Seit 17:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 17:00 Uhr Nachrichten
 
 

Kulturnachrichten

Freitag, 15. Januar 2016

Pavarotti-Villa wird Künstler-Begegnungsstätte

Pavarotti hatte das Haus 1975 gekauft

Die Villa des italienischen Startenors Luciano Pavarotti in der mittelitalienischen Hafenstadt Pesaro soll in eine künstlerische Begegnungsstätte umgewandelt werden. Dies habe die Familie des Sängers in Absprache mit den örtlichen Behörden entschieden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Der aus Modena in Norditalien stammende Pavarotti hatte sich 1965 in das Haus mit dem Namen "Villa Giulia" verliebt und es zehn Jahre später gekauft. Er bezeichnete das auf einem Hügel gelegene Anwesen gerne als seinen "Rückzugsort". Nun soll es eine künstlerische Heimat für Theatergesellschaften, Musiker und Sänger werden, die hier arbeiten und sogar internationale Produktionen verwirklichen können. In der Villa hatten zu Pavarottis Lebzeiten legendäre Begegnungen stattgefunden, darunter etwa mit U2-Sänger Bono oder Ex-Police-Sänger Sting. Auch hatte der Maestro hier zahlreiche Ausgaben seiner Benefizgala "Pavarotti and Friends" sowie Auftritte der "Drei Tenöre" mit José Carreras und Placido Domingo vorbereitet.

Meret Becker und Dani Levy in Amnesty-Filmpreisjury

Preis ist mit 5000 Euro dotiert

Die Schauspielerin Meret Becker und der Regisseur Dani Levy sind Jury-Mitglieder für den Amnesty-International-Filmpreis der Berlinale 2016. Gemeinsam mit Amnesty-Jury-Mitglied Anne-Catherine Paulisch werden die beiden aus einer Filmauswahl der Berlinale-Sektionen "Wettbewerb", "Panorama", "Forum" und "Generation" den diesjährigen Preisträger ermitteln, wie die Menschenrechtsorganisation mitteilte. "Ungerechtigkeit in Kombination mit Grausamkeit ist eine der schlimmsten Dinge, zu denen der Mensch fähig ist. Amnesty International ist eine seit vielen Jahren zuverlässige Organisation im Kampf dagegen. Dafür bin ich unendlich dankbar", sagte Becker, die derzeit die Ermittlerin im Berliner Tatort spielt. Levy, Regisseur der preisgekrönten Komödie "Alles auf Zucker!", bekräftigte, er freue sich, "diese Berlinale unter dem Aspekt Menschenrechte zu durchwandern". Der mit 5.000 Euro dotierte Amnesty-International-Filmpreis wird am 20. Februar bei der Preisverleihung der unabhängigen Jurys der Berlinale zum zwölften Mal vergeben.

Kulturhauptstadt 2016 - Eröffnung in Breslau

Eröffnung in San Sebastian am 20.Januar

Am Freitag fiel der offizielle Startschuss: Breslau eröffnete sein Programm als Europäische Kulturhauptstadt 2016. Höhepunkt des Eröffnungswochenendes ist eine Performance am späten Sonntagnachmittag. Acht Jahre haben die Vorbereitungen gedauert. Im Lauf des Jahres können Interessierte über 400 Projekte und 1000 Kulturveranstaltungen besuchen. Um über Kultur möglichst umfangreich und vielfältig erzählen zu können, wurden acht Kuratoren für acht verschiedene Kunstgattungen ernannt: Architektur, Film, Literatur, Musik, Oper, Performance, Visuelle Künste und Theater. Tausende von freiwilligen Helfern sollen für reibungslosen Ablauf sorgen. Neben Breslau ist San Sebastian Europäische Kulturhauptstadt 2016. Dort findet die Eröffnung am 20.Januar statt

Düsseldorfer Schauspielhaus umgezogen

Haupthaus bleibt mindestens bis zu Beginn der Spielzeit 2017/18 geschlossen

Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat sein Stammgebäude komplett geräumt und wird bis Sommer 2017 in einer Ersatzspielstätte gastieren. Am Wochenende wird der Spielbetrieb auf der bisherigen Probebühne im "Central" in der ehemaligen Paketpost am Hauptbahnhof eröffnet. Das Haupthaus bleibt wegen einer Großbaustelle in der Innenstadt und umfangreicher Sanierungsarbeiten im Gebäude mindestens bis zu Beginn der Spielzeit 2017/18 geschlossen - ein Jahr länger als geplant. Insgesamt mussten 210 Mitarbeiter in den vergangenen Wochen ins "Central" sowie das ehemalige Balletthaus umziehen. Für den neuen Intendanten Wilfried Schulz, der in diesem Sommer von Dresden nach Düsseldorf wechselt, ist das ein schwieriger Start. Das Düsseldorfer Schauspielhaus gehört mit mehr als 300 Mitarbeitern und einem Etat von rund 24 Millionen Euro zu den größten Sprechtheatern Deutschlands. 60 komplette Büros, Werkstätten von Technik, Kostüm, Maske und Requisite seien mitsamt Ausstattung umgezogen. Im "Central" gibt es zwei Bühnen mit 200 und 400 Plätzen.

