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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Oktober 2015

Oettinger: Europa stirbt in der Welt medial aus

Er ruft die deutschen Medien zu verstärktem Auftreten im Ausland auf

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat die großen deutschen Medien dazu aufgerufen, stärker im Ausland aufzutreten. "Europa stirbt in der Welt medial aus", sagte Oettinger bei den Medientagen München. In Amerika, Asien und arabischen Ländern seien deutsche Zeitungen kaum zu bekommen; außer der britischen BBC sei kein europäischer Sender zu empfangen. "Im Hotelzimmer: 30 arabische Sender, 40 amerikanische Sender, Sender aus allen Ländern der Welt. Europa blendet sich aus." Bilder aus Europa sollten nicht nur dann um die Welt gehen, wenn VW einen Skandal verursache oder wenn Hunderttausende Flüchtlinge die Grenzen nach Europa überqueren, mahnte Oettinger: «Man kann nicht nur mit Goethe auftreten in der Welt. Nicht nur S-Klasse exportieren. Man sollte auch kulturelle Vielfalt, Landschaft und Gesellschaft über elektronische Medien, über Fernsehen, transportieren."

Digitale Kioske warten auf Profit

"Instant Articles" auf Facebook bei Zeitungsmachern umstritten

Die Einführung des neuen Facebook-Angebots "Instant Articles" ist unter Zeitungsmachern umstritten. "Unsere Haltung ist dazu: Es gibt etwas zu spielen, lass es uns ausprobieren", sagte Jochen Wegner, Chefredakteur von "Zeit Online", heute beim sogenannten Content-Gipel der Medientage München. Beim Anklicken der "Instant Articles" auf Facebook wird der User neuerdings ohne Wartezeit auf den Zeitungsbericht gelenkt - muss dabei allerdings Werbung in Kauf nehmen. Eine klare Absage hingegen erteilte Alexandra Föderl-Schmid, Chefredakteurin der Wiener Zeitung "Der Standard", dem Projekt: "Unsere Marke ist stark genug.Wir verdienen mit Online-Werbung Geld und werden das Tier, das uns bedroht, nicht noch füttern." Mit der Frage, wie journalistischer Inhalt im digitalen Wandel dem Kunden so schmackhaft gemacht werden kann, dass er auch dafür im Netz bezahlt, haben sich zum Beispiel die Startup-Unternehmen Readly und Blendle befasst. Blendle ist eine Firma aus Holland, an der sich auch die "New York Times" und das Verlagshaus Axel Springer beteiligt haben. Der digitale Kiosk Readly, der zunächst in Schweden auf den Markt kam, ist seit einem Jahr auch in Deutschland präsent.

Staab gewinnt Wettbewerb für Berliner Bauhaus-Museum

Der Architekt setzte sich gegen 40 Bewerber durch

Der Berliner Architekt Volker Staab soll das neue Museum für die weltweit größte Bauhaus-Sammlung in Berlin bauen. Sein Büro gewann einstimmig (13:0) den Architektenwettbewerb vor 40 anderen Bewerbern. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sprach von einem "überzeugenden Entwurf", Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher von einem "Glückstag". Das neue Museum soll das vom Bauhausgründer Walter Gropius entworfene Archiv- und Museumsgebäude ergänzen, das schon seit Jahren aus allen Nähten platzt. Die Baukosten von 56,2 Millionen Euro teilen sich Land und Bund.

Band Blumentopf macht Schluss

Nach 20 Jahren Bandgeschichte löst sich Münchner Hip-Hop-Band auf

"Wir schalten die Geräte ab, klappen die Reimbücher zu und stürzen die Hip-Hop-Szene in ein schwarzes leeres Loch", heißt es heute auf der facebook-Seite der Münchner Band. "Wir lösen den Blumentopf auf. Es wird kein gemeinsames Album mehr geben. Wir sind Geschichte. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Trotzdem sagen wir jetzt mit einer dicken Träne im Knopfloch: "Wir sind draußen."" Sang- und klanglos wollen die Rapper aber nicht gehen. In einem Jahr, am 22. Oktober 2016, soll es ein großes Abschiedskonzert in München geben. Die Musiker wollten den "Blumentopf da zu Grabe tragen", wo sie sich immer am wohlsten gefühlt hätten: auf der Bühne.

Elf Kandidaten im Finale von Wettbewerb "Neue Stimmen"

Dieses Jahr mehr Finalisten als üblich

Elf aussichtsreiche Operntalente kämpfen am Samstagabend in Gütersloh um den Sieg im internationalen Gesangswettbewerb "Neue Stimmen". Die Jury um Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper, hat sie in der seit Sonntag laufenden Endrunde für das Finale im Opernnachwuchswettbewerb der Bertelsmann Stiftung nominiert. Das seien mehr als üblich, erklärte Sprecher Volker Oetzel am Freitag. Das Bewerberfeld sei in diesem Jahr so stark, dass die Juroren die Zahl der Finalisten spontan erhöht hätten. Stark vertreten ist Südafrika mit drei Sängerinnen und Sängern, die auch bereits als aussichtsreiche Kandidaten für die ersten Plätze gehandelt werden. Insgesamt hatten sich weltweit 1300 Sänger um den mit insgesamt 60 000 Euro dotierten Preis beworben. Der alle zwei Jahre ausgerichtete Wettbewerb "Neue Stimmen" wurde 1987 auf Anregung von Herbert von Karajan ins Leben gerufen. Er hatte beklagt, dass es der Opernwelt an Nachwuchssängern fehle.

Turnschuhe bei der "Tagesschau" bald tabu

Rätsel um Hosenbeine wird am Wochenende gelüftet

Elf Sekunden eingeblendete Hosenbeine ohne Oberkörper sorgten vor wenigen Tagen beim Publikum der "Tagesthemen" für Verwirrung. Offenbar plant Deutschlands älteste Nachrichtensendung einige Änderungen. "Tagesschau"-Moderatorin Judith Rakers machte gegenüber der "Bild"-Zeitung Andeutungen über die anstehende Neuerung: "Es ist eine kleine Veränderung, aber eine, die auffallen wird", sagte die Journalistin der "Bild"-Zeitung. Das Geheimnis solle am Wochenende gelüftet werden. Die Macher hatten in den vergangenen Tagen eine neue Optik angedeutet, die mit den Beinen der Sprecher und Moderatoren zu tun haben wird: "Die Zeiten von Jeans und Turnschuhen untenrum sind jedenfalls vorbei", sagte Rakers. Zuschauer und Medien spekulierten bereits, dass die Sprecher künftig komplett zu sehen sein dürften. Bislang stehen sie hinter einem Tisch und sind nur bis zur Hüfte zu sehen.

Hofer Filmpreis für Katharina Marie Schubert

Hofer Filmtage enden am Sonntag

Die Schauspielerin Katharina Marie Schubert ("Ein Geschenk der Götter") hat den Filmpreis der Stadt Hof erhalten. Die undotierte Auszeichnung wurde am späten Donnerstagabend im Rahmen der 49. Hofer Filmtage verliehen. Regisseur Oliver Haffner sagte in seiner Laudatio, Schubert sei eine "Erzählerin mit Haltung". Ihr facettenreiches Spiel sei so "unberechenbar wie eine Achterbahnfahrt und dennoch immer spielerisch leicht". Für die Hauptrolle in Haffners Film "Ein Geschenk der Götter" hatte Schubert Anfang des Jahres bereits den Bayerischen Filmpreis erhalten. Der Filmpreis der Stadt Hof wurde erstmals 1986 vergeben, zu den Preisträgern zählen Branchengrößen wie Doris Dörrie, Wim Wenders, Tom Tykwer, Dominik Graf und Caroline Link. Die Hofer Filmtage enden an diesem Sonntag.

Psychoanalytiker Arno Gruen ist tot

Der Wissenschaftler untersuchte Ursachen für Gewalt und Fremdenhass

Der Psychoanalytiker und Buchautor Arno Gruen ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Wie sein Verlag in Stuttgart mitteilte, starb er bereits am Dienstag in Zürich. Der Wissenschaftler beschäftigte sich vor allem mit den psychologischen Ursachen für Gewalt und Fremdenhass sowie mit den Voraussetzungen für Autoritätsgläubigkeit und Demokratie. Für sein Werk "Der Fremde in uns" erhielt Gruen im Jahr 2001 den Geschwister-Scholl-Preis. Der 1923 in Berlin geborene Gruen war 1936 mit seiner jüdischen Familie in die USA emigriert. Nach dem Studium der Psychologie leitete er den Verlagsangaben zufolge ab 1954 die psychologische Abteilung der ersten therapeutischen Kinderklinik in New Yorker Stadtteil Harlem. Es folgten Professuren in Neurologie und Psychologie. Seit 1979 lebte und praktiziert Arno Gruen in der Schweiz.

Jazz-Legende Mark Murphy gestorben

US-Sänger wurde 83 Jahre alt

Der US-amerikanische Jazz-Sänger Mark Murphy ist tot, er wurde 83 Jahre alt. Wie sein Management mitteilte, starb er in der Nacht in einem Heim für pensionierte Entertainer in New Jersey. Murphy wurde 1953 bei einer Jamsession von dem Entertainer Sammy Davis Jr. entdeckt . Drei Jahre später brachte der junge Sänger sein Debütalbum "Meet Mark Murphy" heraus, dem mehr als 40 weitere Platten folgten. Sechs Mal wurde er für einen Grammy nominiert. Murphys Gesang zeichnete sich durch eine große technische Bandbreite aus: Von Scat bis zu Vocalese und Sprechgesang reichte sein Können. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands war er allerdings seit 2012 nicht mehr aufgetreten.

Medientage gehen mit Europatag zu Ende

EU-Kommissar Oettinger in München erwartet

Mit einem erstmals angesetzten Europatag gehen heute die Medientage München zu Ende. Dazu wird EU-Kommissar Günther Oettinger erwartet. Gut zwei Wochen nachdem der Europäische Gerichtshof das Datenschutzabkommen mit den USA gekippt hat, soll der CDU-Politiker über den digitalen Binnenmarkt und einheitliche Standards in der EU sprechen. Bisher ist unklar, welche Folgen das Luxemburger Urteil für die Internetwirtschaft hat. Viele Unternehmen verließen sich bisher darauf, dass eine Datenübermittlung in die USA unbedenklich ist. Seit Mittwoch diskutieren Hunderte Experten der Medienbranche in München in rund 90 Veranstaltungen unter dem Leitthema "Digitale Disruption - Medienzukunft erfolgreich gestalten".

Schinkel-Kirche erneut in Gefahr

Der neugotische Backsteinbau steht in Berlin-Mitte

Die Friedrichswerdersche Kirche, ein Baudenkmal des preußischen Stararchitekten Karl Friedrich Schinkel, ist erneut in Gefahr. Die evangelische Landeskirche will am Vormittag bei einem Ortstermin über die drohenden Schäden informieren. Der neugotische Backsteinbau in Berlin-Mitte ist schon seit 2012 geschlossen, weil ein Neubau an der Westseite den Boden abgesenkt hatte - es gab Risse und Verformungen. Nun soll an der Ostseite ein weiteres Bauprojekt anlaufen, das ebenfalls zu einer Absenkung des Baugrunds führen könnte. Sie sei "entsetzt", wie in Berlin mit einem Denkmal von internationalem Rang umgegangen werde, erklärte die Kirche schon vorab.

Navid Kermani hat ein Hörspiel produziert

Ein Stück nach Texten aus dem Alten Testament und von Friedrich Hebbel

Der Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels, Navid Kermani, hat für hr2-kultur sein erstes Hörspiel produziert. Das Stück: "Stark wie der Tod. Eine biblische Liebe" nach Texten aus dem Alten Testament und von Friedrich Hebbel ist am Sonntag um 14.05 Uhr zu hören, wie der Hessische Rundfunk in Frankfurt mitteilte. Zentrales Thema Kermanis ist nach den Angaben von hr2-kultur die Liebe: "Die Sehnsucht danach, die Erfüllung, das Scheitern, die Gewalt der Liebe, die Liebe zwischen den Menschen und die im Alten Testament immer wieder enttäuschte Liebe zwischen Gott und seinem Volk." Der 1967 in Siegen geborene Navid Kermani ist habilitierter Orientalist und lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für sein literarisches und akademisches Werk erhielt er vor kurzem den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Unter anderem wurde er auch mit der Buber-Rosenzweig-Medaille und dem Hannah-Arendt-Preis ausgezeichnet.

Golo Mann-Preis für Historiker Werner Dahlheim

Dahlheims Werk "Die Welt zur Zeit Jesu" wecke Interesse an der Antike, so die Jury

Die Jury begründete ihre Entscheidung mit dem profunden Wissen und der erzählerischen Kraft, mit der Werner Dahlheim ein großes Panorama der Zeit und Umwelt Jesu schildere. Dadurch gelinge es ihm, bei den Lesern des 21. Jahrhunderts Interesse und Verständnis für die Antike zu wecken, heißt es in der Begründung weiter. Der Preis ist nach dem Historiker Golo Mann (1909-1994) benannt. Der Sohn des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann verfolgte das Ziel einer Geschichtsschreibung, die wissenschaftlich und zugleich lesbar wie ein Roman sein sollte. Die Auszeichnung wird seit 2013 alle zwei Jahre vergeben. Erster Preisträger war der Historiker Volker Reinhard. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung soll am 28. November in Berlin überreicht werden.

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Oktober 2015
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Fazit

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