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Frühkritik | Beitrag vom 03.03.2016

Neu im Kino: "Zoomania"Ein Faultier namens Flash

Von Hannelore Heider

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Szene aus "Zoomania" mit dem ultraschnellen Faultier Flash (rechts) (imago)
Szene aus "Zoomania" mit dem ultraschnellen Faultier Flash (rechts) (imago)

Die kleine Häsin Judy möchte unbedingt Polizistin werden, wird deshalb in der Tierwelt "Zootopia" erst einmal zum Streifendienst abgestellt. Ein witziges Plädoyer für Toleranz mit viel Liebe für die Nebenfiguren – so spielt Shakira eine singende Gazelle.

Das neue Kinojahr ist gerade mal zwei Monate alt, und schon kommt nach dem Oscargewinn für die Produktion "Alles steht Kopf" der nächste 3D-animierte Geniestreich der Disney-Studios unter ihrem kreativen Kopf und Produzenten John Lasseter ins Kino. Er ist mit "Toy Story" der Erfinder des ersten komplett computeranimierten Filmes und in den letzten Jahren der Gestalter solcher Kinohits wie "Die Monster AG", "Das große Krabbeln", "Findet Nemo" oder "Wall.E.".

Allein 2015 haben Disney außer dem Oscargewinner "Alles steht Kopf" auch noch die wunderbare "Arlo & Spot"-Geschichte ins Kino gebracht und in Reihe bewiesen, dass höchste technische Innovation mit gut erzählten, emotional tief berührenden Geschichte unter dem Label Disney fusioniert.

Auch "Zoomania" steht dem in nichts nach. Hier wird wieder ein in solcher Pracht nie gesehener Kosmos erschaffen, wieder sind es Tiere, die Menschliches vorleben und in ihrer lebensechten und doch phantastischen Gestaltung begeistern.

Sahara-Platz und Tundra-Town

Vielfältiger könnte eine Welt nicht sein, in der die Häsin Judy aus der Provinz der Möhrenzüchter ihren Traumberuf antritt. In "Zoomania" ist die Welt der Tiere in Distrikte eingeteilt, die ihrer vielfältigen Lebenswelt entsprechen. Es gibt den Sahara-Platz und Tundratown, die Miniaturwelt der Nager und den Regenwald, Groß und Klein leben zusammen und das geht, wie wir alle wissen, nicht ohne Ordnungshüter, also Polizisten wie Judy.

Nein, noch eine Judy gibt es nicht, das ist die Materie der Starken. Polizeichef ist natürlich ein Stier und weil diese Fauna die aktuelle US-amerikanische Menschenwelt spiegelt, darf er das klitzekleine neue Teammitglied nicht diskriminieren, sondern muss es sinnvoll einsetzen, woraus sich herrliche Situationskomik ergibt, die um einen Kriminalfall herum gestrickt ist.

Anfangs ist Judy nur dem listigen Fuchs auf der Spur, mit ihm zusammen aber löst sie am Ende einen richtig großen Fall.

Das Faultier an der KfZ-Zulassungsstelle

Allein die Mühe, die sich die Disneyanimateure wieder mit der Beschaffenheit der vielen unterschiedlichen Felle und Häute gemacht haben, ist staunenswert und dass ihnen immer wieder ein Sidegag einfällt, den man sich in einem nächsten abendfüllenden 3D-Spektakel als Hauptact wünschen würde. Hier ist es das Faultier am Empfang der KFZ-Zulassungsstelle.

Mit so viel Einfallsreichtum singt Disney sein altes Lied von Verständnis, Freundschaft und Reichtum in der Vielfalt, dass man "Zoomania" gar nicht anders sehen kann als ein auch wieder kindgerechtes Plädoyer für eine buntere und friedlichere Welt.

"Zoomania"
USA 2016
Regie: Byron Howard, Rich Moore, Jarad Bush
108 Minuten, o.A.

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Aus den Feuilletons - Eisbärmafiosi gegen Hasen-Cops
(Deutschlandradio Kultur, Kulturpresseschau, 02.03.2016)

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