"Dshan" ist Hörspiel des Jahres

Jury wählte aus den Einreichungen von ARD und Deutschlandradio aus

Das Hörspiel "Dshan" von Lothar Trolle ist von der Jury der Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Jahres gewählt worden. Das Hörspiel, das in der Regie von Walter Adler entstand, sei "meisterhaft im Handwerk, sprachgenau, präzise in den Metaphern, stark in unverbrauchten Bildern". Im Mittelpunkt des Hörspiels steht der junge Ingenieur Nasar, der den Auftrag übernommen hat, das zersprengte, dem Tod geweihte Wüstenvolk "Dshan" nach Hause zurückzuführen. Die Jury lobt die Unerschütterlichkeit, mit der Hans Michael Rehberg als Erzähler "eine scheinbar erratische Geschichte präsentiert". Hinzu kämen die hochkarätige Besetzung aller weiteren Stimmen, der pausenlose präzise Schnitt, "der schnelle atemlose Wechsel zwischen den verschiedenen Stimmen, Erzählebenen und Hörbildern, die sparsamen, aber bedacht eingesetzten Gesangseinlagen". Das Hörspiel sei "ein an die Schmerzgrenze reichender akustischer Marathon, der die eigentlich in einer früheren Welt angesiedelte Handlung angesichts der momentanen Bilder von Flüchtlingsströmen und Armutsmigration seltsam aktuell erscheinen lässt". Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste wählt jeden Monat aus den Einreichungen der Hörspielabteilungen der ARD und des Deutschlandradios das Hörspiel des Monats. Aus den zwölf Hörspielen des Monats wählt sie am Ende jeden Jahres das Hörspiel des Jahres.

Senatsbaudirektorin: Bei Opernsanierung fehlte zeitlicher Puffer

Staatsoper Unter den Linden wird seit Jahren saniert

Die Sanierung der Berliner Staatsoper ist nach Ansicht von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher terminlich zu eng geplant gewesen. "Der Zeitplan war von Anfang an ohne zeitliche Puffer gerechnet", sagte sie im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zu dem Bauprojekt, das sie als "Jahrhundertprojekt" bezeichnete. Es habe keine Kapazität für Unvorhergesehenes gegeben, da seien Probleme programmiert. Das führe auch zu Mehrkosten. Ursprünglich sollte die Modernisierung 239 Millionen Euro kosten, mittlerweile werden etwa 400 Millionen Euro veranschlagt. Die Wiedereröffnung des Opernhauses für das Publikum hat sich auf Herbst 2017 verschoben. Ihnen sei immer wieder gesagt worden, der Umzug ins Schiller Theater führe "zu einem Niedergang" der Staatsoper, deswegen müsse die Übergangszeit möglichst kurz sein, sagte Lüscher. "Ich glaube, dass diese Angst, diese Befürchtungen enorm zum Zeitdruck beigetragen haben", sagte sie. Der Ausschuss soll seit Mai mögliche Planungspannen, die Kostenexplosion und die Verzögerung aufklären.

Türkische Polizei nimmt 21 Intellektuelle fest

Vorwurf lautet auf "Terrorpropaganda"

Die türkische Polizei hat am Freitag 21 Intellektuelle wegen ihres Einsatzes für ein Ende der militärischen Aktivitäten gegen kurdische Rebellen festgenommen. Wie staatliche Medien berichteten, lautete der Vorwurf auf "Terrorpropaganda". Die Festgenommen hatten eine Petition unterzeichnet, die ein Ende des Einsatzes der türkischen Armee gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Südosten des Landes fordert. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu gehören die Beschuldigten zur Universität von Kocaeli nahe der Metropole Istanbul. Sie wurden demnach am Morgen in ihren Wohnungen festgenommen. Zuvor waren wegen der Petition Ermittlungen gegen etwa 1200 Akademiker von rund 90 türkischen Universitäten wegen "Beleidigung des Staats" eingeleitet worden. Staatschef Recep Tayyip Erdogan kritisierte das Dokument heftig. Der Titel der Petition lautet: "Wir werden nicht Teil dieses Verbrechens sein." In dem Papier wird die Staatsführung aufgefordert, "ihre vorsätzlichen Massaker und Deportationen kurdischer und anderer Menschen in der Region" zu beenden.

