk muss man da lange warten, er tritt erst am Ende des Abends auf. Zuvor wechseln sich im 45-Minuten-Rhythmujs DJs wie Shato & Rockseek, Stoneface und Terminal, Arnej und First State ab. Namen, die vor allem in einer Sparte der elektronischen Musik eine Rolle spielen: im Trance, dem Genre, durch das auch Paul van Dyk groß geworden ist.

Besucherin: "Mmmm, das ist Pornosound, das ist uns zu weich, wir brauchen mehr Wumms."

Bratwurstduft und Trommelwirbel

2010 organisierte Paul van Dyk das erste "We Are One"-Festival – eine Art Feier zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung. Jetzt, drei Jahre später, die Neuauflage. Eine Veranstaltung, über die man sich, wenn man will, auch lustig machen kann: Von der ersten Minute an rollen die für Trance so charakteristischen Trommelwirbel, die DJs reißen parallel dazu anfeuernd ihre Arme hoch – dabei ist das Publikum noch gar nicht so weit.

Über dem Zitadellen-Gelände liegt Bratwurst-Dunst, das Publikum hat so gar nichts mit der coolen Klubwelt zu tun, für die Berlin gerade in aller Welt gefeiert wird. Eigentlich nicht weiter schlimm. Wenn das "We Are One" nicht offiziell Teil der Berliner Fashion Week wäre, die gerade in Berlin die Modeinteressierten anzieht.

Trance, auch das zeigte sich an diesem Samstag, ist eine Sackgasse der elektronischen Musik, in der künstlerischer Stillstand herrscht, in der sich aber sehr gut verdienen lässt. Paul van Dyk, 41 Jahre alt, mischt hier kommerziell gesehen ganz oben mit. Die Webseite "celebrityworth" will errechnet haben, dass er mit über 50 Millionen Dollar der fünftreichste DJ der Welt ist. Fragen kann man ihn danach leider nicht, er gab kein Interview. Seine Fans halten ihn jedenfalls nach wie vor für einen der ihren:

Besucher: "Paul is'n Berliner Jung und der bleibt in Berlin. Und man muss sich nicht verkaufen, um gut zu sein. Und man muss nicht viel Geld verdienen, um an der Spitze zu stehen."

Ob 50 Millionen Dollar nun viel oder wenig sind, lassen wir mal dahingestellt. Klar ist: der EDM, der Electronic Dance Music, geht es gut. Und damit auch Paul van Dyk. Ein langer Weg von den kleinen Undergroundklubs der Nachwende-Zeit, wo er vor ein paar Dutzend Leuten Platten aufgelegt hat, bis hin zum internationalen Star.