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Feiertag

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Feiertag / Archiv | Beitrag vom 10.02.2013

Nachdenkliche Atheisten – denkfaule Christen

Ein Jesuitenpater in Berlin will Ansprechpartner für kirchenferne Menschen sein

Von Juliane Bittner

Gebetsbücher: Es kommt nicht darauf an, frömmer zu werden, sondern menschlicher.
Gebetsbücher: Es kommt nicht darauf an, frömmer zu werden, sondern menschlicher. (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)

Kann man Gläubige und Ungläubige eigentlich so sauber trennen? Schließlich glauben doch beide: Letztere vielleicht an die Macht des Urknalls, der der Welt einen Anfang setzte, die anderen an eine gestaltende Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält. Ein Glaubensgespräch.

Mit mehr als 31.000 Quadratkilometern ist die Erzdiözese Berlin das zweitgrößte Bistum Deutschlands. Rund 395.000 Katholiken leben in über hundert Pfarrgemeinden unterschiedlichster Prägung: An der Ostsee spielt zum Beispiel die Touristen-Seelsorge eine große Rolle. In Brandenburg und in Vorpommern sind die Katholiken an weite Wege gewöhnt. Und in der Hauptstadt sind die Gemeinden so vielfältig wie die Kieze der Stadt.

Auch der Glaube ist vielfältig: Es gibt "Stark-Gläubige" und "Schwach-Gläubige", Kirchturm-Patrioten und Predigt-Hopper, stille Kirchensteuerzahler und lautstarke Event-Strategen, philosophisch-theologisch Interessierte und Sozialaktivisten, geistlich Aufgeschlossene und "Heiligabend-Christen".

Ähnlich vielfältig ist die "Nichtglaubenden-Szene" gleich nebenan und manchmal auch mittendrin in der Kirchengemeinde: Da tummeln sich Atheisten und Agnostiker, Hedonisten und Nihilisten, Auf- und Abgeklärte, Abergläubige und Nicht-mehr-Gläubige. Mancher ist sich gar nicht so sicher, ob er ungläubig ist. Bei anderen hängt das Nicht-Glauben mit einer Lebenskrise zusammen. Not lehrt nicht nur beten. Und vielen ist es schlichtweg egal, ob es Gott gibt. Sie fragen nicht.

Pater Christoph Soyer ist 42 Jahre alt und in Oberbayern geboren. Er ist herumgekommen, war in Frankfurt am Main, in Göttingen, Paris, in Tübingen und Chicago, jetzt ist er in Berlin. Der Grund für solche Umtriebigkeit: Pater Soyer ist Jesuit. Und im Jesuitenorden wechselt man alle paar Jahre den Ort und die Aufgabe. Vor etwa einem Jahr fragte ihn der Provinzial, ob er es sich vorstellen könne, nach Berlin zu gehen und dort in der Katholischen Glaubensinformation zu arbeiten. Nun ist Berlin nicht als besonders fromm bekannt. Immer wieder heißt es, die deutsche Hauptsstadt sei eine "gottlose Stadt". Trotzdem hat Pater Soyer gern zugesagt, ins Erzbistum Berlin zu kommen:

"Den Ausdruck gottlose Stadt hab ich auch schon öfters gehört, aber das stimmt so nicht. Es ist nicht so, dass man das Christentum öffentlich überall sichtbar wäre, aber ich finde, dass es sehr lebendige Kirchengemeinden gibt, mit einer großen religiösen Vielfalt. Der Grad der Verbindlichkeit ist vielleicht geringer, und man wählt mehr aus. Man bindet sich nicht automatisch an eine Pfarrgemeinde, sondern sucht sich einen Ort, an dem man sich wohlfühlt. Und dann wird auch wieder gewechselt. Aber ich find das nicht gottlos, sondern, ja, spannend."

Pater Soyer hat es mit Menschen zu tun, die er "kirchenfern" nennt. In seinem Büro in der Katholischen Glaubensinformation in Berlin-Charlottenburg liegt der Flyer "Vier Wochen Lebenskunst. Spirituelle Übungen für kirchenferne Menschen". Eigentlich wollte der Jesuit den Kurs "Spirituelle Übungen für Heiden" nennen, hat dann aber doch gezögert: Er konnte nicht einschätzen, ob sich jemand beleidigt fühlen würde. Erstaunlicherweise ist "Heide" auch heute negativ konnotiert.

Doch kann man Gläubige und Ungläubige eigentlich trennen? Schließlich glauben doch beide: Die "Heiden" vielleicht an die Macht des – plötzlich war alles da –, die anderen an eine gestaltende Kraft, die die Welt "im Innersten zusammenhält" – sogar über das berühmte "Gottesteilchen" von Peter Higgs hinaus. In der Tat sei eine solche Trennung zwischen Gläubigen und Ungläubigen schwierig, bestätigt Pater Soyer:

"Schon der heilige Augustinus, als er über die Kirche gesprochen hat, meinte: Manche, die glauben, sie sind drin, sind draußen, und manche, die denken, sie sind draußen, sind eigentlich drin. Die Schwierigkeit mit der Trennung in Gläubige und Ungläubige ist auch, weil dann Glauben als "ich hab den Glauben", also den Glauben haben, verstanden wird. Und das funktioniert nicht. Das geht ja einen Schritt weiter: Der eine hat Gott, und der andere hat nicht Gott. Und wenn man denkt, Gott zu haben, dann hat man ihn schon wieder nicht mehr."

Der Jesuit Christoph Soyer hat ein "Berufsprofil", um das ihn viele Seelsorger beneiden. Zu ihm in die Katholische Glaubensinformation kommen Menschen, die neugierig sind auf Gott, die Sinn und Heil für sich suchen. Sie haben Fragen, die "Otto-Normalchristen" nicht so sehr umtreiben. Das Lebensgefühl solcher modernen Gottsucher beschreibt er so:

"Die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben eine spirituelle, eine religiöse Erfahrung gemacht, vielleicht sogar eine Gotteserfahrung. Und das ist immer stark verbunden mit der Lebensgeschichte der Menschen, das heißt: Sie haben Brüche, Krisenzeiten, oder freudige Ereignisse wie Hochzeit, Geburt eines Kindes, erlebt. Und sie wollen das eigene Leben in einen größeren Zusammenhang stellen, letztlich auch mit Gott in Verbindung bringen. Und deswegen ist ihnen die Kirche als Institution so wichtig, weil sie persönliche religiöse Erfahrungen besiegeln kann, sozusagen ihnen den Stempel geben kann.

Ja, das ist eine authentische, ehrliche Gotteserfahrung. Jemand erlebt einen Einbruch des Ewigen in das normale Leben. Zum Beispiel: Jemand quält sich mit großer Schuld, mit etwas Unversöhntem in der eigenen Vergangenheit, und merkt plötzlich: Es gibt einen Frieden, der die Schuld, das Bruchstückhafte übersteigt. Oder ein Geborgensein im Gottesdienst. Oder dass es Menschen zum Gebet drängt. Sie merken: Ich will mein Leben mit Gott in Verbindung bringen, ich allein bin mir nicht genug. Ich will mein Leben in den Kontext Gottes stellen."

Der Glaube ist eine bestimmte Weise, der Welt und den Menschen zu begegnen und das eigene Leben in Beziehung zu Gott zu sehen und zu gestalten. Dabei spielen naturgemäß Emotionen eine große Rolle: Wer mit ganzem Herzen und allen Sinnen glauben kann, hat Freude daran. Gerade der Katholizismus habe als Lebensweise viel mit Gefühlen zu tun, bestätigt Pater Soyer. Er fühlt sozusagen "katholisch". Ihm geht – etwa in einer gepflegten Liturgie – das Herz auf. Für seinen Freund, einen "Heiden", ist das lediglich kirchliche "Showtime". Oder kulturelles Erbe, das man sich immer mal leistet, wie man sich seiner abendländischen Kultur beim gelegentlichen Opernbesuch versichert. Tut es dem Ordensmann nicht sehr weh, wenn ein guter Freund oder jemand aus seiner Familie nicht oder nicht mehr an Gott glaubt?

"Wenn’s eine Ernsthaftigkeit gibt, wirklich aus redlichen Gründen zu sagen: Ich kann mit dem Glauben nichts anfangen, also wenn`s eine bewusste Entscheidung ist, dann schmerzt’s mich. Ich kann es aber gut mittragen. Aber es schmerzt mich noch mehr, wenn ein Bekannter oder Freund nicht über den Glauben nachdenkt. Der faule Katholik, also der denkfaule Katholik, der keinen inneren Bezug hat, sich dazu nicht verhält, sondern reingeboren ist und nie reflektiert hat, das find' ich viel schmerzhafter: Also der denkende Atheist – auch als Freund – ist mir näher als der faule Katholik."

Die Katholische Glaubensinformation ist eine erste Adresse für Menschen, die das Christentum kennenlernen wollen oder ihren im Laufe des Lebens verschütteten Glauben "ausbuddeln" wollen. Daraus erwächst für deren Leiter, Jesuitenpater Soyer, die Aufgabe, offen zu sein auch für Menschen, die keine "katholische Idealbiografie" vorweisen können. Die Gründe für ein neues Interesse am Glauben sind vielfältig. Oft ist es die Liebe.

Ein junger Mann, groß geworden in einem atheistisch geprägten Umfeld, verliebt sich in eine Christin, sie wollen heiraten. Aus Liebe zu ihr beginnt er, über Gott nachzudenken. Ein anderer hat den Glauben über Bord geworfen, weil er sich mehrfach darüber geärgert hat, wie es manchmal so zugeht im "real existierenden Katholizismus". Inzwischen ist er Familienvater und erinnert sich an seine Kindheit und Jugend in der Pfarrgemeinde, was er damals erlebt hat an Gemeinschaft und an Freude beim Einsatz für andere. "Das war toll, das sollen meine Kinder auch erleben", sagt er sich und beschließt, seinen Glauben zu reanimieren. Andere werden durch einen Schicksalsschlag auf existentielle Fragen gestoßen: Was ist der Sinn meines Lebens? Hat der Tod das letzte Wort? Oder gibt es ein Jenseits? Wie aber steht es mit denen, die "religiös unmusikalisch" genannt werden, also scheinbar kein Talent haben, auf der Klaviatur des Glaubens zu spielen?

Pater Soyer bleibt beim Bild der Musik. Mit den Zugängen zur Gotteserkenntnis sei es wie in einem Orchester: Der eine spielt Geige, der andere ist der Trommler. Der eine sagt: Gott ist Wahrheit. Er hat einen rationalen Zugang. Beim philosophisch-theologischen Nachdenken fügt sich für ihn der gesamte Kosmos zusammen – einschließlich möglicher extra-terrestrischer "Menschheiten", nach denen der Forschungsrover auf dem Mars fahndet.

Ein anderer sagt: Gott ist Gerechtigkeit. Er nähert sich über die soziale Frage. Beim Eintreten für die Menschenrechte oder beim Mitarbeiten in der Suppenküche fühlt er sich am richtigen Platz und Gott nahe.

Für einen Dritten ist Gott die Schönheit. Er findet über die Ästhetik Zugang zu Gott. Hört er Johann Sebastian Bach, spürt er sich dem Ewigen verbunden.

Pater Soyer plädiert für eine Vielfalt möglicher Glaubenszugänge:

"Ich glaub', wenn man die Bandbreite offen hält, also wenn man’s nicht so eng führt - Gott ist nur so -, dann entdecken ihn auch viele Menschen, die von sich sagen würden, sie seien religiös unmusikalisch, also können nicht andocken an der Gottesfrage. Ich glaube, da kann man noch etwas öffnen. Es mag religiös musikalischere und religiös unmusikalischere Menschen geben. Aber das ist ja nicht beschränkt auf ein bestimmtes Instrument, nicht aufs Klavier nur, und da würde ich sagen: Dann bin ich der Trommler."

Der Ordensmann findet es auch nicht besonders schwierig, den Menschen, die zu ihm kommen und sich für Gott und Kirche interessieren, den Glauben nahezubringen.

"Die Menschen wollen etwas, sie haben konkrete Fragen. Die Herausforderung ist, genau auf diese Anliegen und die unterschiedlichen Erfahrungen der Menschen einzugehen. Ihnen nicht überzustülpen, so ist Glaube, sondern selbst eine große Bandbreite an spirituellen Erfahrungen zu haben, also dass man mit vielem umgehen kann, also nicht so platt Jesus liebt Dich. Denn vielleicht ist das gar nicht das, was die Menschen hören wollen, sondern es geht um ganz andere Anknüpfungspunkte."

Und da es so viele Wege zu Gott gibt, wie es Menschen gibt, muss diese Bandbreite der Möglichkeiten, wie einer an die Gottesfrage andockt, offen gehalten werden. Doch könnte ein ja "Heide" fragen, warum er an Gott glauben sollte, warum es gut ist und gut tut, sich auf das Abenteuer des Glaubens einzulassen. Karl Marx meinte, Religion sei Opium fürs Volk: Die Menschen seien allesamt arme Würstchen, die Angst haben und Trost suchen und sich deshalb einen gerechten und gütigen Gott erschaffen.

"Ich glaube, Religion eröffnet überhaupt erst die Fähigkeit, sich dem eigenen Elend oder den eigenen Abgründen und dem Elend der Welt auszusetzen oder an der Veränderung zu arbeiten, ohne wahnsinnig zu werden, also ohne zum Zyniker zu werden oder zu verzweifeln. Eben zu wissen: Trotz aller scheinbaren Sinnlosigkeit ist alles mit Sinn erfüllt. Und erst dadurch gibt es das Vertrauen, dass ich etwas machen kann. Also genau das Gegenteil von Opium fürs Volk. Es geht ja bei Glaube, Religion nicht darum, frömmer zu werden, sondern menschlicher zu werden. Und dieses "menschlicher” würde Marx auch unterschreiben. Ich glaub', die Religion hilft vielmehr, menschlicher zu werden. Und wenn sie nicht hilft, dann ist das auch ein Kriterium zu sagen: Da muss man kritische Fragen stellen."

Pater Soyer leitet im Erzbistum Berlin die Katholische Glaubensinformation. Der Jesuit will den Himmel offen halten. Dem, der Christ werden möchte und dem, der von seiner Taufgnade, die er mal als Baby geschenkt bekommen hat, nun als Erwachsener Gebrauch machen will. Er macht den Menschen Lust darauf, katholisch zu sein.

"Zum einen ganz viel durch meine sehr positive Kirchenerfahrung. Ich bin einfach gerne katholisch und find es inspirierend, befreiend. Ich hab' Kirche vielfältig erlebt von Weltjugendtagen in Köln und Australien, in der kirchlichen Sozialarbeit in Marokko, sehr soziales Gemeindeleben in Deutschland. Dabei ist mir schon klar, dass meine Kirchenerfahrung wenig repräsentativ ist. Und ich meine auch, dass Kirche was Schönes ist. Aber Schönheit entdeckt man nur von innen. Wenn man nur von außen auf die Kirche schaut, dann ist die Kirche auch hässlich. Und nur mit dem Blick von außen auf die Kirche bleibt manches unverständlich. Die Schönheit der Kirche entdeckt man nur von innen, von außen macht es, glaub' ich, wenig Spaß."

Der Apostel Paulus beschreibt die Kirche als einen Leib mit vielen Gliedern:

"Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Wir sind der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm." (1 Kor 12ff)

Schaut euch doch an, will Paulus sagen, ihr habt einen Leib mit vielen Gliedern, mit Gliedern, die man sieht, und solchen, die man nicht sieht. So ist es auch mit euch Christen, jeder ist ein Glied am Leib Christi.

Manche sind Mund: Sie können gut reden, andere überzeugen und für den Glauben begeistern. Sie sprechen aus, was gesagt werden muss, oder finden in heiklen Situationen die rechten Worte. Oder sie nutzen ihren Mund zum Singen, zum Lob Gottes und zur Freude der Menschen.

Manche sind Ohr: Sie haben ein offenes Ohr für die Nöte des Freundin oder des Kollegen und hören auch die leisen Töne, die Zwischentöne.

Manche sind Nase: Sie riechen, wo etwas faul ist und zum Himmel stinkt. Manche sind Hand oder sogar zwei Hände: Sie packen an, ob bei Reparaturen im Kindergarten oder beim Großputz in der Kirche, organisieren Hilfstransporte oder kaufen für die Nachbarin ein.

Manche sind Schultern: Sie tragen die Lasten anderer mit, in der Pflege zuhause, in den Heimen oder Beratungsstellen. Sie ermutigen und begleiten Menschen, die sich selbst nicht helfen können.

Manche sind Füße: Sie besuchen Neuhinzugezogene, tragen Pfarrbriefe aus oder fahren ältere Menschen sonntags zum Gottesdienst.

Manche sind Arme: Sie können andere stützen, sie schenken Geborgenheit und trösten Traurige.

Und manche sind Kopf, haben den Überblick, geben die Richtung an, sie übernehmen Ämter und Verantwortung. Auch wenn’s schief geht. Sie alle bilden den einen Organismus, der Kirche heißt.

"Ich mag Kirche als Leib Christi: Das Bild von Paulus mit Christus als dem Haupt, und wir alle als die verschiedenen Glieder. Es gibt eine Bezogensein auf Christus, die Ausrichtung auf Christus, eine Verbundenheit mit ihm. Und dass die Glieder untereinander verbunden sind, füreinander da sind und jeder sich Gedanken machen muss um die anderen. Ich glaube, die erwachsenen Menschen, die sich taufen lassen, sind am Leib Christi das Knie. Knie meint: beweglich zu sein, flexibel zu sein, Antworten auf neue Fragen zu suchen. Ich glaube, dass es gut ist, Knie zu sein, wirklich."


Musik dieser Sendung:
• CD: The CD: Follow the white Rabbit – Yaron Herman Trio – ACT 9499-2

Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag hat der katholische Senderbeauftragte für Deutschlandradio Kultur, Pfarrer Lutz Nehk.