Seit 10:07 Uhr Lesart
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 10:07 Uhr Lesart
 
 

Fazit / Archiv | Beitrag vom 27.04.2011

Nordische Sage mit Neuzeit kombiniert

"Thor" - der neue Film von Kenneth Branagh

Von Jörg Taszman

Chris Hemsworth, Hauptdarsteller in "Thor" (picture alliance / dpa)
Chris Hemsworth, Hauptdarsteller in "Thor" (picture alliance / dpa)

Zwar gibt es in Kenneth Branaghs neuem Film reichlich Trash und 3D-Effekte, aber auch einen guten Schuss Selbstironie. Hinzu kommen eine zuckersüße Natalie Portman und ein wandlungsfähiger Chris Hemsworth, die "Thor" zumindest das Prädikat "unterhaltsam" einbringen.

Was wie ein weiteres Stück Überwältigungskino aus dem Hause Marvel beginnt, mit unfreiwilliger Komik und reichlich Trash, wird im Laufe des Films ansehnlicher und sogar unterhaltsam. Das liegt vor allem daran, dass nach den Comicverfilmungen wie "X-Men", "Iron Man" oder "Hulk" mit ihren oft eindimensionalen Helden, eine alte nordische Sage ganz gewagt mit der Neuzeit kombiniert wird.

So landet der ausgestoßene Thor, Sohn Odins im heutigen New Mexico und läuft dort der leicht verpeilten Wissenschaftlerin Jane (Natalie Portman) vor den Geländewagen. Der Raufbold und arrogante Herrschersohn lernt so im Exil unserer hochtechnisierten Neuzeit, ein wenig Demut und die Liebe kennen und benimmt sich mit seinen archaischen Manieren mal völlig daneben, dann wieder wie ein ausgesuchter "old-fashioned" Gentleman. Und wie seine Figur wandelt sich auch der Schauspieler Chris Hemsworth in seiner Rolle vom grimassierenden, chargierenden Akteur zu einem hemdsärmelig-sympathischen Kerl.

Was der Shakespeare-Liebhaber und selber nicht immer uneitle Regisseur Kenneth Branagh (der diesmal übrigens selbst nicht mitspielt) zu Beginn des Films noch verschenkt, macht er mit einer gut dosierten Portion Selbstironie, teils feinem dann eher derberen Humor wieder gut. Und dann ist "Thor" vor allem auch die Geschichte eines tragischen Bruderzwists, zweier Männer die um die Liebe des Übervaters Odin (sehr patriarchalisch Sir Anthony Hopkins) buhlen.

Und wenn es um Theatralik, blutige Intrigen, Verrat und Tod geht, ist Kenneth Branagh mehr zu Hause als beim konventionellen Kampf Gut gegen Böse, der dann das große, laute, scheppernde Finale des Films wieder bestimmt.

Die 3D-Effekte kommen nur selten wirklich zur Geltung, funktionieren in einigen Totalen von Thors Heimatplaneten Asgard besser als im Hier und Heute, bieten aber nicht durchgehend ein filmisches Plus. Und so ist "Thor" vor allem unterhaltsames Popcornkino, besonders für große Jungs.

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsDisziplinverstöße oder Schlimmeres
Die Statur des nackten Donald Trump, die von Aktivisten an mehreren Standorten in den USA aufgestellt wurden, darunter Los Angeles, California, USA (EPA)

Die "FAZ" hadert mit Menschen, die sich an der falschen Stelle zurückhalten. Und die "Welt" nimmt die Gemeinsamkeiten Donald Trumps und Theodore Roosevelts unter die Lupe. Dabei findet das Blatt - zum Glück - einen ziemlich deutlichen Unterschied.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

62. Verleihung der Goethe-MedaillenMigration als Motor
Der nigerianische Fotograf Akinbode Akinbiyi  (Emeka Okereke)

"Migration der Kulturen - Kulturen der Migration" - dies war das Motto der 62. Verleihung der Goethe-Medaillen. Ausgezeichnet wurden der Schriftsteller Juri Andruchowytsch, der Fotograf Akinbode Akinbiyi und der Direktor des georgischen Nationalmuseums David Lordkipanidze.Mehr

Dokumentarfilm über Immobilienboom"Ein System der Gier"
Zahlreiche Baukrähne sind in Berlin zu sehen - vor allem bezahlbare neue Wohnungen werden gebraucht. (dpa / Jörg Carstensen)

"Muss ein Hartz-IV-Empfänger am Potsdamer Platz wohnen?", fragt einer der Protagonisten im Dokumentarfilm "Die Stadt als Beute". Filmemacher Andreas Wilcke hat vier Jahre lang den Immobilienboom in Berlin beobachtet - und zeigt eindringlich, wie Wohnraum zur Ware verkommt.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur