Seit 01:05 Uhr Tonart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 01:05 Uhr Tonart
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.01.2012

Ohne Worte

Der Film "The Artist" über einen scheiternden Stummfilmstar setzt auf Körpersprache

Von Jörg Taszman

Zu Zeiten des Stummfilms war das Kinno universell. Als dann der Ton dazu kam, blieben viele Schauspieler auf der Strecke. Eine französische Hommage an das Starkino der Stummfilmzeit.

Schon beim Festival in Cannes 2011 war "The Artist" der Geheimtipp. Der Schwarzweißfilm feiert eine Zeit des Kinos , als es noch keine Dialoge gab, das Kino aufgrund fehlender Sprachbarrieren noch universell war. Aber auf dem Weg zum Tonfilm, zum "Talkie" blieben viele Stars aus der Stummfilmzeit auf der Strecke. Genau dort setzt der französische Regisseur Michel Hazanavicius an und hat mit dem in Frankreich sehr populären Jean Dujardin in der Hauptrolle einen Film über den fiktiven Stummfilmstar Georges Valentine gedreht, der 1927/28 den Übergang zum Tonfilm nicht schafft.

Kämpferisch nimmt Georges Valentine die Herausforderung an, produziert selber einen weiteren Abenteuerfilm in dem wie immer sein Co-Star -ein süßer Hund- auftritt. Doch die Kinos bleiben leer und Peppy Miller (charmant: Bérénice Béjo), die junge Frau, die er einst entdeckte und die zunächst nur Statistin war, macht Karriere. Unter diesen ungleichen Vorzeichen, kann sich auch keine Liebe zwischen den beiden entwickeln. Georges Valentine versinkt in Selbstmitleid und gibt sich auf. Das führt fast zu einer Tragödie ... .

Konsequent verzichtet Hazanavicius auf Dialoge, setzt nur auf das sehr physische Spiel seiner Akteure und schafft es wie damals, den Zuschauer zu fesseln und zu verzaubern. "The Artist" wird so zu einem sehr ungewöhnlichen Werk, das mit den Mitteln des Stummfilms das Kino von damals und heute feiert. Gedreht in Hollywood aber produziert in Frankreich konnte "The Artist" als erster, französischer Film überhaupt drei Golden Globes gewinnen und Jean Dujardin ist der erste Franzose -20 Jahre nach Gérard Depardieu - im englischsprachigen "Green Card", der als Bester Darsteller in einer Komödie mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde.

Frankreich 2011. Regie: Michel Hazanavicius. Darsteller: Jean Dujardin, Bérénice Bejo, John Goodman, James Cromwell, Penelope Ann Miller, Missi Pyle, Ed Lauter, Beth Grant, Ken Davitian, Bitsie Tulloch, Bob Glouberman. 100 Minuten.

Filmhomepage "The Artist"

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsSind Museen wie Kinder im Sandkasten?
(Fredrik von Erichsen dpa/lhe (zu dpa-lhe 7137)

Im Umgang mit Raubkunst verhielten sich die Museen wie streitende Kinder im Sandkasten, sagt John Graykowski im Interview mit der "Zeit". Das Feuilleton der "FAZ" hat sich mit dem Hass auf alte Menschen beschäftigt - der sei eine Art neuer Rassismus, heißt es. Mehr

weitere Beiträge

Fazit

Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur