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Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsÜber das Verschwinden
Ein Helikopter landet auf dem Deck eines chinesischen Marineschiffes, das mit der Suche nach der verschollenen Boeing 777-200 im südchinesischen Meer beauftragt ist.

Die "Neue Zürcher Zeitung" und die "FAZ" widmen sich der US-amerikanischen Serie "The Leftovers", die vom Umgang mit dem Unerklärlichen handelt, etwa wenn Menschen einfach so verschwinden. In Wien verschwindet laut "NZZ" der Dialekt.Mehr

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Fazit

AusstellungEin Minimalist schaut auf sich selbst
Der Künstler Imi Knoebel 2014 vor seinen Werken "Aliaaa" (l, 2002) und "Ich Nicht X" (2006) in der Ausstellung "Imi Knoebel. Werke 1966-2014" im Kunstmuseum in Wolfsburg.

Der Beuys-Schüler Imi Knoebel gehört zu den wichtigsten Vertretern der Minimal Art in Deutschland. Zum 75. Geburtstag des Künstlers zeigt das Kunstmuseum Wolfsburg eine umfassende Werkschau, inszeniert von Imi Knoebel selbst. Mehr

TheaterDas ist der Mensch!
Die "Woyzeck"-Inszenierung am Münchner Volkstheater ist ein Wagnis.

Schon unzählige Male kam Büchners Woyzeck auf die Bühne. Am Münchner Volkstheater hat der Regisseur Abdullah Kenan Karaca den Stoff völlig neu zusammengesetzt. Die kühne Inszenierung folgt der Frage: Was ist der Mensch?Mehr

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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.07.2012

Nach drei Jahren ist die Liebe vorbei

Nette französische Romanze des Enfant terrible der französischen Popliteratur

Von Hans-Ulrich Pönack

Marc (Gaspard Proust) ist enttäuscht, dass die Liebe nicht funktioniert
Marc (Gaspard Proust) ist enttäuscht, dass die Liebe nicht funktioniert (PROKINO Filmverleih / Magali Bragard)

Die Geschichte ist nicht neu: Ein Mann, seines Zeichens Loser, verarbeitet die Trennung von seiner Ex in einem Buch, das prompt zum Erfolg wird. "Das verflixte 3. Jahr" ist ulkig, von leichtem Stimmungscharme durchsetzt, meint unser Kritiker Hans-Ulrich Pönack.

Er ist derzeit in Frankreich so was von angesagt, der 46-jährige Frédéric Beigbeder, als Bestseller-Autor (zum Beispiel "39.90" von 2001; von Jan Kounen 2007 mit Jean Dujardin verfilmt), als Literaturkritiker, als Gastgeber von TV-Shows. Ein In-Typ, ein Szene-Intellektueller, ein listiger Selbstvermarkter. Ein Enfant terrible der französischen Literaturszene, dessen Romane stets von autobiographischem Charakter sind. So auch "L'amour dure trois ans" aus dem Jahr 1997, der im Januar 2003 hierzulande unter dem Titel "Die Liebe währt drei Jahre" veröffentlicht wurde und den er nun selbst, unter Hinzuziehung der Drehbuch-Verfasser Christoph Turpin und Gilles Verdiani als seinen Debüt-Kinospielfilm realisierte.

Das Alter Ego von Frédéric Beigbeder heißt Marc, Marc Marronnier (Gaspard Proust). Ein Literaturkritiker und Szene-Kolumnist, dessen Ehe natürlich im dritten Jahr geschieden wird, denn schließlich lautet sein Credo: Im ersten Jahr kauft man Möbel, im zweiten Jahr stellt man sie um, im dritten Jahr teilt man die Möbel auf. Natürlich folgen nun Selbstmitleid plus Alkohol.

Immerhin aber zeigt sein pathetisches Leiden ein produktives Ergebnis: Ein Buch Mit dem Titel "Das verflixte 3. Jahr", wo sich Marc mal so richtig "ausheulen" kann. Allerdings will niemand seine Papierergüsse annehmen. Schließlich erbarmt sich widerwillig und mehr angeekelt eine toughe Verlegerin (köstlich knorrig: Valerie Lemercier), die das Geschriebene zwar überhaupt nicht mag, aber irgendwie riecht, dass daraus doch was werden kann. Und richtig: Unter Pseudonym herausgebracht, wird das Buch zum Knaller.

Schließlich wird Marc sogar ein Preis zugesprochen, der "Prix de Flore", den Frédéric Beigbeder 1994 tatsächlich für junge Autoren ins richtige Leben rief. Es könnte also alles paletti sein, hätte Marc nicht kürzlich die bezaubernde Alice (Sanam Afrashteh) kennen- und lieben gelernt - die Ehefrau seines Cousins. Sie lässt sich schließlich auf ihn ein, zunächst nicht ahnend, dass er der Autor dieses von ihr als "Schwachsinn" bezeichneten Erfolgsbuches "von einem sexistischen Macho" ist.

"Das verflixte 3. Jahr" ist ulkig von schön-leichtem Stimmungscharme durchsetzt und mit augenzwinkernder ironischer Zunge zelebriert. Beigbeder hält überraschend die witzige neurotische Ego-Balance. Dazu kommen originelle Anspielungen an etwa die Atmosphäre von Nouvelle-Vogue-Klassikern (nicht zuletzt besitzt "Marc" Gaspard Proust äußerliche "Hechel"-Merkmale des Truffaut-Helden Antoine Doinel alias Jean-Pierre Léaud sowie Seelen-Ähnlichkeit mit Charles Denner aus Truffauts "Der Mann, der die Frauen liebte").

"Im 21. Jahrhundert ist Liebe eine unbeantwortete SMS" oder: Die neue französische Komödie "Das verflixte 3. Jahr" lächelt nett ab.

Frankreich 2012. Originaltitel: L'amour dure trois ans. Regie: Frédéric Beigbeder. Darsteller: Gaspard Proust, Louise Bourgoin, Valérie Lemercier, Jonathan Lambert, Joey Starr, Frédérique Bel, Nicolas Bedos. Ab 12 Jahren. 100 Minuten.

Filmhomepage "Das verflixte 3. Jahr"

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