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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 22.01.2016

Nacht-Talker Jürgen DomianGespräche mit Todkranken und Perversen

Moderation: Matthias Hanselmann

Der Moderator Jürgen Domian im März 2015 in Köln in einem Studio des WDR-Radiosenders 1Live. (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)
Der Moderator Jürgen Domian im Studio (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Wenn Jürgen Domian dieses Jahr aufhört, wird der Moderator mit mehr als 21.000 Menschen gesprochen haben - immer live und mitten in der Nacht. Mit uns sprach Domian über seine außergewöhnliche Karriere.

Er redet mit Mördern, Todkranken oder sexuell Perversen: Domian ist nicht nur der bekannteste Nacht-Talker Deutschlands, er ist auch der Marathonmann dieses Formates. Seit über 20 Jahren moderiert er fast täglich die bimediale Talkshow "Domian" im WDR, 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

"Mein Menschenbild ist kritischer geworden"

Wenn er Ende dieses Jahres aufhört, hat er mit mehr als 21.000 Menschen über Themen gesprochen, die in unserer Gesellschaft oft tabuisiert werden. Die Gespräche mit Gewaltopfern und Tätern seien nicht spurlos an ihm vorbei gegangen, sondern hätten sein Menschenbild verändert, sagt er: "Es ist kritischer geworden, schlechter geworden."

Auf der anderen Seite habe er das Glück gehabt, durch die Sendung mit couragierten Menschen konfrontiert zu werden, die ihr Schicksal in einer Weise tragen, "wo ich jedes Mal in Scham innerlich versinke, weil ich denke: das würdest du nie so schaffen. Und das wiegt dann das Dunkle wieder auf."

"Mein Gott, was hast du es gut"

Diese Gespräche hätten ihn auch Demut gelehrt, sagt Domian:

"Da denke ich dann immer: Mein Gott, was hast du es gut! Du hast einen tollen Job, den du liebst, und diesen Job wirklich mit Freude jede Nacht machst, über so viele Jahre. Du bist gesund, du hast ein tolles Umfeld, und da erscheinen mir so Kleinigkeiten wie Liebeskummer und was man alles im Leben so erlebt, dann doch relativ geringfügig."

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Jürgen Domian - "Mein Lebensrhythmus ist komplett verdreht"
(Deutschlandfunk, Corso, 02.11.2015)

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