Seit 07:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 07:00 Uhr Nachrichten
 
 

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 31.12.2014

Petra BockWarum fasziniert es Sie, wenn Menschen sich verändern?

Moderation: Susanne Führer

Die Beraterin und Autorin Petra Bock (Stefan Marie Rother)
Petra Bock berät unter anderem Manager (Stefan Marie Rother)

Petra Bock bedauert, dass sich nur wenige Klienten ein Coaching leisten können. Sie glaubt, dass eine professionelle Beratung für einen größeren Personenkreis nützlich wäre.

Als Coach und Buchautorin hat sich Petra Bock im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht. Bereits mit Ende 20 erlitt sie als Unternehmensberaterin einen Zusammenbruch. Danach ging sie neue Wege und gründete 2008 eine eigene Coaching-Firma. Die heute gängigen Selbstoptimierungsstrategien lehnt die promovierte Politikwissenschaftlerin ab. Stattdessen setzt sie auf die Überwindung von Selbstzweifeln und den Mut, seinen eigenen Platz innerhalb der Gemeinschaft zu finden.

Keine "Psychotherapie light"

"Coaching kommt ursprünglich aus dem Leistungssport", sagte die Managementtrainerin Petra Bock im Deutschlandradio Kultur. "Das sind eigentlich die Wurzeln des Coaching." Es gehe also keineswegs um eine "Psychotherapie light". Das werde oft missverstanden. Die Aufgabe sei vielmehr, gesunde Menschen, die sich weiter entwickeln wollten, zu beraten. Das Coaching sei in den 90er Jahren aus dem Sport in das Wirtschaftsleben eingezogen und habe dort zunächst einen "großen Siegeszug" angetreten. "Erstmal in den hohen Chefetagen und dann ist es immer weiter herunter gesickert bis auf die einfache Mitarbeiterebene." Heute sei es so, dass viele Menschen auch privat einen Coach buchten. Sie wollten sich jemanden leisten, mit dem sie sprechen könnten, der gute Fragen stelle und wertvolles Feedback gebe. "Die Menschen, die zu mir kommen, wünschen sich meistens beruflich oder privat oder auf beiden Gebieten eine höhere Lebensqualität." Das könne bedeuten, dass ihre Klienten sich mehr beruflichen Erfolg wünschten oder auch weniger Konflikte haben wollten.

Nach oben sind die Preise offen

Gerade in Deutschland spezialisierten sich Coaches vor allem auf das Wirtschaftsleben. "Aber für mich war das immer eine Sache, die sowohl private Lebensthemen betrifft wie auch berufliche", sagte Bock. Das komme auch daher, dass sie aufgrund einer persönlichen Lebenskrise in den Beruf gekommen sei. Anders als ein Freund sei ein Coach ein unabhängiger Gesprächspartner mit einem professionellen Werkzeugkoffer, der einem bei bestimmten Fragen ganz anders weiterhelfen könne. "Coaching ist eine Privatleistung", sagte Bock. Ein seriöses Coaching fange bei etwa 100 Euro für die Beratungsstunde an. "Nach oben sind die Preise offen." Das führe zu einer gewissen Auslese bei den möglichen Klienten, räumte Bock ein. Dabei sollte es eigentlich für mehr Leute die Möglichkeit geben, ein Coaching zu machen. "Ich weiß nicht, ob sich das ändern kann", so die Beraterin. "Ich hoffe es, weil ich glaube, dass es sehr nützlich ist für viele Menschen."

 

Mehr zum Thema:

Vorbeugung - "Menschen da abholen, wo sie stehen"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 21.12.2013)

Entschleunigungs-Coach: "Wir gewinnen Gegenwart und eine Lernchance"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 23.12.2010)

Im Gespräch

Tag der MenschenrechteWas sind die Menschenrechte noch wert?
Proteste gegen eingeschränkte Menschenrechte vor dem "Zaman"-Gebäude  (picture alliance/dpa/Sedat Suna)

Am internationalen Tag der Menschenrechte werden Politikerinnen und Politiker weltweit die Bedeutung und Universalität dieser Rechte betonen. Doch den Appellen zum Trotz wurden im vergangenen Jahr in mehr als 120 Ländern Menschen gefoltert und misshandelt. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur