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Kulturnachrichten

Sonntag, 17. Januar 2016

Performance-Künstlerin aus Museum verbannt

Déborah De Robertis posierte nackt vor berühmten Manet-Gemälde

Die luxemburgische Performance-Künstlerin Déborah de Robertis ist erneut wegen einer Nackt-Aktion mit dem Gesetz in Konflikt geraten: Weil sie im Pariser Museé d'Orsay unbekleidet vor dem Gemälde "Olympia" von Édouard Manet posierte, wurde sie in Polizeigewahrsam genommen, wie ihr Anwalt und das Museum bestätigten. De Robertis überraschte die Museumsbesucher, als sie sich nackt in der gleichen Pose vor dem berühmten Gemälde hinlegte, wie die von Manet gemalte junge Frau. "Sie hatte eine Kamera dabei, um die Reaktion des Publikums zu filmen", sagte ihr Anwalt Tewfik Bouzenoune. "Das war eine künstlerische Performance." Das Musée d'Orsay schätzte das anders ein und erstattete Anzeige wegen Exhibitionismus. Als De Robertis sich weigerte die Aktion zu beenden, wurde die Polizei gerufen, die sie mitgenommen hat. Der Anwalt der Künstlerin bezeichnete dieses Vorgehen als unangemessen. Darin zeige sich eine "beunruhigende Prüderie der Justiz". De Robertis hatte bereits im Mai 2014 ihre Genitalien vor dem Gemälde "Der Ursprung der Welt" von Gustave Courbet gezeigt. Auch damals erstattete das Museum Anzeige.

Nico Hofmann erhält Max-Ophüls-Ehrenpreis

Saarbrücker Nachwuchs-Filmfestival eröffnet am Montag

Zum 37. Mal wird am Montag in Saarbrücken das Filmfestival Max Ophüls Preis eröffnet. Zum Auftakt wird der Regisseur und Produzent Nico Hofmann für seine Bemühungen um den Filmnachwuchs mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Anschließend wird der Film "Das Wetter in geschlossenen Räumen" in deutscher Erstaufführung gezeigt. In dem Streifen erzählt Regisseurin Isabelle Stever die Geschichte einer Entwicklungshelferin (Maria Furtwängler) in einem arabischen Krisengebiet zwischen Charity-Galas und Flüchtlingslager. Der Ophüls-Preis gilt als das wichtigste Festival für den deutschsprachigen Filmnachwuchs. Im Wettbewerb konkurrieren mehr als 60 Beiträge von Filmemachern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg in den Kategorien Spiel-, Dokumentar- sowie Kurz- und mittellanger Film. Die mit insgesamt 110 000 Euro dotierten 15 Preise werden am Samstagabend verliehen.

Hicham Mansouri wieder auf freiem Fuß

Marokkanischer Journalist nach zehnmonatiger Haft entlassen

Der Marokkanische Journalist Hicham Mansouri war zu zehn Monaten Haft wegen Ehebruchs verurteilt worden. Das Verfahren war von Menschenrechtsgruppen als politisch motiviert kritisiert worden. Nach seiner Freilassung erklärte Mansouri, er sei im Gefängnis wiederholt von der Polizei befragt worden. Die Fragen hätten aber nichts damit zu tun gehabt, wofür er verurteilt worden war, sondern mit seinen angeblichen Kontakten zur islamistischen Szene. Mansouri, führende Figur der Marokkanischen Vereinigung für Investigativ-Journalismus, und sieben weitere Aktivisten müssen am 27. Januar wegen eines anderen Verfahrens erneut vor Gericht erscheinen. Darin wird ihnen u.a. die Bedrohung der nationalen Sicherheit und mangelnde Transparenz bei der Angabe von ausländischen Fördermitteln vorgeworfen.

Groening und Netflix planen angeblich Serie

"Simpsons"-Erfinder soll Drehbuch für Animationsserie verfassen

Für Millionen Fans der Simpsons und ihres Erfinders Matt Groening wäre es die Nachricht des Jahres: Den US-Portalen "Variety" und "The Verge" zufolge befindet sich Groening in Gesprächen mit Netflix über eine neue Animationsserie. Die Portale wollen erfahren haben, dass der Streamingdienst Netflix zwei Staffeln à zehn Episoden bei Groening bestellen will. Netflix wollte sich nicht äußern, auch von Zeichner Groening war keine Stellungnahme zu bekommen. Seit 2013 Groenings zweites großes Serienprojekt, Futurama, zu Ende gegangen ist, ist es um den 61-Jährigen etwas ruhiger geworden. Von den Simpsons soll im Jahr 2017 die 28. Staffel laufen.

