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Kulturnachrichten

Sonntag, 3. Januar 2016

Neuer "Game of Thrones"-Roman noch nicht fertig

Neue Romanfolge der Fantasy-Saga hätte Anfang des Jahres in den Druck gehen sollen

"The Winds of Winter ist nicht fertig", schrieb der Autor George R.R. Martin in seinem Blog an seine Fans. "Ihr seid enttäuscht und ihr seid nicht die einzigen. Meine Lektoren und Verleger sind enttäuscht, (der Fernsehsender) HBO ist enttäuscht, meine Agenten und ausländischen Verleger und Übersetzer sind enttäuscht... aber niemand könnte enttäuschter sein als ich." Martin hatte gehofft, das Manuskript bis zum Jahresende seinem Verlag übergeben zu können, damit die sechste Folge der weltweit erfolgreichen Fantasy-Saga "A Song of Ice and Fire" (Das Lied von Eis und Feuer) Anfang des neuen Jahres gedruckt werden könnte. Der Autor hatte bereits eine frühere Frist Ende Oktober verpasst. Nach Martins Angaben wird das Buch "höchstwahrscheinlich" nicht vor der Ausstrahlung der sechsten Staffel von "Game of Thrones" auf HBO im April veröffentlicht werden. Der Autor schloss nicht aus, dass die Serie dieses Jahr erstmals den Büchern voraus sein wird. Der Buchautor wollte sich nicht auf ein neues Veröffentlichungsdatum festlegen. "Fristen stressen mich nur", bekannte er.

Chanson-Sänger Michel Delpech gestorben

Französisches Hippie-Idol wurde 69 Jahre alt

Michel Delpech sei am Samstagabend seinem Krebsleiden erlegen, teilte seine Frau Geneviève Delpech mit. Er habe drei Jahre lang gegen die Krankheit gekämpft. Nach Angaben seiner Familie war Delpech zuletzt in einem Krankenhaus im Pariser Vorort Puteaux betreut worden. Delpech war in den 70er Jahren zum französischen Hippie-Idol aufgestiegen. Mit Liedern wie "Les divorcés", "Le chasseur" und "Pour un flirt" dokumentierte der Musiker den gesellschaftlichen Wandel in dieser Zeit - von der Abkehr vom traditionellen Familienbild über die Landflucht bis hin zum Umweltschutz. Delpech war auch als Komponist und Autor tätig. In seinem Buch "Vivre!" (Leben!), das im März erschien, beschrieb er seinen Kampf gegen den Krebs und seine Angst, nicht mehr singen zu können. Präsident François Hollande sagte über ihn auf Twitter, er sei gestorben, ohne altgeworden zu sein. "Seine Chansons haben uns berührt, weil sie von unserem Leben sprachen." Französische Rundfunk- und Fernsehsender änderten nach eigenen Angaben am Sonntag kurzfristig ihre Programme für Sondersendungen über den Künstler.

Paul Maar bemängelt fehlende Lesefähigkeit

"Sams"-Autor: viele Kinder können mit Büchern kaum etwas anfangen

Kinderbuchautor Paul Maar ("Sams") hat eine mangelnde Lesefähigkeit von Mädchen und Jungen in Deutschland beklagt. "Die Schere klafft immer weiter auseinander", sagte der 78-Jährige dem Evangelischen Pressedienst. Es gebe pro Grundschulklasse heute vielleicht noch drei Kinder, zumeist Mädchen, die viel lesen. "Dann aber drei Bücher in drei Tagen - während der Rest der Klasse mit Büchern kaum etwas anfangen kann", sagte Maar. Vor 20 Jahren seien es noch vier bis sechs lesebegeisterte Grundschulkinder gewesen. Seine Enkelin Antonia habe ihm bewiesen, dass Kinder auch in dieser kurzen Zeit intensiv lesen können. "Ich habe ihr Testfragen gestellt, auch zu kleinen Details", erinnerte sich Maar: "Sie wusste alles." Die Kinder, die heute noch lesen würden, "lesen leidenschaftlich gerne und ungeheuer schnell". Leider seien diese Kinder in der Minderheit. Der Rest habe oft schon Probleme, längere Texte beim Lesen auch zu verstehen. Diese Entwicklung schmerze ihn als Kinderbuchautor sehr: "Aber was soll ich machen?" Wenn den Kindern das Lesen in der Familie nicht mehr vorgelebt werde, dürfe man sich über solche Entwicklungen nicht wundern. Lesen brauche Vorbilder - durch Vorlesen und selbst Lesen.

"Unforgettable" - Soulsängerin Natalie Cole tot

US-Soulsängerin stirbt nach Komplikationen mit einer Nierentransplantation

Für ihre Fans und ihre Familie bleibt sie "unforgettable" - unvergesslich: Die US-Soulsängerin Natalie Cole ist im Alter von 65 Jahren gestorben. Die Tochter der Jazzlegende Nat "King" Cole, mit dem sie 1991 das berühmte "Unforgettable" im virtuellen Duett sang, starb in einem Krankenhaus von Los Angeles, wie ihre Familie bestätigte. Natalie Cole war gesundheitlich schwer angeschlagen. In früheren Jahren nahm sie Heroin und Kokain, machte mehrere Entziehungskuren und musste sich einer Lebertransplantation unterziehen. Ihre Karriere war eng mit der ihres Vaters verwoben. Dieser erlebte sie jedoch nicht mehr auf der Bühne, da er 1965 mit 45 Jahren starb, als seine Tochter eine Jugendliche war. 1976 erhielt sie ihren ersten Grammy für den Titel "This Will Be". Ihren größten Erfolg hatte sie 1991 mit dem Album "Unforgettable... With Love", auf dem sie einige Klassiker ihres Vaters sang. Das Album gewann den Grammy als bestes Album des Jahres und wurde mehr als sieben Millionen Mal in den USA verkauft.

Schaubühne zeigt Theaterstück "Fear" unverändert

Eine AfD-Politikerin hatte die Berliner Schaubühne wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung verklagt

Nach einem Gerichtsstreit will die Berliner Schaubühne ihr Stück "Fear" in unveränderter Form zeigen. "Meine Inszenierung thematisiert ein sich zunehmend verschärfendes Klima der Angst und der Gewalt in Deutschland", sagte Regisseur Falk Richter der Deutschen Presse-Agentur. Die Anti-AfD- und Anti-Rechtspopulismus-Collage "Fear" steht ab 8. Januar wieder auf dem Spielplan der Schaubühne. Eine Demo-Organisatorin und eine AfD-Politikerin hatten geltend gemacht, in dem Theaterstück werde ihre Menschenwürde verletzt, indem sie durch das Zeigen ihrer Bilder Zombies gleichgestellt und mit Massenmördern beziehungsweise Neonazis verglichen würden. Das Landgericht sah in der Inszenierung jedoch keinen Eingriff in die Menschenwürde. Jeder Besucher könne erkennen, dass es sich nur um ein Theaterstück handele. "Es liege auch keine schwere Persönlichkeitsverletzung vor", so das Gericht Mitte Dezember. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ai Weiwei plant Mahnmal für ertrunkene Flüchtlinge

Mahnmal soll auf der griechischen Insel Lesbos entstehen

"Viele Menschen haben unter den Wellen ihr Leben verloren...wir brauchen ein Denkmal", sagte der chinesische Künstler Ai Weiwei der Nachrichtenagentur AFP. Er habe bereits ein Atelier auf Lesbos eingerichtet, das sich an "verschiedenen Projekten" beteiligen werde. Der international renommierte Künstler hob die Bedeutung der gegenwärtigen Flüchtlingskrise hervor. "Das ist ein sehr historischer Moment in jeder Hinsicht", sagte Ai. Als Künstler wolle er sich mehr in die Debatte darüber einmischen und Kunstwerke mit Bezug zu der Krise schaffen, die dazu beitragen sollten, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Ai hatte diese Woche Flüchtlinge auf Lesbos besucht und Fotos und Videos von ihnen veröffentlicht. Im September hatte Ai bei einem Besuch in London gesagt, er sei "sehr stolz" auf den Empfang, den Deutschland sehr vielen Flüchtlingen bereitet habe. In London hatte sich Ai mit weiteren Künstlern an einem Solidaritätsmarsch für Flüchtlinge beteiligt.

Trotz Heiligem Jahr weniger Rom-Besucher

Weniger Hotelgäste zwischen Weihnachten und Neujahr als üblich

Das Heilige Jahr hat der Stadt Rom bislang nicht den erhofften Besucherandrang gebracht. Die Zahl der Hotelgäste zwischen Weihnachten und Neujahr sank im Vergleich zum Vorjahr sogar um "wenige Prozentpunkte", wie italienische Medien am Sonntag unter Berufung auf den römischen Hotelverband Federalberghi meldeten. Ein Grund für den Rückgang sei, dass das Heilige Jahr normale Touristen vom Besuch der Stadt abhalte, sagte Verbandsvorsitzender Giuseppe Roscioli laut den Berichten. Hinzu kämen nach den Attentaten von Paris die Angst vor Terroranschlägen und der Umstand, dass die Stadt in den vergangenen sechs Monaten "sich selbst überlassen" gewesen sei. Auch im weiteren Verlauf des Jahres werde die Zahl der Touristen "nicht deutlich ansteigen", so Roscioli. Im letzten Heiligen Jahr 2000 verzeichnete der römische Hotelverband laut Roscioli eine Zunahme um 480.000 Hotelgäste.

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Neu im KinoPure Perfektion aus China
Filmszene aus "The Assassin" des chinesisch-taiwanesischen Regisseurs Hou Hsiao-Hsien, der 2015 auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Das Foto zeigt die Hauptdarstellerin Shu Qi (picture alliance/dpa/Cannes Film Festival)

Als berauschender Bilderreigen wurde "The Assassin" bereits 2015 in Cannes gefeiert. Jetzt läuft er in Deutschland an, und unser Filmkritiker lobt: Der Film sei reine Schönheit und könne es mit der Wucht eines Shakespeare-Dramas aufnehmen.Mehr

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