Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
  • facebook
  •  
  • twitter
  •  
  • instagram
  •  
  • spotify
 
Seit 19:00 Uhr Nachrichten
 
 

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 12.12.2011

Nackter Wahnsinn?

Die Pornografisierung der Gesellschaft und ihre Folgen

Von Ulrike Köppchen

"Sexismus" beklagen Unbekannte auf eine Werbung für Unterwäsche (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)
"Sexismus" beklagen Unbekannte auf eine Werbung für Unterwäsche (picture alliance / dpa / Wolfram Steinberg)

Bereits 2007 schrieb die Illustrierte "Stern", die deutsche Jugend sei "voll Porno", habe immer früher immer härteren Sex und daran sei ihr Pornografiekonsum schuld. Seitdem geistert das Schreckgespenst der Pornografisierung durch die Öffentlichkeit.

Längst geht es dabei nicht mehr nur um die Jugend und deren Sexualverhalten, sondern um die Pornografisierung der Alltagskultur: Porno-Chic beeinflusse auch die Sprache und unser Bild davon, was als attraktiver Körper gilt. Auf Schritt und Tritt würden wir in der Öffentlichkeit von sexualisierten Bildern verfolgt, die immer schriller und billiger daherkämen – pornomäßig eben.

"Sie dürfen diese Website nur besuchen, wenn Sie 18 Jahre alt sind", heißt es auf der Startseite von youporn. Doch jeder, der lese- und sprachkundig genug ist, um zwischen den Buttons "Enter" und "Leave" zu unterscheiden, ob acht oder 80, erhält Zugang. Jede vierte Suchanfrage im Internet soll sich auf Pornografisches beziehen und eine hohe Trefferquote ist garantiert: Insgesamt wird die Zahl pornografischer Internetseiten auf etwa 400 Millionen geschätzt.

Beim Gedanken, dass solche Filme sozusagen das Drehbuch für den Ablauf beim Sex im wirklichen Leben liefern, wenden sich nicht nur Feministinnen mit Grausen ab. Doch wie groß ist überhaupt die Gefahr, dass Jugendliche und vielleicht auch Erwachsene in ihrem Sexualleben einfach das nachspielen, was sie in Pornofilmen sehen? Über diese Frage ist nicht nur die Öffentlichkeit tief gespalten, sondern anscheinend auch die Sexualwissenschaft.

Manuskript zur Sendung als PDF oder im barrierefreien Textformat

Links:

Gunter Schmidt und Silja Matthiesen: Internetpornographie - Jugendsexualität zwischen Fakten und Fiktionen

Let's talk about porno - Experten-Interviews mit Ursula Enders, Reinhard Winter, Esther Schoonbrood und Jakob Pastötter

Beratungs- und Informationsseite von pro familia

Bitte schicken Sie Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik und Ihr Lob an unsere e-mail Adresse: zeitfragen@dradio.de

Mehr bei deutschlandradio.de

Downloads:

Nackter Wahnsinn (pdf)
Nackter Wahnsinn (txt)

Zeitfragen

Vom Amok zum Dschihad? Wenn junge Menschen den Krieg erklären
Maskierte Jugendliche stehen am 08.10.2014 in Hamburg vor der Al-Nour Moschee. Bei einer Ausschreitungen zwischen Kurden und radikalen Muslimen sind in Hamburg mehrere Menschen verletzt worden. Foto: Markus Scholz/dpa (picture alliance / Markus Scholz)

Sie sind Kinder unserer Gesellschaft und erklären dem Abendland den Krieg: Warum ziehen junge Europäer in den Djihad? Treibt sie religiöser Fanatismus? Forscher gehen der Frage nach, ob sich Erkenntnisse aus der Amok-Forschung auf den Islamismus in Europa übertragen lassen.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandradio Kultur