Auftakt der Internet-Konferenz DLD

Konferenz in München will Technologie, Kultur und Politik miteinander verknüpfen

Welche Auswirkungen haben künstliche Intelligenz und Roboter-Technik auf die Gesellschaft? Das ist eines der Themen bei der Internetkonferenz Digital-Life-Design. Weitere Themen sind der Kampf um den vernetzten Verbraucher und Geschäftsmodelle auf Basis von Daten-Auswertung. Die Internet-Konferenz DLD begann am Sonntag mit Rednern wie Airbus-Chef Tom Enders und der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Sie ist eine wichtige Figur für die Internet-Branche: In ihren Händen liegt das europäische Wettbewerbsverfahren gegen Google. Außerdem diskutiert der Chef der Startup-Fabrik Rocket Internet, Oliver Samwer, über die Lage der Digital-Wirtschaft in Europa. Morgen treten auf der DLD die Gründer von WhatsApp und Netflix, Jan Koum und Reed Hastings, auf. Vor allem Koum erwarten kritische Fragen: Vor zwei Jahren verkündete er auf der DLD, WhatsApp wolle auf Dauer unabhängig bleiben. Wenige Wochen später kam der Verkauf an Facebook für 22 Milliarden Dollar. Die Konferenz will Themen aus Technologie, Politik und Kultur miteinander verknüpfen. Sie endet am Dienstag.

Mark Hamill will gegen Fälscher vorgehen

Millionengeschäft mit gefälschten Unterschriften des Schauspielers

Luke-Skywalker-Darsteller Mark Hamill kennt das schon seit einer Weile: "Star Wars"-Fans kaufen sich Filmposter und andere Andenken, die seine Unterschrift tragen. Das Problem: Die Erinnerungsstücke hat oft nicht er, sondern ein Fälscher unterzeichnet. Das Ganze ist ein Millionengeschäft. Mit dem Betrug der Fans soll nun Schluss sein. Hamill hat sich mit der kalifornischen Abgeordneten Ling Ling Chang zusammengetan, um nostalgische Erinnerungsgegenstände besser zu schützen. Ein von Chang eingebrachter Gesetzentwurf soll nun einen in Kalifornien gültigen Schutz von Erinnerungsstücken aus der Welt des Sports auf alle unterzeichneten Souvenirs übertragen. Das Vorhaben sieht vor, dass alle von Händlern verkauften und Unterschriften tragenden Stücke ein Echtheitszertifikat benötigen. Hamill sagte, es ergebe keinen Sinn, dass Filmfreunde nicht denselben Schutz bekämen wie Sportfans.

Kuball mit Lichtkunstpreis ausgezeichnet

Preis wurde im Kunstmuseum Celle überreicht

Der Künstler und Kölner Medien-Professor Mischa Kuball ist mit dem Deutschen Lichtkunstpreis ausgezeichnet worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm im Kunstmuseum Celle überreicht. Kuball wurde für seinen herausragenden Umgang mit Licht als Medium der öffentlichen Interaktion geehrt, wie das Museum mitteilte. Der 56-Jährige habe die Lichtkunst in Deutschland und international entscheidend geprägt, sagte Museumsleiter Robert Simon. "Mischa Kuball macht damit insbesondere die sozialen und politischen Dimensionen des Lichts sichtbar." Für seine Arbeit "Refraction House" flutete er acht Wochen lang die Synagoge Stommeln in Puhlheim bei Köln mit intensivem Licht. In Lüneburg zeichnete er den Grundriss des früheren unterirdischen "Führerbunkers" der NS-Zeit mit Scheinwerfern nach. Die Robert Simon Kunststiftung ist gemeinsam mit der Kunststiftung Trägerin des Kunstmuseums Celle. Das 1998 als 24-Stunden-Kunstmuseum gegründete Haus beherbergt den Angaben zufolge eine der umfangsreichsten Museumssammlungen aktueller Lichtkunst in Deutschland.

Breslau beginnt Jahr als Europäische Kulturhauptstadt

Eröffnung in San Sebastian am 20.Januar

Breslau hat am Wochenende mit seinem Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2016 begonnen. Zum Auftakt gab es rund 100 Veranstaltungen. Höhepunkt war ein Performance-Zug am Sonntag, als Künstler aus den vier Himmelsrichtungen auf den historischen Marktplatz zogen. Im Lauf des Jahres können Interessierte über 400 Projekte und 1000 Kulturveranstaltungen besuchen. Um über Kultur möglichst umfangreich und vielfältig erzählen zu können, wurden acht Kuratoren für acht verschiedene Kunstgattungen ernannt: Architektur, Film, Literatur, Musik, Oper, Performance, Visuelle Künste und Theater. Bei einem Galakonzert am Sonntag sagte EU-Kulturkommissar Tibor Navracsics, das Kulturjahr stehe für das Potential von Kultur, Menschen unterschiedlichster Art zu verbinden. Die Europäische Kulturhauptstadt Breslau stehe für "Toleranz und Frieden, für die Werte von Respekt, Solidarität und Freiheit". Breslau teilt sich ein Jahr lang den Titel Europäische Kulturhauptstadt mit San Sebastián im spanischen Baskenland. Dort wird das Programm am 20. Januar eröffnet.

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