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Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDer Müll des John Updike
Der amerikanische Schriftsteller John Updike im Jahr 1985.

Ein Eisverkäufer hat regelmäßig den Müll des US-Autors John Updike durchwühlt. Diese "Fundstücke" sind jetzt nachlesbar. Außerdem in der Kulturpresseschau: Der Roman "Ein ganzes Leben" und die Verfilmung der "Schoßgebete". Mehr

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Fazit

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.04.2013

Polnische Medien werfen ZDF Geschichtsfälschung vor

Osteuropa-Korrespondentin Sabine Adler über Reaktionen auf Fernsehfilm "Unsere Mütter, unsere Väter"

Pressematerial zum TV-Film "Unser Mütter, unsere Väter"
Pressematerial zum TV-Film "Unser Mütter, unsere Väter" (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Die Heimatarmee war die größte polnische Untergrundorganisation während des Zweiten Weltkriegs. In dem ZDF-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" wird sie aber als antisemitisch dargestellt – was in Polen für heftige Kritik sorgt.

Eine nationalkonservative Zeitung hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun in KZ-Häftlingskleidung hinter einem Stacheldraht auf das Titelbild montiert - und wirft dem ZDF Geschichtsfälschung vor.

Es sei nicht das erste Mal, dass das Magazin "Uwazam Rze" durch seine "stramme", freundlich ausgedrückt "deutschlandkritische Haltung" auffalle, sagt Sabine Adler, Deutschlandradio-Korrespondentin in Warschau. Dennoch sei die Kritik an der Darstellung der Heimatarmee durch das ZDF "quer durch alle publizistischen Lager" zu vernehmen. Man dürfe die Untergrundaktivisten "nicht so verallgemeinert als eine antisemitische Kämpfertruppe darstellen", heiße es. Das sei "eigentlich das, was den Polen am meisten wehtut".

Vorwürfe reichen weit zurück in die Vergangenheit

Aber auch der Vorwurf der Geschichtsfälschung sei in den meisten Medien präsent. Dafür würden "auch alte Fälle herangeholt wie der Film 'Der Untergang'", sagt Adler. In dem Film sei nach Ansicht einiger polnischer Medien nicht genügend darauf geachtet worden, dass "auch die Gräueltaten unter Hitler dargestellt wurden". Es würde vielmehr "nur ein Hitler-Porträt gezeigt", so die Kritik. "Also man greift da relativ weit zurück auch in die Vergangenheit", meint Adler.

Der dritte Vorwurf, der derzeit in Polen diskutiert werde, sei, dass man "einen Teil der deutschen Schuld abladen möchte gerne auf andere, in dem Fall eben auf antisemitische Polen".

Hinter dieser großen Sensibilität stecke "ein tiefsitzendes Ehrgefühl, eine große Empfindlichkeit, Polen als Nation wahrzunehmen – was ja selten genug passiert bei den großen Nachbarn", meint Adler. Eine Diskussion über Antisemitismus in der Heimatarmee gebe es im Übrigen seit längerem in Polen – "und die gibt es auch ohne Deutschland. Da müssen wir jetzt nicht hinkommen und uns hinstellen und sagen, was die Polen jetzt bitte mal aufarbeiten sollen".

Sie können das vollständige Gespräch mit Sabine Adler mindestens bis zum 11.09.2013 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio


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