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Thema / Archiv | Beitrag vom 14.05.2012

"Natürlich ist es sehr gefährlich in Aserbaidschan, frei zu sprechen"

Menschenrechtler hofft auf Öffnung seines Landes durch Eurovision Song Contest

In Baku, der Hauptstadt der Kaukasus-Republik Aserbaidschan, findet am 26.5.2012 das Finale des ESC statt. (picture alliance / dpa)
In Baku, der Hauptstadt der Kaukasus-Republik Aserbaidschan, findet am 26.5.2012 das Finale des ESC statt. (picture alliance / dpa)

Der aserbaidschanische Menschenrechtler und Blogger Emin Milli sieht den Eurovision Song Contest als große Chance, das autoritäre Regime in seinem Land anzuprangern und Demokratie, Menschenrechte und Pressefreiheit einzufordern.

Milli sagte, er sei gegen den immer wieder diskutierten Boykott der Veranstaltung, denn der ESC verhelfe der Opposition durch die Berichterstattung der internationalen Medien zu weltweiter Aufmerksamkeit. So eine Chance bekomme die Zivilgesellschaft in einem Land wie Aserbaidschan normalerweise nicht.

Der Regierung in seinem Land warf Milli vor, Kritik und Wahrheit nicht akzeptieren zu können. Durch den ESC könne man jetzt der Welt zeigen, wie autoritär das Regime in Aserbaidschan sei. Die Regierung zeige sich bisher aber noch hart und unbeeindruckt, berichtete er: "Natürlich ist es sehr gefährlich in Aserbaidschan, frei zu sprechen."

Kritik der deutschen Presse habe das Regime mit Reportagen in staatlichen Medien beantwortet, die Deutschland als Land der Prostituierten und Drogenabhängigen darstellten. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, sei in einer Regierungszeitung sogar zusammen mit Hitler in einer Foto-Collage gezeigt worden. Wegen eines regierungskritischen Videos saß Milli rund 17 Monate im Gefängnis.

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ESC-Vorentscheid ist "eine Art Edelcasting" <br> "Taz"-Musikredakteur über "Unser Star für Baku"

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