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Thema / Archiv | Beitrag vom 02.04.2012

Onlinespiel "Data Dealer" soll Jugendliche über Datenschutz aufklären

Daddler schlüpfen in die Rolle sozialer Netzwerke und sammeln Daten

Von Christian Grasse

Screenshot des Onlinespiels "Data Dealer" (www.datadealer.net)
Screenshot des Onlinespiels "Data Dealer" (www.datadealer.net)

Soziale Netzwerke sind Datenstaubsauger, das ist bekannt. Aber was genau die Webunternehmen von uns wissen, was sie mit unseren Daten machen, das bleibt oft unklar. Das Onlinespiel "Data Dealer - legal, illegal, scheißegal" soll jetzt spielerisch über die Branche aufklären.

Dramatische Töne auf der Startseite des Onlinespiels "Data Dealer". In knapp drei Minuten erklärt ein Video das Konzept des Browser-Spiels: Man schlüpft in die Rolle von sammelwütigen und zwielichtigen Online-Netzwerken. Die Botschaft: Wir sind die Ware - beziehungsweise unsere persönlichen Daten.

"Der Look des Spiels passt irgendwie nicht zum dramatischen Trailer. Hier ist eher alles ganz niedlich, bunte, comicartige Figürchen, im Hintergrund eine Silhouette einer Großstadt. Von der Optik her könnte das auf jeden Fall auch die Facebook-Spiele-Liebhaber begeistern, darauf haben es die Macher bestimmt auch abgesehen."

Es erinnert an bekannte Facebook-Spiele wie Farmville. Nur züchtet man bei Data Dealer keine süßen Schweinchen oder Gemüse-Felder, sondern Nutzerdaten. In der Mitte des virtuellen Spielfeldes thront eine Datenbank. Das metallgraue Ungetüm ähnelt einem Safe. Damit verknüpft sind diverse Charaktere. Die Krankenschwester Elfriede zum Beispiel. Für 150 Dollar verkauft sie Daten aus dem Krankenhaus-Zentralcomputer. Immerhin 12.000 Datensätze, inklusive Name, Adresse und Krankenakten. Wertvolle Informationen, die man im Spiel weiterverkaufen kann.

"An die Bahn kann ich die Nutzerdaten auch verkaufen oder an eine Krankenversicherung. Das sollte doch sehr ergiebig sein. Oh, da verdiene ich nur 180 Dollar. Das ist schwach. Was zahlt mir die Bahn? 170 Dollar. Das ist auch nicht wirklich viel. Ich nehme an, das wird mehr, je länger ich spiele, dann kann ich auch bessere Deals rausschlagen."

Effizienter sind Gewinnspiele oder Rabattmarken, wie sie auch im echten Netz vorkommen. 1400 Dollar kostet die Partnerschaft mit einer Möbelhauskette. Und schon wieder sausen 8000 Kundenprofile in die gefräßige Datenbank. Jeden Spielzug unterfüttern die Programmierer mit Zusatzinformationen und machen Data Dealer so zu einem "Serious Game", der Fachbegriff für Computerspiele, die nicht primär auf Unterhaltung setzen, sondern auf Information und Aufklärung. Das wird besonders deutlich, wenn die Datengeschäfte im Spiel skrupelloser werden. Das Risiko, von Kritikern erwischt zu werden, steigt mit jedem Klick. Aber wie im echten Leben, gibt es auch dafür eine spielerische Lösung.

"Ach, schon wieder diese Datenschützer. Proteste gegen Datenmissbrauch, das passiert hier öfter in dem Spiel. Aber alles kein Problem: 1200 Dollar Investition in eine Werbekampagne und schon ist alles wieder gut."

Hören Sie hierzu auch das Interview mit dem Spielentwickler Wolfie Christl als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player.

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