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Kulturnachrichten

Donnerstag, 24. März 2016

Nobelakademie verurteilt Fatwa gegen Autor Rushdie

Erklärung 27 Jahre nach Todesaufruf

Es hat fast drei Jahrzehnte gedauert, bis die schwedische Akademie, die den Nobelpreis für Literatur verleiht, die Fatwa gegen den britischen Schriftsteller Salman Rushdie verurteilt hat. In einem Beitrag für die Tageszeitung Dagens Nyheter weist die Akademie die „Verurteilung zum Tode aufgrund einer literarischen Äußerung als schwere Verletzung der Meinungsfreiheit" nun zurück. „Die Unabhängigkeit der Literatur von politischer Kontrolle ist zwingend in einer zivilisierten Gesellschaft und muss gegen die Anhänger von Rache und Zensur geschützt werden", schreibt der ständige Sekretär der Akademie, Tomas Riad. Im Namen dieser Unabhängigkeit der Literatur hatte die Akademie sich bislang einer Stellungnahme enthalten. Die Mitglieder waren hin- und hergerissen zwischen denen, die die Neutralität ihres Gremiums bewahren und denen, die den Schriftsteller offensiv unterstützen wollten. Seither hat sich die Zusammensetzung stark verändert, und nachdem die Summe für eine  Ermordung Rushdies Ende Februar von iranischen Medien erhöht worden war, hat sich die Akademie nun entschlossen, Position zu beziehen, wie Tomas Riad erklärte.

Vermisster Hongkonger Verleger aus China zurück

Lee Bo war Ende Dezember unter ungeklärten Umständen aus Hongkong verschwunden

Der monatelang vermisste Hongkonger Verleger Lee Bo ist aus China zurückgekehrt. Wie die Hongkonger Behörden am Donnerstag mitteilten, wurde Lee bei seiner Rückkehr zu den Geschehnissen der vergangenen Monate befragt. Lee war Ende Dezember unter ungeklärten Umständen aus Hongkong verschwunden und später dann in China aufgetaucht. Sein Verschwinden und das anderer Verlagsmitarbeiter hatte große Besorgnis wegen einer zunehmenden Einmischung Chinas in Hongkong ausgelöst. Die Betroffenen arbeiteten für den chinakritischen Verlag Mighty Current, der ein Buch über eine ehemalige Geliebte des chinesischen Präsidenten Xi Jinping plante. Ende Februar trat Lee, der die britische Staatsbürgerschaft hat, erstmals im Fernsehen auf und versicherte, er sei freiwillig nach China gegangen und nicht entführt worden. Er sei nach China gegangen, um dort bei Ermittlungen der Justiz zu kooperieren. Seine britische Staatsbürgerschaft wolle er abgeben. Die Hintergründe dieser Äußerungen, die der in Hongkong ansässige Privatsenders Phoenix ausstrahlte, blieben unklar.

Hanns Zischler erhält Cicero-Rednerpreis

Schauspieler ist in mehr als 200 Kino-Filmen zu sehen

Für seine rhetorischen Verdienste erhält der Schauspieler, Autor und Fotograf Hanns Zischler in diesem Jahr den Cicero-Rednerpreis. Wie die Stadt Bonn mitteilte, wird Zischler die Auszeichnung des Verlags für die Deutsche Wirtschaft am 6. April in Bonn verliehen. Der Schauspieler ist in über 200 Kinofilmen unter anderem von Regisseuren wie Wim Wenders, Claude Chabrol, Jean-Luc Godard und Steven Spielberg zu sehen. Der Cicero-Rednerpreis wird vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft seit 1994 für herausragende rhetorische Leistungen gestiftet, seit 2012 wird er im Abstand von zwei Jahren vergeben. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Joachim Gauck, Jean-Claude Juncker, Herta Müller und Peter Sloterdijk.

