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Kulturnachrichten

Dienstag, 1. Dezember 2015

Nelly-Sachs-Preis an Autorin Marie N'Diaye

Preis geht im Wechsel an weibliche und männliche Autoren

Die Stadt Dortmund verleiht den mit 15.000 Euro dotierten Nelly-Sachs-Preis in diesem Jahr an die französische Schriftstellerin Marie N'Diaye. In ihren Werken setze sich die in Berlin lebende Autorin vor allem mit Fragen zur Herkunft und dem Rätsel der Identität auf literarisch überragende Weise auseinander, teilte die Stadt mit. Marie N'Diaye wurde 1967 als Tochter einer Französin und eines Senegalesen in Pithiviers bei Orléans geboren. Seit 2007 lebt sie mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Jean-Yves Cendrey, und ihren drei Kindern in Berlin. Frankreich verließ sie den Angaben nach aus Protest gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Sarkozy. Zu ihren Werken zählen unter anderem "Mein Herz in der Enge" (2008), "Drei starke Frauen" (2010), "Ein Tag zu lang" (2012) und "Ladivine" (2013). Der Preis wird am Sonntag im Dortmunder Rathaus an N'Diaye überreicht.

"Spiegel" streicht 150 Stellen

Verlag will Kosten um 16 Millionen Euro senken

Beim "Spiegel" soll drastisch gespart werden. Die Kosten sollen bis 2018 um insgesamt rund 16 Millionen Euro gesenkt werden, wie der Verlag mitteilte. Rund 150 von derzeit 727 Stellen sollen gestrichen werden. Geschäftsführer Thomas Hass sprach von "harten und schmerzlichen Einschnitten". Es gebe aber keine Alternative, "wenn wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens sichern wollen". Die Redaktion soll nach Angaben des Verlags 6,4 Millionen Euro einsparen, die Dokumentation 1,5 Millionen Euro und der Verlag 8,2 Millionen Euro. Hass erklärte, "wir haben großen Wert darauf gelegt, die Lasten gleichmäßig zu verteilen". Der Verlag setzt laut Hass vor allem auf freiwillige Beendigungen von Arbeitsverträgen.

Lehmbruck Museum will Nolde-Gemälde restituieren

Gutachten: Verkauf des Bildes 1942 war verfolgungsbedingt

Das Emil-Nolde-Gemälde "Frauen im Blumengarten" im Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museum soll an die beiden Erben des jüdischen Kunstsammlers Eduard Müller zurückgegeben werden. Mit seinem einstimmigen Beschluss sei das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum einem Gutachten der Berliner Expertin Beate Schreiber gefolgt, teilte das Museum in Duisburg mit. Museumsdirektorin Söke Dinkla sei nun beauftragt, mit den Vertretern der Erben eine Lösung über den weiteren Umgang mit dem Gemälde von 1916 zu verhandeln. "Mein Ziel ist es, das Gemälde weiterhin in Duisburg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erklärte Dinkla. Denkbar sind dem Museum zufolge ein Ankauf durch das Museum oder ein Erhalt als Dauerleihgabe.

Vorbereitungen für Umzug ins Humboldtforum beginnen

17 500 Objekte werden gesichtet und verpackt

In den Berliner Museen beginnen die Vorbereitungen für den Umzug in das rekonstruierte Stadtschloss. Im Jahr 2019 sollen die Sammlungen für Asiatische Kunst und Völkerkunde aus den Museen in Dahlem in das sogenannte Humboldtforum in der Stadtmitte umziehen. "Insgesamt werden etwa 17 500 Objekte durch die Hände von Kuratoren, Restauratoren und Depotverwaltungen gehen", teilten die Staatlichen Museen mit. "Jedes Objekt wird gesichtet, gereinigt, gegebenenfalls restauriert und transportsicher verpackt." Das Humboldtforum soll ein Kultur- und Ausstellungszentrum werden - ähnlich wie das Centre Pompidou in Paris.

Menschenrechtsgerichtshof verurteilt türkische YouTube-Blockade

Bann des Videodienstes verletzte Recht auf Informationsfreiheit

Mit einer mehr als zweijährigen YouTube-Blockade hat die türkische Regierung gegen die Menschenrechtskonvention zur Informationsfreiheit verstoßen. Dieses Urteil fällte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg. "Eine Blockade der YouTube-Zugänge ohne rechtliche Grundlage hat das Recht zum Empfang und zur Verbreitung von Informationen verletzt", stellten die Richter fest und gaben damit den Klagen dreier türkischer Rechtswissenschaftler gegen Ankara statt. Ein Gericht in der türkischen Hauptstadt hatte von Mai 2008 bis Oktober 2010 den Zugang zu dem Online-Videoportal blockiert. Anlass waren etwa ein dutzend Videos, die als Beleidigung des Gründervaters der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, gewertet worden waren. Nach Ansicht des EGMR überschritt Ankara mit der Blockade auch die türkischen Gesetze.

Rapper Drake ist meistgestreamter Künstler 2015 auf Spotify

Auch deutsche DJ's mischen im Ranking mit

Beim Onlinedienst Spotify wurde in diesem Jahr fast dreimal soviel Musik gestreamt wie 2014. Weltweit hörten die Nutzer mehr als 20 Milliarden Stunden Musik, 2014 waren es 7 Milliarden Stunden, teilte das schwedische Unternehmen mit. Der kanadische Rapper Drake (29) ist mit mehr als 1,8 Milliarden Abrufen der weltweit meistgestreamte Künstler 2015 bei Spotify. Vorjahressieger Ed Sheeran (24) rutscht auf Platz zwei ab. Allerdings ist der britische Singer-Songwriter mit mehr als drei Milliarden Abrufen der meistgestreamte Künstler auf Spotify seit dem Start des Dienstes 2008. Der weltweit am häufigsten abgerufene Song des Jahres ist "Lean On" von Major Lazer (540 Millionen Streams). Auf Platz zwei liegt der Hamburger DJ Felix Jaehn mit einem Remix des OMI-Hits "Cheerleader", gefolgt von "Uptown Funk" von Mark Ronson. Bei den Alben liegt "Beauty Behind The Madness" von The Weeknd an der Spitze. Innerhalb Deutschlands ist Ed Sheeran der meistgestreamte Künstler vor der Berliner Hip-Hop-Formation K.I.Z. und dem deutschen DJ Robin Schulz. Bei den Songs liegen - ebenso wie im weltweiten Ranking - "Lean On" und "Cheerleader" vorne.

Kabarettist an Seehofer: Landesvater, cool down!

Falscher Umgang mit Zahlen in Flüchtlingsdebatte

Der Münchner Kabarettist Christian Springer hat in einem offenen Brief an Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer einen besonnenen Ton in der Flüchtlingsdebatte angemahnt. In den 80 Seiten, die unter dem Titel "Landesvater, cool down" als Buch erschienen sind, schreibt er: "Der Stil der Auseinandersetzung ist, und ich meine damit die Meinungsmacher aller Seiten, grauenhaft". Zudem kritisierte Springer, der mit seinem Verein "Orienthelfer" im Nahen Osten tätig ist, einen falschen Umgang mit Zahlen. "Die Wahrheit ist, dass wir die Flüchtlingskosten aus der Portokasse zahlen können", sagte Springer im Deutschlandradio Kultur. Die Flüchtlingsdebatte sei nur noch "ein Hauen und Stechen", so der Kabarettist weiter. Es gehe jedoch um Menschen in Not. "Es geht um schwangere Frauen, die in unserem reichen Deutschland medizinische Unterversorgung haben, es gibt Dialysepatienten unter den Flüchtlingen, die kaum eine Versorgung haben." Diesen Menschen gelte es zu helfen, anstatt emotional aufeinander loszugehen. Auch die Wortwahl in der Debatte kritisierte Springer, etwa wenn über "Lawine", "Flut" oder "Überschwemmung" gesprochen werde.

Deutsche Welle erhält zusätzlich 10,5 Millionen Euro vom Bund

Mehr Geld für Berichterstattung über Flüchlingssituation

Die Deutsche Welle (DW) bekommt für das nächste Jahr zusätzlich 10,5 Millionen Euro vom Bund. Davon seien vier Millionen Euro für die umfassende Berichterstattung über die Flüchtlingssituation und die Bereitstellung von Service-Angeboten in allen relevanten Sprachen gedacht, teilte der deutsche Auslandssender in Bonn mit. Weitere 3,5 Millionen Euro seien für den Ausbau der Programme auf Russisch und Ukrainisch gedacht, 3 Millionen Euro für technische Infrastruktur und Innovationen. Der Gesamtzuschuss für die DW aus dem Etat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien liege für 2016 bei 301,8 Millionen Euro.

