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Kulturnachrichten

Mittwoch, 4. November 2015

Neues Kant-Lexikon erschienen

Band dient als Hilfsmittel bei der Lektüre des Philosophen

Nach fast 100 Jahren ist wieder ein Kant-Lexikon erschienen. Das dreibändige Werk mit knapp 2.400 Artikeln, das auch die Kant-Forschung des 20. Jahrhunderts abbildet, wurde an der Frankfurter Goethe-Universität vorgestellt. Das neue Lexikon wolle ein reines Hilfsmittel bei der Lektüre Kants sein, betonte der Frankfurter Philosophie-Professor Marcus Willaschek. Es gehe weder um eine Kanonisierung noch um eine Beurteilung Kants, auch wenn Interpretationsschwierigkeiten und -kontroversen durchaus berücksichtigt würden. Unter der Federführung von Willaschek hatten drei weitere Herausgeber insgesamt 15 Jahre an dem Lexikon gearbeitet. Der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) gehört zu den bedeutendsten Vertretern der abendländischen Philosophie. Sein Werk "Kritik der reinen Vernunft" gilt als ein Wendepunkt in der Philosophiegeschichte und als Beginn moderner Philosophie.

Besorgnis wegen Gesetz: Macke-Erben lassen Werke versteigern

"Was bislang schon abgeflossen ist, ist furchterregend."

Vor dem Hintergrund des geplanten Kulturgutschutzgesetzes wird das Kölner Kunsthaus Lempertz fünf Werke von August Macke im Auftrag der Erben versteigern. "Es handelt sich um Arbeiten, die der Macke-Nachlass bislang gerne Museen zur Verfügung gestellt hat", sagte Auktionator Henrik Hanstein der "Süddeutschen Zeitung". Als Begründung hätten die Erben die möglichen Auswirkungen des Gesetzes genannt, das heute vom Bundeskabinett verabschiedet wurde. Bilder wie von Macke würden etwa zwei Drittel ihres Wertes verlieren, erläuterte der Auktionator. Nach dem umstrittenen Gesetzentwurf soll künftig auch bei der Ausfuhr von Kunstwerken in EU-Länder unter bestimmten Bedingungen eine Genehmigung nötig sein. Bisher war das nur bei Exporten in außereuropäische Staaten der Fall. Hanstein sagte, bei dem Vorgehen der Macke-Erben handele es sich nicht um einen Einzelfall. Viele Sammler, Erben und auch Künstler überlegten, ihre Sammlungen ins Ausland zu bringen, vor allem in die Benelux-Länder. Zwar halte er diese Reaktion für verfrüht, aber: "Was bislang schon abgeflossen ist, ist furchterregend." Er wisse von Werken im Gesamtwert von mehr als 100 Millionen Euro, erklärte der Auktionator.

Kulturgutschutzgesetz vom Kabinett verabschiedet

Gesetzentwurf geht zur weiteren Beratung in den Bundestag

Der umstrittene Gesetzentwurf zum Schutz von Kulturgütern ist am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedet worden. Damit geht der Vorschlag von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zur weiteren Beratung in den Bundestag. "Mit der Novellierung des Kulturgutschutzes setzen wir eines der wichtigsten kulturpolitischen Vorhaben dieser Legislaturperiode um", erklärte Grütters. Sie stehe in der Verantwortung, national wertvolles Kulturgut vor Abwanderung ins Ausland zu schützen. Bei Künstlern, Sammlern und Galeristen war der Entwurf auf teils heftige Kritik gestoßen. Sie fürchten Handelshemmnisse, einige sprachen gar von "Enteignung".

Anselm Kiefer lobt Merkels Flüchtlingspolitik

Ihre Politik könne Deutschlandbild positiv verändern

Der Künstler Anselm Kiefer (70) zieht vor Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Kurs in der Flüchtlingsfrage den Hut. Ihre Politik der offenen Arme könne das Deutschlandbild in der Welt positiv verändern. Dafür riskiere sie womöglich ihr Amt, denn die Kritik an diesem Kurs werde immer lauter, sagte Kiefer in Paris. "Ich beglückwünsche sie zu diesem womöglich selbstzerstörerischen Mut, der Deutschland zu einem Vorbild für andere machen könnte", erklärte der Maler, dem das Pariser Centre Pompidou ab 16. Dezember eine große Retrospektive widmet. Vor allem in Frankreich herrsche noch das romantisch verklärte Bild Deutschlands als eines Landes der Dichter und Denker vor - aber auch als eines Landes der Barbarei, sagte Kiefer anlässlich seiner Pariser Ausstellung. Dabei bezieht sich der Künstler auf das 1813 erschienene Buch "De l'Allemagne" der französischen Schriftstellerin Germaine de Staël, die darin Deutschland bewundert, aber auch kritisiert und schmäht. Kiefer, der zu den bedeutendsten Gegenwartsmalern zählt, setzt sich in seinen Kunstwerken immer wieder mit der deutschen Geschichte, ihrer Geistesgrößen und Mythen auseinander.

Welterbe in Syrien schwer beschädigt

Zivilisten suchen in den historischen Gebäuden Zuflucht

Im Nordwesten Syriens ist eine einzigartige Ruinenstadt aus frühbyzantinischer Zeit durch den Bürgerkrieg schwer beschädigt worden. Zahlreiche Steinsärge in einem Pyramidengrab seien in dem Ort Al-Bara absichtlich zerstört worden, erklärte Syriens oberste Antikenbehörde- Fotos zeigten auch Spuren von Kämpfen. Zudem würden alte Gebäude mit schwerem Gerät und Sprengstoff zerstört, um die Steine für neue Bauten wiederzuverwenden. Das Ende des vierten Jahrhunderts besiedelte Al-Bara gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und steht zusammen mit rund 40 anderen Ruinenorten der Region auf der Liste der gefährdeten Stätten. Den Vereinten Nationen zufolge nutzen viele Syrer die historischen Gebäude, um vor der Gewalt im Bürgerkrieg Zuflucht zu suchen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana machte "Terroristen" für die neuen Zerstörungen verantwortlich. So nennt das Regime alle Rebellen im Land. Die Region wird von mehreren islamistischen Gruppen kontrolliert, zu denen auch der syrische Al-Kaida-Ableger gehört. Ende Oktober gab es nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte jedoch auch russische Luftangriffe in Al-Bara. Syriens Luftwaffe setzte in dem Ort in der Vergangenheit zudem Fassbomben ein. Der Leiter der syrischen Antikenbehörde, Mamun Abdulkarim, sagte, auch Schmuggler seien dort am Werk.

Astrid Lindgrens Wohnung öffnet für Besucher

Erste Führung am Tag nach ihrem Geburtstag

Zum 108. Geburtstag von Astrid Lindgren macht die Familie der berühmten Schriftstellerin Fans ein besonderes Geschenk: Die Wohnung in Stockholm, in der die Schwedin 60 Jahre lang lebte, soll künftig für Besucher zugänglich sein. Am 14. November soll die Eröffnung sein. Vorerst an den Wochenenden könnten sich dann kleine Gruppen durch das Zuhause der "Pippi Langstrumpf"-Autorin im Vasaviertel führen lassen, sagte die Organisatorin, Jessica Bab Bonde. Das Apartment ist seit dem Tod der Schriftstellerin 2002 nahezu unberührt. Hier entstanden viele der weltbekannten Geschichten um Michel aus Lönneberga oder die Kinder von Bullerbü. Am 14. November wäre Astrid Lindgren 108 Jahre alt geworden. Einen Tag später soll die erste Führung durch ihre Wohnung stattfinden.

Ben Gibson wird neuer Direktor der Berliner Filmakademie

Brite tritt Amt im Februar 2016 an

Der Brite Ben Gibson (57) wird neuer Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB). Das Kuratorium der Filmhochschule unter Vorsitz des Chefs der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning, habe die Bestellung von Gibson bestätigt. Gibson werde sein Amt am 15. Februar 2016 antreten, teilte die Akademie mit. Nach dem Weggang von DFFB-Chef Jan Schütte im vergangenen Jahr war der Posten wegen Differenzen über die Nachfolge unbesetzt. Der auch als Produzent tätige Gibson war von 2001 bis 2014 Direktor der London Film School. Zuletzt arbeitete er unter anderem an der Australian Film Television and Radio School in Sydney.

