Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 11.12.2015

Poppy J. AndersonWie wird man zum Star der E-Book-Branche?

Moderation: Gisela Steinhauer

Die unter dem Pseudonym Poppy J. Anderson schreibende Autorin Carolin Bendel beim Deutschlandradio-Stand auf der Buchmesse.  (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)
Poppy J. Anderson avancierte zum Star der Self-Publishing-Szene. (dpa / picture alliance / Frank Rumpenhorst)

Lange lagen ihre Liebesromane in der Schublade. Dann wagte sich die Bochumer Studentin unter dem Pseudonym Poppy J. Anderson unter die Self-Publisher – und hat seither riesigen Erfolg mit ihren E-Books im Selbstverlag.

Poppy J. Anderson ist eine erfolgreiche Self-/E-book-Publisherin, Spezialgebiet: Liebesromane. Mit Romantiteln wie "Verbotene Küsse in der Halbzeit" oder "Beim zweiten Mal küsst es sich besser" belegt die 33-Jährige auf den Listen der e-Book Charts bei Amazon die obersten Plätze.

Lange hatten ihre Herz-Schmerz-Storys mit teilweise durchaus ernstem Background unveröffentlicht in ihrer Schreibtischschublade gelegen – bis sie vor drei Jahren einen Film über Self-Publishing sah.

Ihr Erfolg überrascht sie nach wie vor

Kurzerhand lud die Bochumerin ihre Texte hoch. "Das erste Buch, was ich hochgeladen habe, das war einfach nur so zum Ausprobieren. Ich wollte vielleicht einfach ein bisschen Feedback erhalten", sagt sie. Inzwischen ist Poppy J. Anderson der Star der e-Book-Branche, die den klassischen Verlagen zunehmend Konkurrenz macht, und arbeitet sehr professionell: "Es wird natürlich aufpoliert. Es ist jetzt nicht, dass ich was schreibe und es wird dann einfach hochgeladen."

Vielmehr gebe es Korrektorat, Lektorat und Cover-Design. "Wir, die professionellen Self-Publisher, möchten uns ja auch nicht nachsagen lassen, dass wir da einfach irgendwas raushauen ohne Sinn und Verstand", betont Poppy Anderson.

Beim Self-Publishing ist der Autor für alles verantwortlich

Im Unterschied zur herkömmlichen Verlagsveröffentlichung ist der Autor beim Self-Publishing für alle Bereiche selbst verantwortlich. Sie selbst beauftrage Korrektoren, Lektoren und die Cover-Designer - und bezahle sie auch, sagt Anderson. "Für ein gutes Cover sollte man schon so von 300 Euro bis ein bisschen mehr rechnen." 

Auf der anderen Seite erhält sie mit 70 Prozent vom Verkaufserlös ihrer Bücher deutlich mehr als Autoren bei herkömmlichen Verlagen. Einen ihrer Kurzromane herunterzuladen koste im Allgemeinen 1,49 Euro und einen mit Taschenbuchlänge zwischen 2,99 und 3,49 Euro:  "Tatsächlich macht es dann die Menge."

"Herzensprojekt" Generationenroman

Wenn Poppy J. Anderson nicht über wonnevolle Küsse schreibt, arbeitet die studierte Germanistin und Historikerin an ihrer Doktorarbeit über deutsch-israelische Sicherheitspolitik und organisiert Patenschaften für Flüchtlinge. Und sie plant ihr "Herzensprojekt", einen Generationenroman. "Es hat so ein bisschen mit dem Generationskonflikt zwischen der älteren Generation, die noch das Dritte Reich mitgemacht hat, und der Enkelgeneration zu tun." Diesen Roman allerdings will Poppy J. Anderson "vielleicht ganz gerne in einem Verlag unterbringen".

 

 

Mehr zum Thema

Selfpublishing - Poppy J. Anderson: "Ich wollte einfach etwas Nettes schreiben"
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 14.10.2015)

Self-Publishing-Plattform neobooks - Neue Autorinnen im Wettbewerb
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 20.07.2015)

Im Gespräch

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur