Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 14:30 Uhr Vollbild
 
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 06.01.2015

Navid Kermani"Das Christentum ist keine abendländische Religion"

Moderation: Katrin Heise und Christian Rabhansl

Der deutsch-iranische Autor Navid Kermani (picture alliance/dpa/Horst Galuschka)
Der Ursprung des Christentums liegt nicht im Abend-, sondern im Morgenland, sagt der deutsch-iranische Autor Navid Kermani. (picture alliance/dpa/Horst Galuschka)

Die Kultur des christlichen Abendlands sei in Gefahr, fürchten die Anhänger der Pegida-Bewegung. Dabei hat diese Kultur ihre Wurzeln in der orientalischen Welt, betont der Schriftsteller Navid Kermani. "Jesus war ein Morgenländer", sagt er.

Der Islam bedrohe die christliche Kultur, orakeln die Demonstranten, die jeden Montag gegen die "Islamisierung des Abendlandes" auf die Straße gehen. Dabei vergessen sie allerdings, dass unsere christliche Kultur ihren Ursprung in der orientalischen Welt hat: im Morgenland. Nazareth liege nicht in Europa, "sondern mitten in der semitisch-arabischen Welt", betonte der deutsch-iranische Autor Navid Kermani im Deutschlandradio Kultur. 

In der Gegenwart unterliege das Morgenland einem extrem starken Einfluss aus dem Abendland. Früher habe es sich genau umgekehrt verhalten:

"Im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein war der Kulturtransfer vor allem aus dem Osten in den Westen. 'Ex oriente lux' war nicht nur eine Redewendung oder ein Klischee, sondern das war faktisch die Bewegung. Die gesamte Entstehung eines originären europäischen Kulturraums, der sich abgrenzt vom Morgenland - der ist ja nicht verstehbar ohne diesen Einfluss des Morgenlandes."

Mehr zum Thema:

Integrationsministerin vor Ort - Mit Pegida-Demonstranten reden
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 06.01.2015)

Künstlerprotest in Dresden - Mit Besen und Weste gegen Pegida
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 05.01.2015)

Pegida - Signal für eine Debatte
(Deutschlandradio Kultur, Politisches Feuilleton, 05.01.2015)

Interview

Hofer provoziert Van der BellenDie Kunst der Lüge
Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen vor dem TV-Duell. (AP / Ronald Zak)

Radikalisierung und Verrohung der Sprache - so analysiert der Kulturwissenschaftler und Ökonom Walter Ötsch den Wahlkampf um das Bundespräsidentenamt in Österreich. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer habe mit seiner "Crash-Rhetorik" und absurden Vorwürfen dazu beigetragen. Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur