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Kulturnachrichten

Montag, 14. März 2016

Notförderung für Jüdisches Filmfestival Berlin bewilligt

Hauptstadtkultufonds hatte Förderung für 2016 überraschend abgelehnt

Das Jüdisches Filmfestival Berlin & Brandenburg kann nach Wochen der Unsicherheit aufatmen. Am Wochenende hat das Auswärtige Amt nach eingehenden Gesprächen mit dem Festivalteam eine Notförderung für das Jahr 2016 zugesagt. Das traditionsreiche Festival war, nach der unerwarteten Entscheidung des Hauptstadtkulturfonds das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg nicht wieder zu fördern, in seiner Existenz bedroht. Anfragen seitens des Festivals an Staatsministerin Monika Grütters für kurzfristige andere Fördermöglichkeiten aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur waren erfolglos geblieben. Das Festival, das auch vom Land Brandenburg, dem Zentralrat der Juden in Deutschland und verschiedenen Sponsoren unterstützt wird, kann somit vom 04. - 19. Juni 2016 in Berlin und Brandenburg stattfinden.

Britischer Hofkomponist Peter Maxwell Davies gestorben

Der ehemalige Hofkomponist des Königshauses wurde 81 Jahre alt

Der britische Komponist Peter Maxwell Davies galt als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten seines Landes und war als Dirigent unter anderem im Leipziger Gewandhaus zu Gast. Sein international anerkanntes Werk umfasst zahlreiche Genres von Symphonien über Opern und Ballett bis zu Filmmusik. Von 2004 bis 2014 hatte Davies das Amt Master of the Queen's Music inne. In dieser Funktion dirigierte er das Hoforchester und schrieb Auftragswerke nach den Bedürfnissen des Königshauses. Als Prinz William und Kate 2011 heirateten, war das getragene Klavierstück "Farewell to Stromness" teil der musikalischen Begleitung der Hochzeitszeremonie. Im Juni feiert seine Kinderoper "The Hogboon" Weltpremiere im Londoner Barbican mit dem London Symphony Orchestra unter Leitung von Simon Rattle.

Goethe-Instituts-Mitarbeiterin stirbt bei Attentat

Leiterin des Goethe-Instituts Abidjan unter den 22 Todeopfern des Attentats in Grand-Bassam

Die Ethnologin Henrike Grohs leitete das Goethe-Institut Abidjan seit 2013. Zuvor war sie Referentin für Kultur und Entwicklung am Goethe-Institut Johannesburg. Die 51-jährige Afrika-Expertin hat in der Elfenbeinküste zahlreiche Kulturprojekte entwickelt. Der Präsident des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann: „Henrike Grohs, die sich für ein sinnvolles Leben der Menschen mit aller Kraft einsetzte, musste so sinnlos sterben!" Der Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert: „Wir sind fassungslos, dass Henrike Grohs auf so tragische und grausame Art aus dem Leben gerissen wurde. Sie hat ihre Arbeit geliebt und war voller Ideen und voller Energie, diese Ideen mit ihren Partnern umzusetzen." Mehrere Angreifer hatten am Sonntag in dem beliebten Badeort Grand-Bassam zeitgleich das Feuer auf Besucher dreier Hotels eröffnet. Eine Splittergruppe der Al-Qaida bekannte sich nach Angaben des französischen Radiosenders RFI zu den Angriffen. Das Goethe-Institut in Abidjan bleibt in den nächsten Tagen geschlossen.

Wiener Theologische Fakultät startet Poetik-Dozentur

Anfang der "Poetik-Dozentur" macht Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien will mit einer "Poetik-Dozentur" das Verhältnis von Literatur und Religion neu ausloten. "Noch sind Literaturwissenschaft und Theologie wenig miteinander im Gespräch; hier wollen wir einen Gegenimpuls setzen, um wechselseitige Vorbehalte auszuräumen", sagte der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück. Er selbst hat über religiöse Aspekte in den Werken von Peter Handke und Martin Walser publiziert. Theologen könnten von Literaten viel lernen, gab sich Tück überzeugt.
Die Auseinandersetzung mit Literatur bedeute immer auch, "in eine Sprachschule zu gehen". In der Theologie gebe es zunehmend "verbrauchte Vokabulare". Das Bedürfnis nach neuen Bildern und Sprachspielen sei groß. Insofern seien nicht nur Philosophie und Humanwissenschaften wichtige Bezugspunkte für die Gegenwartstheologie, sondern auch die Literatur.

Russische Kathedrale in Paris wird im Oktober geweiht

Patriarch Alexij II. (1990-2008) hatte sich 2007 für einen Kirchenneubau eingesetzt

Die neue russisch-orthodoxe Kathedrale von Paris soll im Oktober eröffnet werden. Voraussichtlich seien dabei die Staatspräsidenten Russlands und Frankreichs, Wladimir Putin und Francois Hollande, anwesend, sagte der russische Botschafter in Frankreich, Alexander Orlow, im Interview der Moskauer Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Die Bauarbeiten auf dem mehr als 4.000 Quadratmeter großen Areal am Seine-Ufer rund 300 Meter vom Eiffelturm entfernt hatten im März 2014 begonnen. Orlow zufolge dauern sie wahrscheinlich bis Ende des Sommers an. An diesem Samstag solle die Hauptkuppel fertiggestellt werden. Sie werde wie die übrigen vier Kuppeln mit reichlich Blattgold überzogen werden. Die Pläne für den Prestigebau stammen von dem Pariser Architekten und Stadtplaner Jean-Michel Wilmotte. Neben der Kathedrale entstehen ein Gemeindezentrum mit Unterkünften für Priesterseminaristen, eine Schule für 150 Kinder und ein Kulturzentrum. Das Moskauer Patriarchat hatte sich im Januar 2010 bei einem Bieterwettstreit um den früheren Sitz des Wetterdienstes "Meteo France" mit einem Gebot von rund 70 Millionen Euro gegen Kanada, Saudi-Arabien und China durchgesetzt. In der unmittelbaren Nachbarschaft am Quai Branly befinden sich auch Dienststellen des Elysee-Palastes.

Christian-Wagner-Preis für sorbisch-deutschen Lyriker

Der 78jährige Kito Lorenc wird für sein Gesamtwerk geehrt

Der sorbisch-deutsche Dichter Kito Lorenc erhält den Christian-Wagner-Preis. Der 78-Jährige wird mit der Auszeichnung für sein lyrisches Gesamtwerk geehrt, teilte die Christian-Wagner-Gesellschaft in Leonberg mit. "Seine Gedichte entfalten ihre subversive Schönheit zwischen ernster, genauer Weltwahrnehmung und selbstreflexivem Sprachwitz." Lorenc wurde 1938 im sächsischen Ort Schleife bei Görlitz geboren. Verliehen wird die mit 10 000 Euro dotierte Auszeichnung am 19. November in Leonberg. Der Preis geht nach Angaben der Gesellschaft seit 1992 im Zweijahresrhythmus an Lyriker, die in ihrem Werk der Gedankenwelt des Dichters Christian Wagner nahe stehen.

Palästinenserin zur weltbesten Lehrerin gekürt

Pädagogin aus Bethlehem lässt Kinder spielend und zwanglos lernen

Eine fortschrittliche Pädagogin aus Bethlehem ist zur "besten Lehrerin der Welt" gekürt worden. Die mit einem Preisgeld von einer Million Dollar (knapp 900.000 Euro) verbundene Auszeichnung der Varkey-Stiftung wurde der Palästinenserin Hanan al-Chrub in Dubai zugesprochen. In einer emotionalen Dankesrede sprach sich die Lehrerin für Dialog anstelle von Gewalt aus. Den in zehn Jahresraten aufgeteilten Preis wolle sie für ihre Erziehungsarbeit einsetzen. Die Preisträgerin wuchs im palästinensischen Flüchtlingslager Dheischeh am Stadtrand von Bethlehem auf, wo sie zuerst an der Mittelschule unterrichtete und ihre pädagogischen Methoden entwickelte. Inzwischen ist al-Chrub an der Oberschule von al-Bireh tätig, einer Großstadt, die mit Ramallah zusammengewachsen ist. In der Endausscheidung der diesjährigen Lehrer-Weltmeisterschaft setzte sie sich gegen Mitbewerber aus den USA, Großbritannien, Australien, Finnland und Pakistan durch. In ihrem Buch "Spielen und Lernen" spricht sie sich gegen Zwangsmethoden im Unterricht aus, die gerade im Umfeld des Nahostkonflikts Traumata bei den Kindern verstärken können.

Seltene römische Goldmünze in Israel entdeckt

Gegenstück liegt im Britischen Museum

Eine seltene römische Goldmünze ist von einer Wanderin im Nordosten Israels gefunden worden. Es handelt sich um das zweite bekannte Exemplar der Prägung, wie die israelische Altertumsbehörde (IAA) am Montag mitteilte. Ihr Gegenstück liegt im Britischen Museum in London. "Diese Münze, geprägt 107 nach Christus in Rom, ist weltweit sehr selten", sagte IAA-Münzexperte Danny Syon. Obwohl sie von Kaiser Trajan geprägt worden sei, zeige sie den knapp hundert Jahre zuvor verstorbenen Kaiser Augustus - offenbar war die Münze Bestandteil einer Nostalgie-Serie. "Die Münze veranschaulicht die Präsenz der römischen Armee vor knapp 2000 Jahren in Galiläa", sagte der Leiter der IAA-Münzabteilung Donald Ariel. Goldmünzen aus der Zeit Trajans seien sehr selten, die gefundene Münze eingerechnet sind bislang erst drei in Israel entdeckt worden.