Kein & Aber erwirbt insolventen Verlag Rogner & Bernhard

Schweizer Verlag übernimmt auch alle Autorenverträge

Der Schweizer Verlag Kein & Aber übernimmt den insolventen Verlag Rogner & Bernhard. Die Programme der beiden Verlage ergänzten sich in idealer Weise, heißt es in einer Mitteilung. Sämtliche Autorenverträge und Buchbestände gehen an die Schweizer über. Laut Pressemitteilung verstehen sich beide Verlage als innovative Qualitätsverlage mit international bekannten Hausautoren. T.C. Boyle, Woody Allen oder Nick Hornby sind in deutscher Übersetzung erstmals bei Rogner & Bernhard erschienen. Im Dezember hatten die Traditionsverlage Haffmans & Tolkemitt sowie Rogner & Bernhard Insolvenz anmelden müssen. Die Umsätze waren 2015 zweistellig rückläufig. Der 1968 in München von Klaus P. Rogner, Marianne Bernhard und Axel Matthes gegründete Verlag wurde vor allem bekannt durch einen Exklusivvertrag mit dem Zweitausendeins-Vertrieb.

US-Schauspieler Ken Howard tot

Emmypreisträger durch Serien wie "DerDenver-Clan" bekannt

Der amerikanische Schauspieler Ken Howard, der in Filmen wie "J. Edgar","Michael Clayton" und "Der Richter - Recht oder Ehre" mitwirkte, ist tot. Wie die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA mitteilte, starb Howard am Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles. Er wurde 71 Jahre alt. Der Darsteller war seit 2009 Vorsitzender des Filmverbands. Der Tony- und Emmypreisträger spielte über Jahrzehnte hinweg in zahlreichen Fernsehserien mit, darunter "The White Shadow", "Crossing Jordan", "Die Colbys - Das Imperium", "Der Denver-Clan" und "30 Rock".

Peter Handke bekommt Preis für Europäische Literatur

Sigrid Löffler nahm Handke gegen Anfeindungen in Schutz

Der umstrittene Autor Peter Handke hat begleitet von reichlich Lobgesang in der Liederhalle von Stuttgart den mit 25 000 Euro dotierten Würth-Preis für Europäische Literatur erhalten. Geehrt wurde der 73 Jahre alte Österreicher für "seinen besonderen Blick auf ein Europa der kulturellen Vielfalt". Jury Mitglied Sigrid Löffler verteidigte Handke gegen die im Literaturbetrieb verbreiteten Anfeindungen und gegen "Häme". "Seine Gegner ignorieren beharrlich, dass Handke in seinen jüngsten Werken kritischer mit sich selbst ins Gericht geht als sie es je vermochten", sagte Löffler. Der Schriftsteller habe sich zuletzt aus dem Abseits befreit, in das er sich im Balkan-Konflikt manövriert hatte, sagte Löffler. Handke zeigte sich gerührt von der Ehrung. "Habt keine Angst vor mir", sagte er. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen - von einer Stiftung des schwäbischen Unternehmers Reinhold Würth. Zu den bisherigen Preisträgern zählen auch Herta Müller (2006), Peter Turrini (2008), Ilja Trojanow (2010) und Péter Nádas (2014).

US-Kongressbibliothek adelt Heavy-Metal-Band Metallica

Album "Master of Puppets" in historisches Tonarchiv aufgenommen

Die Heavy-Metal-Band Metallica wird als erste Band ihres Genres von der Kongressbibliothek in Washington geadelt, indem eines ihrer Werke in das Archiv der Tonaufnahmen aufgenommen wird, die für künftige Generationen erhalten bleiben sollen. Das Metallica-Album "Master of Puppets" von 1986 markiere eine Wende in der Entwicklung der Band, teilte die Library of Congress mit. Metallica habe sich mit dem Album aus den Bahnen des sogenannten Thrash Metal der frühen 80er Jahre befreit. Manche Kritiker halten "Master of Puppets" für das beste Heavy-Metal-Album aller Zeiten. Die Library of Congress nimmt jedes Jahr 25 Originalaufnahmen in ihr Tonarchiv für "kulturell, historisch oder ästhetische bedeutsame" Werke auf. In diesem Jahr gehören auch der Disco-Klassiker "I Will Survive" von Gloria Gaynor (1978) sowie das legendäre Jazzalbum " A Love Supreme" von John Coltrane (1964) dazu. Auch nicht-musikalische Aufnahmen gehen in das Archiv ein. In diesem Jahr zählt eine Rede des US-Außenministers George Marshall aus dem Jahr 1947 dazu, indem er seinen Wiederaufbauplan für das vom Weltkrieg zerstörte Europa erläutert.

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