Streit um Schumann-Haus in Düsseldorf

Cellist Thomas Beckmann will nicht ausziehen

Die Pläne für ein Museum im historischen Schumann-Haus in Düsseldorf sorgen für Streit mit dem Cellisten Thomas Beckmann. Der Musiker lebt seit 27 Jahren in einer Wohnung in dem Haus, in dem der Komponist Robert Schumann eineinhalb Jahre wohnte. "Ich kann im Schumann-Haus bis zum Tod wohnen", sagt der 58-jährige Beckmann, der mit Benefizkonzerten zugunsten von Obdachlosen bundesweit bekannt wurde. Die Stadt möchte das Haus aber sanieren und bis 2018 das gesamte Gebäude zu einem Museum machen. Sogar Oberbürgermeister Thomas Geisel appellierte an Beckmann, aus "Liebe zu Schumann" aus dem Haus auszuziehen - bislang vergeblich. "Natürlich halten wir uns an Recht und Gesetz", sagt OB-Sprecherin Kerstin Jäckel-Engstfeld. Man würde Beckmann auch eine adäquate Ersatzwohnung stellen und wolle gern ein bilaterales Gespräch.

Studie: Streaming nutzt der Musikindustrie

Zumindest zahlungspflichtige Angebote erhöhen die Einnahmen

Streamingdienste im Internet bringen der Musikindustrie offenbar mehr Geld ein als der Verkauf von CDs und Downloads. Das habe die Beobachtung von 2.500 Musikfans über ein Jahr gezeigt, heißt es in einer Studie von Wirtschaftswissenschaftlern aus Tübingen und Wien.
Die Forscher Dominik Papies und Nils Wlömert konnten zwar die Annahme bestätigen, dass Streamingdienste wie Spotify oder Deezer den Branchenumsatz zunächst mindern, weil Einzeltitel oder CDs weniger verkauft werden. Bei kostenpflichtigen Angeboten werde das jedoch durch die Erlöse der Internetplattformen ausgeglichen und der Umsatz sogar übertroffen. Bei kostenlosen, werbefinanzierten Diensten gehe der Umsatz dagegen zurück. Die Wissenschaftler empfehlen der Industrie, kostenlose Streamingangebote vor allem als Werbe-Instrument einzusetzen. Dies könne nur funktionieren, wenn das kostenpflichtige Modell spürbar attraktiver sei als die kostenlose Variante. Streamingdienste bieten unbegrenzten Zugang zu Millionen von Titeln. Unter Künstlern sind solche Angebote umstritten. Sängerinnen wie Taylor Swift oder Adele weigern sich, über diese Kanäle ihre Alben anzubieten.

Wikipedia feiert Geburtstag

Vor 15 Jahren ging das Online-Lexikon ins Netz

Das Online-Lexikon Wikipedia feiert Geburtstag. Vor 15 Jahren ging die englische Version ins Netz. Die deutsche Variante folgte zwei Monate später. Inzwischen sind ca. 27 Millionen Artikel in 280 Sprachen abrufbar. Die deutsche Ausgabe umfasst ca. 1,8 Millionen Artikel. Allein in Deutschland verfassen über 5000 Autoren ehrenamtlich Artikel. Wikipedia finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Am häufigsten wurde bisher der Eintrag zu George W. Bush geändert. Über 45000 mal wurde dieser bearbeitet und führt damit die Rangliste an, wie Wikipedia heute mitteilte. Auf dem zweiten Platz landete mit rund 3000 Änderungen weniger eine stets aktuelle Übersicht zum Wrestling. Weiter folgten die Einträge zu den USA, zu Wikipedia selbst, zu Michael Jackson, Jesus Christus und der katholischen Kirche. Die Plätze acht bis zehn belegten die Artikel zum philippinischen Rundfunk ABS-CBN, zu US-Präsident Barack Obama und zu Adolf Hitler.

Kulturnachrichten hören

Januar 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Identitäten"Auch bestimmte Szenen sind keine homogenen Gebilde"
Der queere Künstler Tucké Royale im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Dass nach den Wahlerfolgen von Rechtspopulisten jetzt manche Intellektuelle ein Ende des "Identitätszirkus" fordern, findet der queere Künstler Tucké Royale arrogant. Menschen seien unterschiedlich schutzbedürftig, und jede Szene sei "von Mehrfachverknüpfung durchdrungen".Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur