Montag, 6. Juli 2015MESZ17:49 Uhr

Die Reportage

Sierra LeonaAngst vor dem "Ebola-Business"
(Oliver Ramme)

Die Zahl der Ebola-Fälle ist in Sierra Leone stark gesunken – doch die Angst vor der Seuche geht noch immer um. Weil die Menschen fürchten, sich anzustecken, meiden sie Krankenhäuser. Ihr Verdacht: Ärzte und Pfleger sind Teil eines zynischen "Ebola-Business".Mehr

Die nächste RevolutionWie sich Kuba verändert
Straßenbild in Havanna: Konterfeis von Che Guevara, Antonio Mella und Camilo Cienfuegos (dpa / picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Kuba erlebt einen Prozess der Veränderung, der nicht mehr aufzuhalten ist. Die Kubaner dürfen sich selbstständig machen, reisen, Häuser und Autos kaufen. Trotz der Aufbruchstimmung bleiben viele skeptisch: Steht ihr Land vor dem Ausverkauf?Mehr

Maestro MyonEin Roboter im Orchestergraben
Christian Benkendorf von der Humboldt-Universität Berlin steht am Donnerstag (10.06.2010) auf dem Internationalen Design-Festival ((DMY) in Berlin neben dem Roboter "Myon". (picture alliance / dpa / Soeren Stache )

An diesem Sonntag soll ein Roboter an der Komischen Oper in Berlin auftreten - wie ein normales Mitglied des Ensembles. Eineinhalb Jahre lang hat Carolin Pirich die Maschine namens Myon begleitet. Die Geschichte eines visionären Projekts.Mehr

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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 10.02.2013

Nomaden in Not

Vom Ende der Fische und Fischer

Von Tina Hüttl

Den Fischern wird die Lebensgrundlage genommen. (picture alliance / dpa /  Landov Odeski)
Den Fischern wird die Lebensgrundlage genommen. (picture alliance / dpa / Landov Odeski)

Das Volk der Bajos segelte jahrhundertelang auf Hausbooten durch den Westpazifik. Die Nomaden, die auch Zigeuner der Meere genannt werden, gelten in Indonesien als die besten Fischer der Welt. In den 60er-Jahren zwang sie die Regierung in Jakarta, in Wasserdörfern sesshaft zu werden. Ihre Traditionen, ihre Lebensweise blieb aber von nomadischem Denken geprägt, ein Denken, das sich nicht mit der modernen Zeit verträgt.

Auf dem Meer kann ihnen niemand etwas vormachen, auf einem Marktplatz sind sie verloren. Auf einem immer gierigeren Weltmarkt werden sie ausgenutzt als billige Lieferanten. Und so könnte eine ihrer alten Legenden, die besagt, dass die Bajos immer durch die Meere ziehen müssen, am Ende wahr werden. Schon jetzt ziehen junge Bajos als moderne Arbeitsnomaden nach China, Taiwan oder Malaysia, um auf Fischtrawlern anzuheuern, weil in ihrer Heimat ihre Lebensgrundlage - die Fischstöcke - mehr und mehr schwindet.

Tina Hüttl (Bernhard Ludewig)Tina Hüttl (Bernhard Ludewig)Tina Hüttl: "Ein paar Tage mit den Bajos zu leben, war total faszinierend. Es gibt wirklich so was wie eine nomadische Seele. Ich habe zum Beispiel einige Bajos nach ihren Wünschen für die Zukunft gefragt. Und sie haben meine Frage gar nicht verstanden. Es gibt kein Wort für Zukunft in der Sprache der Bajos. Sie leben total im Hier und Jetzt, und das ist toll und faszinierend, aber gleichzeitig wird es ihnen auch zum Verhängnis."

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