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Die Reportage / Archiv | Beitrag vom 10.02.2013

Nomaden in Not

Vom Ende der Fische und Fischer

Von Tina Hüttl

Den Fischern wird die Lebensgrundlage genommen. (picture alliance / dpa /  Landov Odeski)
Den Fischern wird die Lebensgrundlage genommen. (picture alliance / dpa / Landov Odeski)

Das Volk der Bajos segelte jahrhundertelang auf Hausbooten durch den Westpazifik. Die Nomaden, die auch Zigeuner der Meere genannt werden, gelten in Indonesien als die besten Fischer der Welt. In den 60er-Jahren zwang sie die Regierung in Jakarta, in Wasserdörfern sesshaft zu werden. Ihre Traditionen, ihre Lebensweise blieb aber von nomadischem Denken geprägt, ein Denken, das sich nicht mit der modernen Zeit verträgt.

Auf dem Meer kann ihnen niemand etwas vormachen, auf einem Marktplatz sind sie verloren. Auf einem immer gierigeren Weltmarkt werden sie ausgenutzt als billige Lieferanten. Und so könnte eine ihrer alten Legenden, die besagt, dass die Bajos immer durch die Meere ziehen müssen, am Ende wahr werden. Schon jetzt ziehen junge Bajos als moderne Arbeitsnomaden nach China, Taiwan oder Malaysia, um auf Fischtrawlern anzuheuern, weil in ihrer Heimat ihre Lebensgrundlage - die Fischstöcke - mehr und mehr schwindet.

Tina Hüttl (Bernhard Ludewig)Tina Hüttl (Bernhard Ludewig)Tina Hüttl: "Ein paar Tage mit den Bajos zu leben, war total faszinierend. Es gibt wirklich so was wie eine nomadische Seele. Ich habe zum Beispiel einige Bajos nach ihren Wünschen für die Zukunft gefragt. Und sie haben meine Frage gar nicht verstanden. Es gibt kein Wort für Zukunft in der Sprache der Bajos. Sie leben total im Hier und Jetzt, und das ist toll und faszinierend, aber gleichzeitig wird es ihnen auch zum Verhängnis."

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