Jazzsängerin Ernestine Anderson gestorben

In den sechs Dekaden ihrer Karriere war sie sechs Mal für den Grammy nominiert

Die US-Jazzsängerin Ernestine Anderson ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Dies teilte das Büro der Gerichtsmedizin im US-Staat Washington mit. Anderson soll demnach bereits am Donnerstag in einem Seniorenheim im Ort Shoreline eines natürlichen Todes gestorben sein. Ihre sechs Dekaden umspannende Karriere führte die Sängerin in alle Welt. Wie die Zeitung "The Seattle Times" meldete, trat sie in der berühmten New Yorker Carnegie Hall, bei der Vereidigung des früheren Präsidenten Dwight D. Eisenhower sowie auf Festivals in Japan, Südamerika und Europa auf. Für das Label Mercury Records nahm Anderson sechs Alben auf, etwa die von Kritikern gefeierten Platten "Hot Cargo" von 1958 und "Moanin". Damals pries sie das "Time Magazine" als "das am besten gehütete Jazz-Geheimnis im Land". In ihrer Karriere war sie vier Mal für den Musikpreis Grammy nominiert. 2011 veröffentlichte Ernestine Anderson ihr letztes Album.

Autor Daoud kritisiert erneut islamisches Frauenbild

Kamel Daoud prangert Unterdrückung der Frauen an

Der algerische Autor Kamel Daoud hat die Unterdrückung von Frauen in vielen islamischen Gesellschaften angeprangert. Die Fundamentalisten wollten, dass das richtige Leben erst nach dem Tod stattfinde. Weil man das Leben nicht liebe, hasse man die Frauen, sagte Daoud beim Literaturfestival Lit.Cologne. Weil er sich bei einem Autounfall beide Beine gebrochen hatte, wurde er über Skype von Algerien aus nach Köln zugeschaltet. Daoud hatte in den vergangenen Wochen mit einer schonungslosen Analyse der sexuellen Übergriffe in der Kölner Silvesternacht Aufsehen erregt, die hauptsächlich nordafrikanischen Männern zugeschrieben werden. In einem Beitrag für mehrere Zeitungen hatte er die Frauenfeindlichkeit nordafrikanischer Länder angeprangert. Als daraufhin französische Intellektuelle dem Autor Islamophobie vorwarfen, kündigte er an sich aus dem Journalismus zurückzuziehen.

Kulturrat ruft zu Widerstand gegen AfD-Politik auf

Partei will Kulturschaffende auf einen positiven Heimatbezug verpflichten

Der Deutsche Kulturrat hat nach dem Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zum Widerstand gegen deren Politik aufgerufen. Wenn der erste Schock überwunden sei, müssten Kulturschaffende den Forderungen der AfD so schnell wie möglich Einhalt gebieten, sagte Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Die rechtspopulistische Partei will Museen, Orchester und Theater in Sachsen-Anhalt laut Wahlprogramm dazu verpflichten, einen positiven Deutschland-Bezug zu fördern. "Das ist genau das, was wir glücklicherweise überwunden haben", sagte Zimmermann. Mit Blick auf AfD-Anhänger ergänzte er: "Die müssen nicht glauben, dass wir uns das gefallen lassen." Aus gutem Grund gebe es bislang einen Unterschied zwischen denen, die Kunst machten, und denen, die Kunst finanzierten. "Es kann nicht sein, dass die AfD diesen Konsens aufbricht", betonte Zimmermann. Als zweitstärkste Kraft im Landtag habe die Partei eine große Gestaltungsmacht - auch in der Opposition. Deswegen müsse man mit ihr genauso um Inhalte ringen wie mit Regierungsparteien.

Saxofonist Lutz Büchner stirbt mit 47 Jahren

Zusammen mit der NDR Bigband war er auf Japan-Tournee

Der Saxofonist Lutz Büchner ist an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Das teilte der Norddeutsche Rundfunk mit. Er starb bereits am 11. März. 22 Jahren spielte Büchner in der NDR Bigband. Hörfunkdirektor Joachim Knuth erklärte: "Lutz Büchner hatte den Jazz im Blut. Er liebte den spielerischen Umgang mit der Musik. Ein großer Verlust."

Besucherrekord bei Kurt-Weill-Fest

18.400 Menschen kamen zu 58 Veranstaltungen

Mit 2000 mehr Gästen als im vergangenen Jahr ist in Dessau-Roßlau das Kurt-Weill-Fest zu Ende gegangen. Neben Musik von Weill waren in einem Schwerpunkt Kompositionen von Ernst Krenek zu hören. 18.400 Besucher kamen zu den insgesamt 58 Veranstaltungen. Im kommenden Jahr wird das Fest unter dem Mottog "Luther, Weill & Mendelssohn" stehen, teilte Festivalleiter Kaufmann mit. 500 Jahre Reformation, 250 Jahr Aufklärung und 100 Jahre Klassische Moderne sollen dann musikalisch gefeiert werden. Das MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Kristjan Järvi wird das Fest als Artist-in-Residence begleiten.

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Fazit

Höhlenmalereien in LascauxDas kopierte Wunder
Höhlenmalerei im "Internationalen Zentrum für Höhlenmalerei" (Lascaux 4) (Deutschlandradio - Bettina Kaps)

1940 wurden in Lascaux prähistorische Höhlenmalereien entdeckt. Doch weil die vielen Besucher den Felsmalereien schadeten, baute man eine exakte Kopie: Lascaux 2. Diese gefährdete aber das Original und deshalb gibt es jetzt eine weitere Höhle mit kopierter Wandmalerei.Mehr

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