Tobias Wellemeyer neuer Bühnenverbands-Chef Ost

Potsdamder Intendant folgt auf Lutz Herrmann

Der Intendant des Potsdamer Hans Otto Theaters, Tobias Wellemeyer, ist neuer Vorsitzender des Deutschen Bühnenverbandes Landesverband Ost. Er folge auf Lutz Herrmann, der das Amt seit 1992 innehatte und in den Ruhestand geht, wie der Verband in Halle mitteilte. Wellemeyer sagte der Mitteilung zufolge: "Theater sind Kraftzentren, in denen sich unsere heterogene Gesellschaft treffen kann, um spielerisch über gemeinsame Maßstäbe und Perspektiven zu reflektieren - das ist heute wichtiger denn je." Gerade auch in mittleren und kleinen Städten seien sie unverzichtbar. Wellemeyer war der Mitteilung zufolge bereits am Freitag gewählt worden. Der Deutsche Bühnenverein ist der Arbeitgeberverband für Theater und Orchester in Deutschland. Er hat acht Landesverbände. Im Landesverband Ost sind Institutionen aus Sachsen-Anhalt und Brandenburg vertreten. Thüringen und Sachsen haben eigene Landesverbände. Tobias Wellemeyer wurde 1961 in Dresden geboren und studierte Theaterwissenschaft in Leipzig. 2001 wurde er Intendant der Freien Kammerspiele Magdeburg, 2004 Generalintendant des Theaters Magdeburg. Seit der Spielzeit 2009/2010 ist er in Potsdam tätig.

Google macht Arbeit von Orchestern und Bühnen zugänglich

Virtuelle Tour durch Konzertsaal der Berliner Philharmoniker

Ein Rundgang durch die Berliner Philharmonie, ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall: Google macht die Architektur und Arbeit renommierter Opern-, Konzert- und Theaterhäuser online zugänglich. Rund 60 Institutionen aus etwa 20 Ländern beteiligen sich an der Kooperation, wie der Direktor des Cultural Institutes, Amit Sood, in Berlin sagte. Die Berliner Philharmoniker ermöglichen zum Beispiel eine virtuelle Tour durch ihren Konzertsaal. Betrachter können in einem 360-Grad-Video Simon Rattle dirigieren sehen oder sich über die Geschichte des Orchesters informieren.

Gerda Henkel Stiftung gibt eine Million Euro für Kulturerbe in Nepal

Initiative des Auswärtigen Amtes

Die Gerda Henkel Stiftung stellt eine Million Euro für den Wiederaufbau einsturzgefährdeter historischer Bauwerke in Nepal nach den schweren Erdbeben von April und Mai zur Verfügung. Damit beteilige sich die Stiftung an einer Initiative des Auswärtigen Amtes, das 250.000 Euro zur Verfügung stellt, teilte die Stiftung in Düsseldorf mit. Mit den Geldern werde neben der Errichtung von Tempeln und Häusern auch die humanitäre Hilfe der Bevölkerung ergänzt. Alle Projekte würden im engen Dialog mit Partnern in Nepal entwickelt und maßgeblich von einheimischen Experten übernommen.

Woody Allen wird 80 Jahre alt

Schauspieler und Regisseur drehte über 40 Filme

Der amerikanische Kultregisseur und Schauspieler Woody Allen wird heute 80 Jahre alt. Nervöser Verlierer, Meister der ironischen Distanz, Pechvogel - Viele Rollen spielte Allen selbst. Zu seinen berühmtesten Filmen gehören "Der Stadtneurotiker", "Manhattan" und "Midnight in Paris". Vor kurzem kam Woody Allens Krimi-Komödie "Irrational Man" in die deutschen Kinos. Allen tritt außerdem regelmäßig als Jazz-Klarinettist auf.

„Forschungsstelle Entartete Kunst" steht vor dem Aus

Sie wurde 2003 von der Ferdinand-Möller Stiftung aufgebaut

Das renommierte Projekt der Freien Universität Berlin, die "Forschungsstelle Entartete Kunst" findet keine Finanzierung mehr – weder die Universität noch das Land Berlin werden es übernehmen. Der Kunsthistoriker Christoph Zuschlag von der Uni Koblenz Landau sagte dazu gegenüber Deutschlandradiokultur: "In meinen Augen wäre es fatal, wenn das jetzt endete. Die Causa Gurlitt hat gezeigt, wie eng doch teilweise Raubkunst und Entartete Kunst zusammen spielen. Denn in diesem Sammlungsbestand gibt’s eben beides." Die Forschungsstelle hat in den zwölf Jahren ihres Bestehens eine der wichtigsten Datenbanken zur Provenienzforschung aufgebaut, die von Wissenschaftlern, Anwälten und Museumsleuten international genutzt wird. Die Wartung und der technische Support können mangels Finanzierung nicht mehr durchgeführt werden.

Marokkanische Autorin Fatima Mernissi gestorben

Sie wurde 75 Jahre alt

Die marokkanische Autorin und Soziologin Fatima Mernissi ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Mernissi wurde 1940 in einem Harem in der Stadt Fez geboren. Sie studierte in Rabat, später in Frankreich und in den Vereinigten Staaten. Zurück in Marokko wurde sie Professorin an der Universität von Rabat. In ihren theoretischen Schriften setzte sie sich kritisch mit der Lage der Frauen in der muslimischen Welt auseinander. In einem autobiografischen Buch mit dem Titel "Der Harem in uns - Die Furcht vor dem anderen und die Sehnsucht der Frauen" arbeitete sie ihre Kindheit auf. 2003 wurde die Autorin gemeinsam mit der amerikanischen Schriftstellerin Susan Sontag mit dem Prinz-von-Asturien-Preis in der Sparte Literatur ausgezeichnet. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass die beiden Autorinnen in ihren Werken wesentliche Fragen der Gegenwart aufgegriffen hätten und für einen "Dialog der Kulturen" einträten. Der Prinz-von-Asturien-Preis gilt als die spanische Version des Nobelpreises.

Geschwister-Scholl-Preis für Achille Mbembe

Ausgezeichnet wird "Kritik der schwarzen Vernunft" des Kameruner Historikers

Der Historiker und politische Philosoph Achille Mbembe aus Kamerun erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2015. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird ihm für sein Buch "Kritik der schwarzen Vernunft" heute im Rahmen des Münchner Literaturfests überreicht. Es handele sich dabei um nicht weniger als "eine Neuvermessung der Geschichte des Kapitalismus und der Globalisierung". Hauptthese ist laut Jury, dass die globalen Waren- und Kapitalströme ohne die Etablierung einer Asymmetrie zwischen den Weltteilen nicht möglich gewesen wären. Mbembe gilt als Vordenker des Postkolonialismus. Der Geschwister-Scholl-Preis wird jedes Jahr von der Stadt München und dem bayerischen Landesverband des Deutschen Buchhandels vergeben. Dabei wird jeweils ein aktuelles Buch ausgezeichnet, "das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, intellektuellen und ästhetischen Mut zu fördern".

Berlinale: Goldener Ehrenbär für Michael Ballhaus

Filmfestspiele widmen dem Kameramann eine Hommage

Den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk erhält in diesem Jahr der Kameramann Michael Ballhaus. Die 66. Berlinale wird ihm eine Hommage widmen, teilte die Festspielleitung mit. Der 80jährige Ballhaus ist international einer der bedeutendsten Kameramänner. Er machte sich in Deutschland einen Namen, bevor er 25 Jahre lang in den USA Erfolge feierte. In der Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Autorenfilmer Rainer Werner Fassbinder verhalf er dem Jungen deutschen Film zu künstlerischer Freiheit. An der Seite von Regiegrößen wie Martin Scorsese prägte er die Bildsprache des amerikanischen Kinos und dessen Lichtdramaturgie mit Filmen wie Goodfella, Zeit der Unschuld und Gangs of New York. Die Preisverleihung wird am 18. Februar im Berlinale Palast stattfinden

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