Seit 20:03 Uhr Konzert
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 20:03 Uhr Konzert
 
 

Kompressor | Beitrag vom 11.02.2016

Paul Bocuse zum 90. GeburtstagDer Frische-Küche-König

Holger Hettinger im Gespräch mit Timo Grampes

Vor dem Restaurant L'Auberge du Pont de Collonges nahe Lyon: Starkoch Christophe Muller, Starkoch Paul Bocuse und dessen Sohn Jerome Bocuse; Aufnahme vom 10. Februar 2016 (picture alliance / dpa)
Vor dem Restaurant L'Auberge du Pont de Collonges nahe Lyon: Starkoch Christophe Muller, Starkoch Paul Bocuse und dessen Sohn Jerome Bocuse; Aufnahme vom 10. Februar 2016 (picture alliance / dpa)

Paul Bocuse ist ganz klar der "größte Koch des 20. Jahrhunderts" - jedenfalls nach Meinung unseres Kollegen Holger Hettinger. Dabei sei der Starkoch mit der langen Kochjacke eher klein gewachsen und zudem Erfinder einer grauslichen Trüffelsuppe, erzählt er im Interview.

Vor 90 Jahren wurde der französische Gastronom Paul Bocuse geboren. Er gilt als Begründer der "Nouvelle Cuisine". Gefeiert wird seine Kochkunst bis heute in seinem nahe Lyon gelegenen Restaurant "Auberge du Pont de Collonges".

Seit 1965 hat der Gourmettempel in Bocuses Geburtsort Collonges-au-Mont d'Or ununterbrochen drei Michelin-Sterne, ein Rekord.

Auch unseren Kollegen Holger Hettinger hat es insgesamt viermal in dieses Haus verschlagen. Der Großmeister sei "wie ein Kurienkardinal" durch sein Restaurant geschritten - "immer kerzengerade" und mit einer bodenlangen Kochjacke.

"Das war jemand, der der Frische-Küche den Weg bereitet hat"

Das besondere Verdienst von Paul Bocuse sei insbesondere das Kochen mit frischen Zutaten, meinte Hettinger. Keine Konserven, marktaktuelle und regionale Zutaten. "Das war jemand, der der Frische-Küche den Weg bereitet hat", gleichsam ein Vorreiter der Slow-Food-Bewegung.

Die Portionen seien klein gewesen, aber das aus gutem Grund: Die Menüfolgen bei Bocuse umfassten schließlich sechs bis zwölf Gänge.

Und nein, Bocuse sei kein Rezepte-Erfinder gewesen, erklärte Hettinger. Seine einzige Erfindung, die Trüffelsuppe à la Valéry Giscard d'Estaing, habe er sogar "vermurkst".

Auf den Tisch bringt der Meister in diesem Fall eine Rinderbrühe mit einer großen Blätterteighaube: "Und dann piekst man mit dem Löffel darein, und dann macht's buff und man wird regelrecht erschlagen von diesem Trüffelduft, der ja nun nicht dezent ist."

Mehr zum Thema

Über das Essen - Kochen ist Weltentwurf
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 02.02.2016)

Philosophie und Essen - Gemeinsam Kochen für eine bessere Welt
(Deutschlandfunk, Corso, 01.02.2016)

Reihe "Zwischen den Jahren" - Kochen mit der "Roten Gourmet Fraktion"
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 30.12.2015)

Martin Caparrós: "Der Hunger" - Steine kochen, um die Kinder zu beruhigen
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 20.11.2015)

Gastrosexueller Mann - Kochen macht sexy und steigert die Libido
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 23.02.2015)

Fazit

62. Verleihung der Goethe-MedaillenMigration als Motor
Der nigerianische Fotograf Akinbode Akinbiyi  (Emeka Okereke)

"Migration der Kulturen - Kulturen der Migration" - dies war das Motto der 62. Verleihung der Goethe-Medaillen. Ausgezeichnet wurden der Schriftsteller Juri Andruchowytsch, der Fotograf Akinbode Akinbiyi und der Direktor des georgischen Nationalmuseums David Lordkipanidze.Mehr

Dokumentarfilm über Immobilienboom"Ein System der Gier"
Zahlreiche Baukrähne sind in Berlin zu sehen - vor allem bezahlbare neue Wohnungen werden gebraucht. (dpa / Jörg Carstensen)

"Muss ein Hartz-IV-Empfänger am Potsdamer Platz wohnen?", fragt einer der Protagonisten im Dokumentarfilm "Die Stadt als Beute". Filmemacher Andreas Wilcke hat vier Jahre lang den Immobilienboom in Berlin beobachtet - und zeigt eindringlich, wie Wohnraum zur Ware verkommt.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur