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Kulturnachrichten

Donnerstag, 18. Februar 2016

Neue Fremdwörter werden kaum noch eingedeutscht

Institut für Deutsche Sprache stellt Studie vor

Immer weniger Fremdwörter aus dem Englischen, Französischen und anderen modernen Sprachen werden eingedeutscht. Dies ergab ein Forschungsprojekt, das heute im Institut für Deutsche Sprache in Mannheim vorgestellt wurde. "Integrierte Schreibweisen sind kaum noch nachweisbar", sagte die Sprachwissenschaftlerin Sabine Krome. Die Rechtschreibreform von 1996 habe zwar eingedeutschte Varianten wie Ketschup (neben Ketchup) und Bravur (neben Bravour) zugelassen, dies habe sich aber auch nach 20 Jahren nicht durchgesetzt. Neue Fremdwörter wie Fracking, Bad Bank und Follower werden demnach meist in der fremdsprachigen Form in den deutschen Wortschatz übernommen. Ein Grund dafür sei, dass immer mehr Deutsche gut Englisch schreiben und sprechen können.

Kairos-Preis 2016 geht an Teodor Currentzis

Alfred Toepfer Stiftung vergibt die mit 75 000 dotierte Auszeichnung

Der griechisch-russische Dirigent Teodor Currentzis bekommt den Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung. Die mit 75 000 Euro dotierte Auszeichnung gehört zu den höchstdotierten Kulturpreisen Europas. Der Direktor des Opern- und Balletttheaters im russischen Perm sei ein "Ausnahmemusiker", der sich "kompromisslos den Zwängen des modernen Musikbetriebs wiedersetzt", heißt es zur Begründung der Jury. Mit seinen radikalen Interpretationen sorgt der 43-Jährige international für Aufsehen in der Klassikszene. Am 8. April 2016 wird ihm der Kairos-Preis im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg übergeben.

Der Bundestag hat das Kulturgutschutzgesetz eingebracht

Gesetz soll illegalen Handel mit Kulturgütern eindämmen

Kulturstaatsministerin Grütters hat das umstrittene Gesetz zum Schutz von Kulturgütern vor dem Bundestag verteidigt. Deutschland habe angesichts seiner Geschichte eine besondere Verantwortung für die Bewahrung des kulturellen Erbes, sagte die CDU-Politikerin im Parlament. Dennoch friste der Kulturschutz bei uns seit Jahrzehnten eher ein Schattendasein. Deutschland hinke der europäischen und der internationalen Entwicklung nach wie vor hinterher, erklärte Grütters. Das Gesetz soll den illegalen Handel mit Kulturgütern aus Kriegs- und Krisengebieten eindämmen. Zugleich sollen einzigartige nationale Kunstwerke vor der Abwanderung ins Ausland geschützt werden. Von Händlern und Sammlern gibt es massiven Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben. Vor der Verabschiedung im Plenum wird es jetzt in den Ausschüssen diskutiert.

World Press Photo Award vergeben

Foto von Flüchtlingen ist Pressefoto des Jahres

Ein grobkörniges Schwarz-Weiß-Foto von einem Flüchtling, der ein Baby unter einer Stacheldrahtabsperrung hindurchreicht, ist zum Pressefoto des Jahres 2016 gekürt worden. Das teilten die Organisatoren des World Press Photo Award in Amsterdam mit. Die Jury sei der Ansicht, dass dieses Bild "alles hat", um einen starken visuellen Eindruck davon zu vermitteln, "was mit den Flüchtlingen geschieht", sagte der AFP-Fotodirektor Francis Kohn. Aufgenommen wurde das Foto mit dem Titel "Hoffnung auf ein neues Leben" von dem australischen Fotografen Warren Richardson. Richardson gelang die Aufnahme an der serbisch-ungarischen Grenze bei Röszke. Die Nachrichtenagentur AFP erhielt vier Preise, darunter den ersten Preis in der Kategorie Spot News.

Leipziger Buchmesse gibt Thema bekannt

"Europa im Zeichen von Zuwanderung und Integration"

"Der Umgang mit Flüchtenden und Migrationsbewegungen wird die Zukunft entscheidend beeinflussen, die Integration von Zuwanderern die zentrale Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten bleiben", sagte Buchmessedirektor Oliver Zille heute in Leipzig. Die Debatte müsse in breiter Öffentlichkeit geführt werden, die Leipziger Buchmesse sei dafür der ideale Ort. 2000 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren vom 17. bis 20. März ihre Neuheiten. 250 000 Besucher werden erwartet.

Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis wird verliehen

Preisträger ist der umstrittene Lyriker Adonis

Zum dreizehnten Mal wird morgen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis verliehen. Er geht an den umstrittenen syrisch-libanesischen Autor Adonis. Der Preis hatte noch nie zuvor ein so gewaltiges Echo ausgelöst. Adonis gilt als einer der bedeutendsten Gegenwarts-Autoren der arabischen Sprache. Nachdem bekannt wurde, dass der Preis an Adonis verliehen werden soll, hagelte es heftige Kritik von syrischen Oppositionellen, Menschenrechtlern und dem Zentralrat der Muslime. Unter anderem auch vom Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels Navid Kermani. Er hatte Adonis vorgeworfen, sich nicht vom brutalen Vorgehen des syrischen Regimes distanziert zu haben. Ende Januar hatte die designierte Preisträgerin des Sonderpreises, die Bürgermeisterin von Lampedusa, die Auszeichnung abgelehnt.
Der Preis ist mit 25-tausend Euro dotiert.

Archäologe sieht Kulturschätze Ägyptens in Gefahr

Grund seien fehlende Einnahmen vom Tourismus

Der Erhalt des kulturellen Erbes in Ägypten ist nach Beobachtung des Archäologen Henning Franzmeier in akuter Gefahr. Aufgrund des ökonomischen Einbruchs im Tourismus fehlten die staatlichen Gelder für Grabungen und den Schutz von Kulturdenkmälern, sagte Franzmeier. Zwar würden Leuchtturm-Projekte wie der Neubau des Ägyptischen Museums in Kairo weiter verfolgt. Zahlreiche andere Projekte seien aufgrund der fehlenden Einnahmen aus dem Tourismusgeschäft aber auf Eis gelegt. Franzmeier leitet ein Grabungsprojekt in der Ramses-Stadt "Pi Ramesse" im Nildelta. Die Stadt wurde vom Pharao Ramses II. dem Großen um das Jahr 1.270 vor Christus als Residenz an einem heute versandeten Nilarm errichtet und bestand für einen Zeitraum von etwa 200 Jahren.

Sammler lässt Schütte-Skulpturen abbauen

Skulpturen-Abbau aus Angst vor Metalldieben

Drei wertvolle Bronzeskulpturen des Künstlers Thomas Schütte auf dem Außengelände der Philharmonie Essen werden seit dem Morgen abgebaut. Veranlast hat das der Eigentümer, der Essener Kunstsammler Thomas Olbricht. Hintergrund ist die Sorge vor Metalldiebstahl und Vandalismus. Olbricht bedauere den Abbau, bitte aber um Verständnis, teilte die Stadt Essen mit. Die Skulpturengruppe wurde in den Jahren 1998 bis 2004 geschaffen. Seit 2004 standen sie als Dauerleihgabe vor der gläsernen Fassade des RWE-Pavillons der Philharmonie. Die Stadt bedauert den Abzug.

Slum-Museum in Mumbai eröffnet

Ausstellung von "Slumdog"-Designstücken

Im Slum Dharavi in der indischen Metropole Mumbai werden seit heute funktionale Design-Stücke von Handwerkern ausgestellt, die im Slum arbeiten. Mit dem "Dharavi Design Museum" wollten sie die kreative Energie des Stadtteils sichtbar machen, erklärten die Projektleiter aus Amsterdam, der bildende Künstler Jorge Rubio und die Kunsthistorikerin Amanda Pinatih. Die Gegenstände werden auf einem Karren präsentiert, wie ihn etwa Obstverkäufer in den dortigen engen Gassen verwenden. Dharavi ist mit 1,2 Millionen Einwohnern einer der größten Slums Asiens. In dem 2,2 Quadratkilometer großen Slum haben sich zahlreiche Industrien entwickelt, in denen etwa Ledertaschen, Tonkrüge oder hinduistische Schreine hergestellt werden. Der Slum bot die Kulisse für den Oskar-gekrönten Film "Slumdog Millionaire".

Goldener Ehrenbär für Kameramann Michael Ballhaus

Ballhaus gilt als einer der besten Kamerakünstler der Welt

Der 80-jährige gebürtige Berliner Michael Ballhaus erhält die Statue für seine langjährige Treue zu dem Festival. Berühmt sind vor allem seine Filme mit Rainer Werner Fassbinder und Martin Scorsese. Zur Ehrengala im Berlinale-Palast lief nochmals der legendäre Scorsese-Film "Gangs of New York", der Ballhaus seine dritte Oscar-Nominierung einbrachte.

Burg der Droste-Hülshoff soll Kulturzentrum werden

Burg Hülshoff bei Havixbeck soll zu einem "Zukunftsort Literatur" werden

Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), Barbara Rüschoff-Thale, stellte in Münster einen Stufenplan für die beiden "authentischen Geburts- und Lebensorte der wohl anerkanntesten deutschen Dichterin" vor. Demnach will die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung unter Federführung des LWL das Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848) zu einem "Zukunftsort Literatur" umgestalten und das nahe gelegene Haus Rüschhaus zu einem "Droste-Kulturzentrum" ausbauen. "Sowohl für Literaturfreunde aber auch als herausragende Baudenkmale haben die Gebäude überregionale Bedeutung", sagte Rüschoff-Thale. Vorgesehen seien der Ausbau der Vorburg von Burg Hülshoff als multifunktionale Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Kommunikationsstätte, die Gestaltung eines Verbindungswegs zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus, die Schaffung eines Droste-Instituts und eines Netzwerks für Literatur sowie die Neugestaltung des Familienmuseums in der Burg.

Berliner Literaturpreis an Feridun Zaimoglu

Zaimoglu erhält 30 000 Euro dotierte Auszeichnung sowie Gastprofessur an der FU Berlin

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu ist neuer Träger des Berliner Literaturpreises. Sie wird von der Berliner Stiftung Preußische Seehandlung vergeben. Der türkischstämmige Autor erhalte den Preis für sein "sprachgewaltiges erzählerisches und dramatisches Werk", erklärte die Jury zur Begründung. Der 51-Jährige habe die Erfahrungen von Einwanderern und Migranten vielstimmig gestaltet: "Abseitsstehende und Ausgegrenzte werden in seinen Werken zu zentralen Figuren und zu Akteuren." Zaimoglu, 1964 im türkischen Bolu geboren, kam als Kleinkind mit seinen Eltern nach Deutschland. Seit seinem ersten Buch "Kanak Sprak" (1995) erschienen zahlreiche Stücke und Romane, zuletzt die west- östliche Familiensaga "Siebentürmeviertel" (2015). Bisherige Träger des Literaturpreises waren etwa Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow und Sibylle Lewitscharoff.

Ein Berg als Kunstwerk: Chillidas Lebenstraum

Pläne des baskischen Bildhauers scheiterten bislang am Widerstand der Naturschützer

Jahre nach dem Tod von Eduardo Chillida (1924-2002) soll der Lebenstraum des spanischen Bildhauers doch noch wahr werden. Die Regionalregierung der Kanaren und die Inselverwaltung von Fuerteventura wollen das umstrittene Vorhaben des baskischen Künstlers angehen, den Berg Tindaya auf der kanarischen Insel auszuhöhlen und in ein "Monument der Toleranz" zu verwandeln. Nach den Plänen des Bildhauers soll der als Naturdenkmal geschützte Berg auf Fuerteventura ausgehöhlt werden, um im Innern einen riesigen, würfelförmigen Hohlraum zu schaffen. Durch zwei senkrechte Schächte soll das Sonnenlicht einfallen. "Der riesige Hohlraum wird den Besucher spüren lassen, wie klein der Mensch eigentlich ist, und zeigen, dass wir alle Brüder sind", hatte der Künstler gesagt, dessen Skulptur "Berlin" das Bundeskanzleramt ziert.

Polnischer Film-Regisseur Andrzej Zulawski gestorben

Zulawski drehte mit Romy Schneider und Sophie Marceau

Nach polnischen Medienberichten starb Andrzej Zulawski in der Nacht zu Mittwoch im Alter von 75 Jahren an einer Krebserkrankung. Zulawski, der als Sohn eines polnischen Schriftstellers und Diplomaten in Paris aufwuchs, machte seine ersten Regieerfahrungen in den 60-er Jahren als Assistent des polnischen Kino-Altmeisters Andrzej Wajda, drehte aber seit den 80-er Jahren überwiegend in Frankreich. Zulawski wurde bekannt mit Filmen wie "Nachtblende" mit Romy Schneider, "Meine Nächte sind schöner als deine Tage" oder dem im Jahr 2000 gedrehten "Die Untreue der Frauen" mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Sophie Marceau. Er arbeitete auch als Schriftsteller und Essayist. Für Aufsehen sorgte in Polen vor knapp zehn Jahren Zulawskis Verlobung und schlagzeilenträchtige Trennung von der 43 Jahre jüngeren polnischen Schauspielerin Weronika Rosati.

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Fazit

Visual Lead AwardsMit Fotografien neue Erzählformen finden
Die Deichtorhallen präsentieren vom 27. August bis 30. Oktober 2016 alle Nominierten und Gewinner des Visual Lead Awards. (Tamara Göbel)

Auch in diesem Jahr werden in den Hamburger Deichtorhallen die Nominierten und Gewinner der Visual Lead Awards ausgestellt: Die besten Fotoreportagen, Anzeigen und Websites, die 2015 in Deutschland erschienen sind. Einige findet unsere Autorin herausragend. Mehr

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