Thema / Archiv /

Necla Kelek: Schweizer Entscheidung ist Zeichen für Misstrauen

Islamkritikerin: Muslime müssen sich mehr öffnen.

Die Moscheenvereine müssen sich mehr öffnen, sagte Necla Kelek.
Die Moscheenvereine müssen sich mehr öffnen, sagte Necla Kelek. (AP)

Nach Ansicht der Autorin und Soziologin Necla Kelek sind die Ängste und Unsicherheiten der Menschen in vielen europäischen Ländern gegenüber dem Islam von Muslimen und Moscheengemeinden selbst verschuldet.

Zur Volksinitiative in der Schweiz gegen den Bau von Minaretten sagte die türkischstämmige Islamkritikerin und Frauenrechtlerin: "Ich sehe dahinter nicht nur, dass populistische Menschen mit rechten Gedankengut im Kopf gehandelt haben. Ich sehe da auch Bürger, die besorgt sind, die sehr, sehr viele Fragen haben und seit Jahrzehnten keine Antworten - weder von Islamverbänden noch von türkischen Verbänden – darauf bekommen."

Zwar betonte Kelek, sie lehne die Art und Weise ab, wie die Schweizer Initiative mit dem Thema umgegangen sei. Gleichwohl gebe es in der Schweiz vor allem deshalb Probleme zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, weil viele muslimische Familien sich deutlich abgrenzten und zurückzögen: "Ich kenne keinen Moscheeverein in der Schweiz, der einen säkularen, bürgerlichen und fortschrittlichen Islam vertreten würde."

Die öffentliche Debatte über den Islam sei keine inhaltliche Debatte: Es werde immer nur darüber debattiert, wie die Muslime ihren Glauben praktizieren wollten und "mit Anwälten gedroht". Das mache vielen Bürgern Angst. Kelek weiter: Die politischen Parteien, vor allem die des bürgerlichen Lagers, müssten die Ängste "endlich ernst nehmen", auch die Moscheenvereine müssten für "einen offenen Dialog werben."

Sie können das vollständige Gespräch mit Necla Kelek mindestens bis zum 30.04.2010 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören. MP3-Audio

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Thema

C.H. Beck VerlagLektor verteidigt Autoren gegen Plagiatsvorwurf

Teilnehmer der dreitägigen WikiCon 2013 sitzen im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Karlsruhe (Baden-Württemberg) zusammen.

Der Lektor des C.H. Beck Verlags, Ulrich Nolte, glaubt nicht, dass zwei seiner Autoren "absichtlich" bei Wikipedia abgeschrieben haben. Ohnehin sei es bei Faktenwissen schwer, von einer "Urheberrechtsverletzung" zu sprechen.

FilmgeschichteGoebbels Biene?

Eine 3-D-Computeranimation der Biene Maja

Einfach nur niedlich? Von wegen: Die Zeichentrickserie "Biene Maja" ist bloß die bereinigte Version einer problematischen Urfassung, sagt der Filmwissenschaftler Rolf Giesen. Sie stehe für eine Kontinuität der goebbelsschen Trickfilmdramaturgie.

80. GeburtstagMit Witz und Fransenfrisur

Shirley McLaine lacht während der Verleihung des Ordens der Ehrenlegion 2011 in Paris

Ihre Frisur und ihr loses Mundwerk sind legendär. 1984 bekam Shirley MacLaine den Oscar als Hauptdarstellerin in "Zeit der Zärtlichkeit". Vor 80 Jahren wurde die US-Schauspielerin, Tänzerin und Autorin geboren.