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Pau: Linkspartei muss Personaldiskussion beenden

Nach dem Rückzug von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch

Gründungsparteitag von "Die Linke" in Berlin.
Gründungsparteitag von "Die Linke" in Berlin. (AP)

Die Linken-Politikerin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, hat ihre Partei davor gewarnt, sich nach dem angekündigten Rückzug von Dietmar Bartsch vom Amt des Bundesgeschäftsführers der Linken in Personaldebatten zu verstricken.

Sobald inhaltliche Differenzen über Personal- oder Machtdebatten ausgetragen würden, würde es "destruktiv", sagte Pau am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Gleichzeitig drückte sie ihre Hoffnung aus, dass durch Bartschs Rückzugsankündigung der Weg frei sei, endlich auch aufgeschobene programmatische Debatten in Angriff zu nehmen. "Ich rate sowohl meiner Bundestagsfraktion als auch uns in der Partei, uns auf die wirklichen Fragen zu konzentrieren", so Pau.

Pau drückte "großen Respekt" für die Entscheidung Bartschs aus, nicht mehr für das Amt des Bundesgeschäftsführers der Linken zu kandidieren. Damit mache er deutlich, dass er nicht wolle, dass "die Mär von Personalquerelen" die eigentlich inhaltliche Auseinandersetzung in der Linken überdecke.

Zu einer möglichen politischen Zukunft Bartschs als Fraktionsvize der Linken sagte Pau, darüber solle man reden, wenn es "auf der Tagesordnung" stünde, betonte jedoch: "Ich gehe davon aus, er hat weiter seinen Platz in der Linken, und er wird auch in Verantwortung genommen werden." Mit einem Übertritt Bartschs zur SPD rechnet die Linken-Politikerin nicht: "Da kenne ich Dietmar Bartsch viel zu gut. Der wird dort nicht hingehen."

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