Hans-Abich-Preis geht an Matthias Brandt

Jury würdigt Schauspieler als kongenial und Teamplayer

Der Schauspieler Matthias Brandt wird in diesem Jahr mit dem Ehrenpreis des Fernsehfilmfestivals Baden-Baden geehrt. "Mit den verschiedensten Regisseuren schwingt Brandt stets kongenial mit, ohne dabei seinen eigenen Stil der kleinen, präzisen Gesten je zu verleugnen", teilte die Jury mit. "Dabei bleibt er immer der Teamplayer, der anderen Spielraum für eigene Höchstleistungen gewährt." Der Hans-Abich-Preis würdigt besondere Verdienste um den Fernsehfilm; Brandt erhält ihn am 27. November, die Laudatio hält Regisseur Christian Petzold. Der Preis wird in Erinnerung an den Filmproduzenten, Publizisten und früheren Fernsehdirektor der ARD, Hans Abich (1918-2003), vergeben.

Bayreuther Festspielhaus: Hauptfassade soll bald saniert sein

Mit beheiztem Gerüst durch den Winter

Bis zum Frühjahr soll die Hauptfassade des Bayreuther Festspielhauses saniert sein. Um auch im Winter weiter arbeiten zu können, werde eigens das Gerüst beheizt, sagte Architekt Detlef Stephan am Mittwoch. Das ist allerdings nur der Anfang der mehrjährigen Sanierung des weltberühmten Opernhauses: Der kaufmännische Direktor der Festspiele, Heinz-Dieter Sense, geht von einer Restaurierungszeit von bis zu acht Jahren aus. Denn gearbeitet werden kann nur, wenn nicht geprobt wird oder die Festspiele laufen. 30 Millionen Euro haben die Geldgeber - vor allem Bund und Freistaat- bereits zugesagt. Ob diese Summe ausreicht, wird sich im Frühjahr 2016 zeigen, wenn eine detaillierte Aufstellung aller notwendigen Arbeiten vorliegt.

Amazon eröffnet Buchladen in Seattle

"Vorteile des Online-Einkaufs und des stationären Handels verbinden"

Mit dem Online-Verkauf von Büchern hat Amazon Buchhändler in vielen Ländern das Fürchten gelehrt - jetzt eröffnet der Konzern erstmals einen eigenen Laden mit gedruckter Literatur. Das Geschäft in der Amazon-Heimatstadt Seattle soll sieben Tage in der Woche geöffnet sein. "Tausende" Titel seien vorrätig, man könne auch Online-Bestellungen für Millionen weiterer Bücher aufgeben, erklärte der weltgrößte Online-Händler. Amazon wolle die Vorteile des Online-Einkaufs und des stationären Handels verbinden, hieß es. Neben jedem ausgestellten Buch werden Kärtchen mit der Amazon-Bewertung platziert, die Preise im Laden und im Internet sollen gleich sein.

"Tribute von Panem"-Film feiert Weltpremiere in Berlin

Offizieller Kinostart ist am 19. November

Der letzte Film der "Tribute von Panem"-Saga feiert heute Abend um 19.30 Uhr seine Weltpremiere in Berlin. Auf dem roten Teppich am Potsdamer Platz werden unter anderem die Oscar-Preisträgerinnen Jennifer Lawrence und Julianne Moore sowie die Schauspieler Liam Hemsworth, Donald Sutherland und Josh Hutcherson erwartet.Die Literaturverfilmungen haben weltweit Fans gefunden, nun geht die Science-Fiction-Fantasy-Reihe mit dem vierten Teil zu Ende. In "Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2" treten Katniss Everdeen (Lawrence) und ihre Mitstreiter zur Schlacht an, um den Präsidenten Snow (Sutherland) zu stürzen. Teile des Films wurden in Berlin auf dem ehemaligen Tempelhofer Flughafen gedreht.

Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung ohne Direktor

Historiker Halder wird seinen neuen Posten nicht antreten

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) erklärte in Berlin, Halder habe sie darüber informiert, dass er aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung stehe. Bis zur Neubesetzung des Postens werde der Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, zusätzlich die Geschäfte der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung leiten.
Zu den anstehenden Aufgaben der Stiftung Vertreibung gehöre unter anderem die Vorbereitung der Dauerausstellung und die Betreuung der Bauarbeiten im Deutschlandhaus, sagte Grütters. Dem Stiftungsrat werde sie in Kürze einen Verfahrensvorschlag zur dauerhaften Besetzung des Direktorenpostens unterbreiten. Die Entscheidung für Halder als neuen Stiftungsdirektor und Nachfolger von Manfred Kittel war im Juni dieses Jahres gefallen. Seine Berufung war von verschiedenen Seiten kritisiert worden. Der 52-Jährige Historiker sollte sein Amt schon im Herbst antreten. Wegen der Berufung Halders waren mehrere Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung zurückgetreten, darunter zwei polnische Vertreter. Die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung wurde Ende 2008 errichtet. Träger ist das Deutsche Historische Museum in Berlin. Zweck der Stiftung ist es, das Gedenken an Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert wachzuhalten und zur Versöhnung beizutragen. Halders Vorgänger Manfred Kittel hatte sein Amt Ende vergangenen Jahres verlassen müssen, nachdem es zum Bruch mit dem Wissenschaftlichen Beraterkreis gekommen war.

Drehbuchautor Colin Welland gestorben

Er litt an Alzheimer

Der britische Drehbuchautor und Oscar-Gewinner Colin Welland ist mit 81 Jahren gestorben. Wie seine Familie mitteilte, litt Welland an Alzheimer. "Alzheimer ist eine grausame Krankheit und es gab schwierige Zeiten, doch am Ende starb Colin friedlich im Schlaf", hieß es in dem von seinem Agenten verbreiteten Statement der Familie. 1982 erhielt Welland den Oscar für das beste Originaldrehbuch für "Die Stunde des Siegers". In seiner Dankesrede prägte er den berühmten Satz: "Die Briten kommen." Bereits zuvor war Welland in Großbritannien als TV-Schauspieler und Autor erfolgreich. Er wurde mit dem britischen Filmpreis Bafta für seine Rolle im Ken-Loach-Film "Kes" ausgezeichnet. Die Drehbücher für "Yanks- Gestern waren wir noch Fremde" mit Richard Gere und "Weiße Zeit der Dürre" mit Marlon Brando, Donald Sutherland, Susan Sarandon und Jürgen Prochnow stammten ebenfalls von Welland.

Opernkonferenz kritisiert Pegida

Fremdenfeindliche Bewegung verletze demokratische Werte

Die elf großen Opernhäuser in Deutschland haben der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung vorgeworfen, die Werte der Demokratie zu verletzen. Die wöchentlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden seien von einer "völlig unakzeptablen" zunehmenden Radikalisierung gekennzeichnet, teilte der Vorsitzende der Opernkonferenz, der Frankfurter Intendant Bernd Loebe mit.
Das verstoße gegen die "unsere Demokratie prägenden Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Verständigungsbereitschaft". Gerade von diesen Werten sei auch die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft geprägt, in der Menschen aus über 90 Nationen und von unterschiedlichster Herkunft friedlich zusammenarbeiteten.

Israel schaltet palästinensischen Radiosender ab

Der Sender habe zu Gewalt gegen Israelis aufgerufen

Das israelische Militär hat eine palästinensische Radiostation geschlossen. Der Sender Al-Hurria in Hebron habe Aufrufe zu Angriffen gegen Israelis verbreitet und in der von Spannungen geprägten Stadt im Westjordanland zu Gewalt angestachelt, hieß es zur Begründung. Unter anderem habe er Palästinenser glorifiziert, die Israelis mit Messern attackiert haben. Deswegen seien Sendeeinrichtungen in der Nacht beschlagnahmt worden. Al-Hurria-Direktor Aiman Kauasmeh wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben niemanden aufgehetzt. Wir haben nur über tägliche Verbrechen Israels gegen unsere Leute in Hebron berichtet", versicherte er. Das Vorgehen Israels sei eindeutig eine gewaltsame Aggression gegen die palästinensischen Medien. "Sie wollen unsere Stimmen zum Schweigen bringen", sagte Kauasmeh. Während der jüngsten Gewaltwelle haben Palästinenser elf Israelis ermordet, die meisten mit Messerstichen. Sicherheitskräfte töteten 69 Palästinenser, 43 von ihnen sollen Angreifer gewesen sein. Allein in Hebron kam es nach Militärangaben im vergangenen Monat zu 29 Angriffen. In der Stadt leben einige hundert jüdische Siedler unter Zehntausenden Palästinensern.

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